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Hauspreisindex zieht in allen Teilbereichen an

Im Februar 2011 verzeichnen alle vom Finanzdienstleister Hypoport erhobenen Hauspreisindizes einen Aufschwung. Der Index für Neubauten steht auf einem neuen Rekordhoch, der Index für Eigentumswohnungen zeigt wieder in eine positive Richtung und der Gesamtindex sowie der Index für Bestandsimmobilien liegen so weit über ihren Vorjahreswerten wie nie zuvor.

Der Gesamtindex stieg im Februar demnach erstmals seit August 2010 wieder deutlich an. Zum Anstieg von 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat führten die starken Preissteigerungen in allen Einzelindizes. Gegenüber dem Vorjahr liegt der Gesamtindex nun 4,46 Prozent über seinem Vergleichswert 2010 (Februar 2010: 96,24 Punkte). Seit Beginn der Hypoport-Berechnungen ist dies die größte Differenz im Jahresvergleich.

Nach zweimonatigem Rückgang steigt der Index für Eigentumswohnungen im Februar 2011 mit einem Plus von 0,47 Prozent wieder deutlich an. Sein aktueller Wert von 100,13 Punkten liegt jedoch rund 1,31 Prozent unter seinem Wert vor drei Monaten (November 2010: 101,46 Punkte). Im Jahresvergleich ist der Indexwert in diesem Monat rund 2,6 Prozent über seinem Vorjahreswert (Februar 2010: 97,59).

Zum dritten Mal in Folge verzeichnet der Neubauindex einen starken monatlichen Anstieg. Mit 108,43 Punkten steht der Index für neue Ein- und Zweifamilienhäuser auf einem neuen Rekordhoch. Noch vor einem Jahr befand sich der Index um 3,79 Prozent unter seinem aktuellen Punktestand (Februar 2010: 104,47 Punkte). Vor drei Monaten, im November 2010, lag der Index um 1,25 Prozent unter seinem aktuellen Wert (November 2010: 107,09 Punkte).

Der Index für bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser steigt ebenfalls sehr stark an. Mit einem Plus von 0,83 Prozent bewegt sich der Index erneut in Richtung 95er-Marke. Schon im August näherte er sich dieser an und sank, ohne sie überschritten zu haben in den Folgemonaten wieder. Gegenüber dem Vorjahr liegt der Bestandsindex aktuell um 7,36 Prozent im Plus (Februar 2010: 86,65 Punkte). Dies ist – wie beim Gesamtindex – die größte Differenz eines Zwölfmonatsvergleichs seit Beginn der HPX-Berechnungen.

Seite 2: Bewertung und Prognose [1]

Der Berliner Finanzdienstleister Hypoport stellt die Entwicklung in einen größeren Zusammenhang: “Über den Umgang mit dem Thema Energie spalten sich die politischen Geister. Im Februar beschloss die Bundesregierung die Förderung alternativer Energien zu reduzieren, das Grünstromprivileg und den dadurch verursachten Strompreisanstieg einzudämmen. Zu Recht sagen die einen, denn Deutschland habe im europaweiten Vergleich sehr hohe Strom- und Gaskosten. Zu Unrecht sagen die anderen und weisen auf die Dringlichkeit einer neuen Klimaschutzpolitik hin. Eben diese erhalten aktuell Zustimmung aus ganz anderem Grund. Denn im Angesicht der nuklearen Gefahr, die von mehreren Atomkraftwerken in Japan ausgeht, erhalten Worte wie Dringlichkeit und Schutz eine ganz neue Bedeutung. In diesem Zusammenhang entschied sich die Bundeskanzlerin vor zwei Tagen zu einem Moratorium, das die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke in Deutschland auf den Prüfstand stellen soll. Ein früherer Ausstieg – da sind sich viele Experten einig – ließe die Energiekosten kurzfristig erneut ansteigen. Auch die jüngsten Geschehnisse im Nahen Osten werden für den derzeitigen Anstieg der Energiepreise verantwortlich gemacht. Für Immobilienbesitzer gibt es nur einen Weg, um sowohl langfristige Kosten zu senken, die Umwelt zu schonen und sich von der Abhängigkeit von natürlichen Ressourcen zu befreien: die schrittweise Modernisierung.”

Der HPX-Hauspreisindex wird auf Basis von Daten der Europace-Baufinanzierungsplattform ermittelt. (te)

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