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Wohnungsbau zieht wieder leicht an

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute mitgeteilt hat, wurde von Januar bis September 2010 in Deutschland der Bau von 137 900 Wohnungen genehmigt. Das waren sieben Prozent oder 9.000 Wohnungen mehr als in den ersten neun Monaten im Jahr 2009.

Im ersten Halbjahr 2009 war die Zahl der Baugenehmigungen noch rückläufig. Im zweiten Halbjahr verlief die Entwicklung nach Destatis-Zahlen aber so positiv, dass es insgesamt zu einer Zunahme von Genehmigungen im Jahr 2009 kam (plus 1,9 Prozent gegenüber 2008). Dieser positive Trend habe sich in 2010 fortgesetzt.

Von den in den ersten neun Monaten dieses Jahres insgesamt genehmigten Wohnungen waren 120.500 Neubauwohnungen in Wohngebäuden (plus 7,7 Prozent gegenüber 2009). Der Anstieg von Baugenehmigungen für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (plus 9,5 Prozent) fiel dabei etwas höher aus als der Anstieg von Genehmigungen für Wohnungen in Einfamilienhäusern (plus 6,3 Prozent) und Zweifamilienhäusern (plus 8,2 Prozent).

In diesem Zeitraum erhöhte sich nach Destatis-Zahlen der umbaute Raum der genehmigten neuen Nichtwohngebäude gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 1,4 Prozent auf 142,2 Millionen Kubikmeter. Diese Entwicklung basierte im Wesentlichen auf einer Zunahme der Genehmigungen für öffentliche Bauherren um 10,4 Prozent auf 17,3 Millionen Kubikmeter. Die nichtöffentlichen Bauherren steigerten dagegen das Bauvolumen lediglich um 0,3 Prozent auf 124,9 Millionen Kubikmeter.

Kritik an den Zahlen wird aus den Reihen der Lobbyverbände der Immobilienwirtschaft laut: “Der gemeldete Anstieg der Baugenehmigungen im Wohnungsbau ist erfreulich, wird auf dem bisherigen Niveau aber die Probleme bei der Wohnraumversorgung nicht lösen. Auch beim Anstieg der Genehmigungen um sieben Prozent erreicht die Zahl der fertig gestellten Wohnungen bei weitem nicht das Niveau, das nötig ist, um die Bevölkerung mit bezahlbarem energieeffizienten und altersgerechtem Wohnraum zu versorgen. Nur die Politik kann hier die Weichen für ausreichenden Wohnungsbau stellen”, so die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerksbau in einer Pressemitteilung.

Seite 2: Warum die Verbände die Politik ins Boot holen wollen [1]

“Auch bei einer regional differenzierten Betrachtung reicht die bisherige Wohnungsbautätigkeit bei weitem nicht aus, um die regionalen Wohnungsknappheiten insbesondere in den Zuwanderungs- und Ballungsgebieten zu bekämpfen. Empfindliche Mietsteigerungen bei Neubauten und im Bestand sowie ein zunehmender Mangel an günstigem Wohnraum sind die erkennbaren Folgen. Besonders betroffen sind Erstmieter, also junge Ehepaare, Studenten und Auszubildende. Ebenso hart trifft es ältere Bürger, die zunehmend vergeblich nach bezahlbaren und barrierearmen Wohnungen suchen”, so der Verband weiter.

Die entscheidenden Weichstellungen für mehr altersgerechten und energieeffizienten Wohnungsbau müsse die Politik vornehmen. Denn nach Angaben von Wohnungsunternehmen könnten auch unter den aktuell günstigen Zinsbedingungen im frei finanzierten Wohnungsbau nur höherwertige Mietwohnungen mit Kaltmieten ab 8,50 Euro pro Quadratmeter erstellt werden.

Um Investitionen in preiswerte Mietwohnungen wieder rentabel zu machen, setzt sich die Wohnungsbaubranche – mit Unterstützung des Mieterbundes -für verbesserte steuerliche Anreize ein. Bundesbauminister Peter Ramsauer spreche inzwischen die Vorteile der steuerlichen Anreize offensiv an.

Der Verbands-Geschäftsführer der Dr. Ronald Rast warnt davor, aus den Destatis-Zahlen die falschen Schlüsse zu ziehen: “Der Anstieg der Baugenehmigungen geschieht nach wie vor auf zu niedrigem Niveau. Wir brauchen eine Wende in der Wohnungspolitik. Wohnen ist und bleibt ein Grundbedürfnis. Wird es abgedeckt, werden es die Wähler honorieren.”

“Die Bundesregierung kann mit einfachen Maßnahmen wie verbesserten Abschreibungssätzen die Voraussetzung zum Bau von mehr Wohnraum schaffen,” appelliert Michael Hölker, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel. “Mit der Aktivierung privaten Kapitals werden gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert und neu geschaffen, die Einnahmeseite der öffentlichen Haushalte verbessert und durch die Förderung energieeffizienter Neubauten der Klimaschutz vorangetrieben”, so Hölker weiter. (te)

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