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Epra: Deutsche Immoaktien mit größtem Potenzial

Der deutsche Markt für Immobilienaktien und REITs könnte nach Einschätzung der European Public Real Estate Association (Epra) in den kommenden Jahren deutlich wachsen. Ein Grund dafür liegt in der Schwäche der offenen Immobilienfonds.

Starke Trends auf dem deutschen Immobilienanlagemarkt deuteten darauf hin, dass Deutschland am meisten zu einer möglichen Verdoppelung der Marktkapitalisierung des an europäischen Börsen notierten Immobiliensektors in den nächsten fünf Jahren beitragen könnte, erklärte Epra-Geschäftsführer Philip Charls anlässlich der Jahreskonferenz des Verbands. „Deutschlands börsennotierter Immobiliensektor verfügt über ein enormes Wachstumspotenzial, da die Investoren zunehmendes Interesse an steuertransparenten, gelisteten Investments zeigen. Immobilienaktien bieten internationalen Investoren einen liquiden und transparenten Weg, Zugang zu deutschen Immobilien zu erhalten und stellen außerdem eine sehr konkurrenzfähige Alternative zum offenen Immobilienfonds dar, der seit einem halben Jahrhundert fester Bestandteil des deutschen Marktes ist“, führte Charls aus.

Die Epra schätzt den Gesamtumfang des deutschen Immobilien-Investmentmarktes auf einen Wert von mehr als einer Billion Euro, wodurch dieser europaweit der größte sei, knapp gefolgt vom britischen Immobilienmarkt. Dabei umfasst der Sektor der offenen Immobilienfonds ein Vermögen von rund 85 Milliarden Euro, wobei rund 30 Prozent des Fondsvolumens derzeit eingefroren ist. Deutsche Immobilien-Spezialfonds verwalten Objekte mit einem geschätzten Volumen von 30 bis 40 Milliarden Euro.

Im Vergleich dazu ist der Sektor der börsennotierten Immobilienunternehmen in Deutschland mit einer Marktkapitalisierung von 20 bis 25 Milliarden Euro laut Epra deutlich kleiner und bildet bisher lediglich 1,5 Prozent des Gesamtmarktes ab. Der Grund für diesen niedrigen Wert liege zum einen im relativ geringen Aktionärsanteil an der deutschen Bevölkerung von weniger als zehn Prozent, zum anderen aber auch in der bisherigen Dominanz offener Immobilienfonds bei Privatanlegern aufgrund bankgebundener Vertriebsnetze. Eine vor kurzem von Schroders bei 112 institutionellen Investoren durchgeführte Umfrage habe jedoch ergeben, dass 38 Prozent von ihnen aufgrund der Einführung einer Mindesthaltedauer von zwei Jahren nicht mehr in offene Fonds investieren möchten. Darüber hinaus plane ein Drittel der Befragten, innerhalb der nächsten zwölf Monate ihre Investments zu reduzieren

Zudem deutet nach Aussage von Epra einiges auf eine Belebung des deutschen Immobilienaktienmarktes hin. Mit den kürzlich erfolgten Börsengängen der GSW Immobilien AG und der Prime Office REIT AG sowie weiteren Kapitalerhöhungen hätten mehr als eine Milliarde Euro Eigenkapital eingesammelt werden können. Zudem stehe internationalen Investoren mit dem Wiedereinbezug der IVG Immobilien AG in die FTSE Epra/Nareit-Indexreihe eine weitere Anlagealternative zur Verfügung. Seit der letzten Jahreskonferenz der Epra im September 2010 sei der Anteil Deutschlands am FTSE Epra/Nareit Europe-Index von 3,5 auf 6,0 Prozent gestiegen. Das bedeute, dass sich die Marktkapitalisierung um 75 Prozent erhöht habe. Zudem betrachtet die Epra die geschätzten 120 bis 130 Milliarden Euro, die in großen privaten inländischen Immobilienportfolios angelegt sind, als vielversprechende künftige Quelle für börsennotiertes Eigenkapital.

Auch für den gesamteuropäischen Markt rechnet Epra mit hohem Wachstumspotenzial. Der Verband erwartet, dass der europäische Sektor der börsennotierten Immobilienunternehmen im optimalen Fall das Potenzial hat, mittelfristig seine Kapitalisierung von 300 Milliarden Euro zu verdoppeln. (bk)

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