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Weltweites Transaktionsvolumen erholt sich

Die globalen Transaktionsvolumina für Gewerbeimmobilien zeigten im zweiten Halbjahr 2009 klare Anzeichen einer Erholung. Dennoch  ist für das Gesamtjahr noch ein Rückgang von 45 Prozent gegenüber 2008 zu notieren. Geschwindigkeit der Einbußen sowie ihre Höhe haben sich aber zumindest verringert. Dies sind Ergebnisse einer Studie der internationalen Immobilienberatung Jones Lang LaSalle (JLL) zu den globalen Immobilien-Kapitalströmen.

Demnach lag das 2009er Transaktionsvolumen bei 209 Milliarden US-Dollar. Zu ihren besten Zeiten bewegten sich die globalen Transaktionsvolumina nach Angaben von JLL bei 759 Milliarden US-Dollar (2007). “Der Anstieg der globalen Transaktionsvolumina, der im zweiten Halbjahr 2009 in allen Regionen zu beobachten war, ist zwar ein ermutigendes Zeichen, dennoch haben wir noch ein ganzes Stück schwierigen Weges vor uns”, kommentiert der Leiter der International Capital Group bei JLL, Arthur de Haast Ergebnis und Tendenz der Untersuchung.

“2010 erwarten wir ein deutliches Wachstum des Gewerbeimmobilien-Transaktionsvolumens von weltweit 30 bis 40 Prozent. Den mit 50 bis 60 Prozent größten Zuwachs – ausgehend vom niedrigsten Volumen im Vorjahr – dürften Nord-, Mittel- und Südamerika erleben. Die asiatisch-pazifische Region könnte um 30 bis 50 Prozent zulegen, die EMEA-Region mit Europa, dem nahen Osten und Afrika um 20 bis 30 Prozent“, so de Haast weiter.

Die stärksten Einbußen musste nach JLL-Zahlen 2009 die Region Amerika (Nord-, Mittel- und Südamerika) mit einem Minus von 64 Prozent auf 45 Milliarden US-Dollar hinnehmen (gegenüber dem Markthöhepunkt 2007 ein Einbruch von sogar 85 Prozent). Zum ersten Mal überhaupt fiel damit der amerikanische Kontinent mit nur 22 Prozent der globalen Gesamtvolumina hinter den asiatisch-pazifischen Raum zurück. Der verzeichnete 2009 mit minus 23 Prozent auf 66 Milliarden US-Dollar den geringsten Rückgang bei den Gesamtvolumina, entsprechend einem Minus von 46 Prozent  gegenüber dem Markthöhepunkt. In EMEA beliefen sich die Gesamt-Transaktionsvolumina 2009 auf 98 Milliarden US-Dollar. Im Jahresvergleich kommt dies einem Rückgang von 41 Prozent gleich, gegenüber dem Markthöhepunkt von 71 Prozent.

In 2009 waren die US-amerikanischen und japanischen Investoren laut JLL weiterhin die aktivsten Käufer von direkten Gewerbeimmobilien. Allerdings konzentrierten sich 90 Prozent der Transaktionen auf den jeweiligen Binnenmarkt. Die deutschen Investoren haben die britischen überholt und bilden nun weltweit die drittgrößte Käufergruppe von Immobilien. Im Gegensatz zu den US-amerikanischen und japanischen Investoren war fast die Hälfte der von ihnen getätigten Immobilienkäufe grenzüberschreitend.

Grenzüberschreitende Investitionsströme

In 2009 waren inländische Investitionen nach JLL-Angaben dominanter als grenzüberschreitende Investments. Die Investoren scheuten das Risiko, Kredite standen darüber hinaus nur eingeschränkt zur Verfügung. Die größten grenzüberschreitenden Käufer von Immobilien waren die globalen Fonds, gefolgt von  deutschen Investoren. Auch südkoreanische Investoren tätigten bedeutende grenzüberschreitende Käufe mit Hauptaugenmerk auf Großbritannien. Grundsätzlich haben Käufer aus dem asiatisch-pazifischen Raum ihre grenzüberschreitenden Akquisitionen im zweiten Halbjahr 2009 deutlich verstärkt und dabei Großbritannien, China und Australien ins Visier genommen.

Während die USA in Bezug auf die Gesamtvolumina nach JLL-Zahlen 2009 der größte Markt blieb, wurden die Vereinigten Staaten vom Vereinigten Königreich als größter grenzüberschreitender Markt in 2009 überholt. 54 Prozent des Transaktionsvolumens wurde in Großbritannien von grenzüberschreitenden Käufern getätigt.  Frankreich kam auf 34 Prozent, USA auf 16 , Deutschland auf zwölf und Japan auf elf Prozent.

Neben der Geschwindigkeit der Preiskorrekturen profitierte Großbritannien von der relativen Schwäche des britischen Pfund. Die Investoren wissen Angaben des Maklerhauses zufolge zudem die langfristig laufenden Mietvereinbarungen mit Nutzern bester Bonität sowie die hohe Markttransparenz vor Ort zu schätzen. (te)

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