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Union-Investment-Flaggschiff wegen Japan-GAU geschlossen

Die Kapitalanlagegesellschaft Union Investment Real Estate hat heute die Rücknahme und Ausgabe von Anteilscheinen für den etwa 2,3 Milliarden Euro schweren offenen Immobilienfonds (OIF) Uniimmo Global, der zu 14 Prozent in Tokio investiert ist, ausgesetzt.

Laut einer Unternehmensmitteilung haben die Hamburger aufgrund der noch unklaren Auswirkungen der Störfälle in Japan – speziell im Atomkraftwerk Fukushima – sowie deren noch nicht absehbaren wirtschaftlichen Folgen unmittelbar Kontakt zu den externen Sachverständigen aufgenommen, und diese gebeten, eine Neubewertung der Immobilien in Tokio durchzuführen.

Der zuständige Sachverständigenausschuss habe am 17. März mitgeteilt, dass eine Bewertung unter den gegebenen, außergewöhnlichen Umständen vor Ort zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich sei. Dies habe zur Folge, dass der Anteilwert der OIF aktuell nicht ordnungsgemäß ermittelt werden kann und Anteilscheingeschäfte nicht mehr ausführbar seien.

Da das in Tokio liegende Immobilienvermögen mit einem Anteil von rund 14 Prozent am Gesamtimmobilienvermögen des Fonds einen wesentlichen Teil der Anlage des Fonds darstelle, sei Union Investment Real Estate gemäß Paragraf 37 Absatz 2 Investmentgesetz in Verbindung mit Paragraf 12 Absatz 4 der allgemeinen Vertragsbedingungen des OIF gezwungen, die Rücknahme von Anteilen am 17. März 2011 auszusetzen.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sei über die zeitlich befristete Aussetzung unterrichtet worden. “Die vorübergehende Aussetzung der Rücknahme von Anteilscheinen ist so lange notwendig, bis eine ordnungsgemäße Verkehrswertermittlung der japanischen Immobilien im Fonds wieder zu einer fairen Preisermittlung der Anteile führt. Daher wird es bis auf Weiteres keine Fondspreisveröffentlichung geben können”, heißt es in einer Mitteilung der Kapitalanlagegesellschaft.

An den ausnahmslos in Tokio gelegenen japanischen Immobilien des Fonds seien in Folge des Erdbebens vom 11. März 2011 und des nachfolgenden Tsunamis keine größeren sichtbaren Schäden entstanden. Für die anderen in Tokio investierten hauseigenen Immobilienfonds seien laut Union Investment keine vergleichbaren Maßnahmen erforderlich, da diese dort keine wesentlichen Investments halten. (te)

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