6. März 2012, 10:24
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Immobilien-Hochstimmung ebbt ab

Die Hochstimmung der Immobilienwirtschaft zu Jahresbeginn währte nur kurz. Die 50. Monatsbefragung des Deutsche Hypo-Immobilienkonjunktur-Index zeigt, dass die Experten zwar weiterhin positiver gestimmt sind als zum Jahresende 2011, jedoch nicht mehr ganz so euphorisch wie noch im Januar.

Andreas Pohl, Vorstandsmitglied Deutsche Hypo

Andreas Pohl, Deutsche Hypo

Der Analyse der Deutschen Hypo zufolge kann sich die deutsche Wirtschaft nicht weiter den negativen Auswirkungen des anhaltenden Abschwungs in der Euro-Zone entziehen. Rückläufige Exportzahlen und sinkende Kosumausgaben hemmen das Wirtschaftswachstum. Man ist jedoch zuversichtlich, dass Deutschland – wenn die Euro-Krise unter Kontrolle bleibt – die Schwächephase innerhalb der nächsten Monate durchschritten haben wird.

Auch wenn die Euphorie der Immobilien-Experten aus dem Januar 2012 bereits verflogen ist, bleiben die Hannoveraner Immobilienfinanzierer für die Zukunft optimistisch, da weiterhin sinkende Arbeitslosigkeit und niedrige Zinsen gute Voraussetzungen für verstärkte Bauinvestitionen seien.

Nachdem das Immobilienklima im Januar 2012 einen deutlichen Anstieg verzeichnen konnte, hat es sich im Februar wieder leicht um minus 6,6 Prozent abgeschwächt. Mit aktuell 131,6 Zählerpunkten liegt das Immobilienklima aber weiterhin auf einem höheren Niveau als im ganzen vierten Quartal 2011. Im Vergleich zum Dezember 2011 (119,4 Zählerpunkte) ergibt sich immerhin noch ein Plus von 10,2 Prozent. Die Abnahme resultiert mit minus acht Prozent zu einem größeren Teil aus dem Sinken des Investmentklimas. Die Verschlechterung des Ertragsklimas fällt mit minus 5,2 Prozent geringer aus.

Zuwächse nur beim Wohnklima

Im Februar 2012 konnte einzig das Wohnklima eine Steigerung von zwei Prozent auf aktuell 163,7 Zählerpunkte verzeichnen. Dieses Segment zeigt weiterhin die stabilste Entwicklung. Während im Vormonat das Büroklima am stärksten gestiegen ist, musste dieses mit einem Rückgang von zehn Prozent im Februar hingegen die größten Verluste verbuchen. Die Verluste des Handelklimas sind mit minus 7,7 Prozent etwas geringer. Im Vergleich zum Jahresende 2011 befinden sich sowohl das Büro- als auch das Handelklima mit einem verbleibenden Plus von 17,1 beziehungsweise 8,4 Prozent weiterhin auf einem guten Niveau.

Nachdem die Immobilienkonjunktur im Vormonat unter die Marke von 200 Zählerpunkten gerutscht war, kann diese im Februar wieder leichte Zuwächse verzeichnen. Mit einer Steigerung von 1,6 Prozent erreicht die Immobilienkonjunktur aktuell 203,1 Zählerpunkte und folgt damit weiterhin einem Seitwärtstrend.

“Eines ist sicher, die Zeiten sind unsicher. Vor allem für Prognostiker. Das Frühjahrsgutachten der deutschen Immobilienwirtschaft mit den Prognosen für 2012 wurde im Februar in Berlin vorgestellt. Darin stehen die Risiken von möglichen Euro-Bonds und die absehbaren Regulierungen für Banken und Versicherungen der relativ robusten deutschen Konjunktur gegenüber. Es ist im Gutachten von einer möglichen leichten Delle für den deutschen Immobilienmarkt die Rede, wenn sich Chancen und Risiken einigermaßen die Waage halten. Ähnlich einzuordnen ist wohl auch der Rückgang des Klimaindex um 6,6 Prozent”, kommentiert  Andreas Pohl, Mitglied des Vorstands der Deutschen Hypo die Ergebnisse..

Pohl weiter: “Das Bild von Risiken in der Geldpolitik und einem sicheren Hafen der Realwirtschaft schlägt sich folgerichtig auch in den Teilindizes nieder. Während die klassischen institutionellen Anlageprodukte, nämlich Büro- und Einzelhandelsimmobilien, negativer gesehen werden, sind die deutschen Wohnimmobilien erneut auf Chancenkurs. Das ist das klassische Muster, das wahrscheinlich für die nächsten Monate am leichtesten als beständig vorhergesagt werden kann. Solange zumindest die europäische Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenkrise nicht deutliche Zeichen der Erholung zeigt. Die Hoffnungszeichen niedrigerer Zinsen für südeuropäische Staatspapiere im Januar machten aus einer Schwalbe noch keinen Sommer. Spannend wird der Indexverlauf Ende März – wenn die deutsche Immobilienbranche von der Mipim in Cannes heimgekehrt sein wird. Von dort erwarte ich persönlich nur Signale für eine leichte Delle und nicht für eine Branchenrezession.” (te)

Foto: Deutsche Hypo

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