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Wohninvestment-Index AWI belegt Stimmungshoch

Die Gesamtstimmung für Investitionen in den Wohnungsneubau sowie in die Modernisierung und energetische Sanierung von Bestandsimmobilien hat sich laut dem Wohninvestment-Index AWI, den das Research des Maklerhauses Aengevelt entwickelt hat, seit dem Frühjahr bis heute deutlich um zwölf Indexpunkte verbessert. Damit ist der seit Beginn der Erhebung in 2008 höchste Wert erreicht.

“Allerdings”, so Markus Schmidt, Leiter Aengevelt-Research, “ist hierbei nach Wohnlagen zu differenzieren.” Erwarten beispielsweise 30 Prozent der Teilnehmer in einfachen Lagen eine Zunahme der Wohnungsleerstände, rechnen in mittleren Lagern nur noch elf Prozent und in guten bis sehr guten Lagen nur noch rund sechs Prozent mit einem Anstieg.

Immerhin 19 Prozent der Befragten rechnen selbst in den einfachen Lagen mit steigenden Wohnungsmieten. In mittleren beziehungsweise sehr guten Lagen trifft das sogar auf 49 Prozent beziehungsweise 68 Prozent der Befragten zu. Sinkende Mieten werden in den mittleren beziehungsweise sehr guten Lagen dagegen nahezu ausgeschlossen.

Hinsichtlich Investitionen in den Mietwohnungsneubau glauben dem Index zufolge 46 Prozent der Teilnehmer, dass diese in einfachen Wohnquartieren zurückgehen werden. In besseren Lagen gehen dagegen gut sechs von zehn Befragten von zunehmenden beziehungsweise zwei von zehn von unverändert hohen Investitionen aus.

Ein ähnliches Bild ergibt sich demnach im Teilsegment Eigentumswohnungen: gute Absatzchancen und steigende Verkaufspreise in den besseren Lagen, geringere Verkaufschancen verbunden mit fallendem Kaufpreisniveau an weniger privilegierten Standorten.

Einigkeit herrscht lediglich hinsichtlich der Betriebskosten: Hier gehen über alle Lagen hinweg rund 70 Prozent der Teilnehmer von einem Anstieg aus – allerdings mit unterschiedlichen Konsequenzen: in sehr guten und guten Lagen erwarten rund 77 Prozent steigende Investitionen in die Modernisierung und speziell die energetische Gebäudesanierung. Für die einfachen Lagen kommt gerade einmal jeder Dritte zu dieser Einschätzung. Hier ist im Sinne der Nachhaltigkeit im Interesse der Mietparteien und der Volkswirtschaft ein Umdenken unerlässlich. “Allerdings ist gerade in einfachen Lagen fraglich, ob sich die Investitionen in die energetische Sanierung ohne weiteres auf die Mieten umschlagen lassen”, gibt Schmidt zu bedenken.

Aengevelt hat den AWI für die qualifizierte wissenschaftliche Orientierungshilfe am Wohninvestmentmarkt entwickelt. Er erfasst Marktstimmungen und Trends. Dazu werden regelmäßig 200 Fachleute aus allen Bereichen der Wohnungswirtschaft befragt. (te)

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