Wachsendes Interesse am deutschen Markt für Studentenapartments

Der Spezialimmobilienmarkt für Studentenwohnungen in Deutschland steht zunehmend im Fokus nationaler wie internationaler Unternehmen. Das berichtet die internationale Wirtschaftskanzlei Osborne Clarke.

studentenapartments-interesse-wächstDas Spektrum der Interessenten reiche dabei von Entwicklern über Banken und Fondshäuser bis hin zu Baufirmen. Aus dem Ausland, vorrangig aus Großbritannien, wo dieses Immobiliensegment schon seit Längerem im Visier unterschiedlichster Akteure ist, lasse sich ein großes Interesse feststellen, wie Osborne Clarke feststellt. Einige britische Unternehmen zögen aktuell den Sprung auf den europäischen Kontinent in Erwägung und wollen ihre Geschäftsmöglichkeiten – auch nach Deutschland – ausweiten.

Deutschland hat zurzeit etwa 50 Universitäten mit jeweils mehr als 10.000 Studenten. Aus vielfältigen Gründen komme es laut Analyse der Wirtschaftskanzlei derzeit zu einer Verknappung an geeignetem Wohnraum für diese Nutzergruppe. Zum Einen würden Wohnungen in vielen Großstädten deutlich teurer und zunehmend unbezahlbar für Studenten. Zum Anderen gebe es dieses Jahr durch den Rekordwert bei den Studienanfängern insgesamt etwa 2,4 Millionen Studenten, die sich an den deutschen Hochschulen eingeschrieben haben. Diese Zahl werde vorerst auf diesem hohen Niveau bleiben, vor allem durch die Einführung der Bachelor- und Master-Studiengänge, die Verkürzung der Schulzeit und dem Wegfall der Wehrpflicht, so die Analyse von Osborne Clarke. Mittel- bis langfristig rechnet man hier lediglich mit einer moderaten Abnahme.

Positiv werde sich zudem auf die Zahlen auswirken, dass der Anteil ausländischer Studenten an deutschen Hochschulen – vor allem dank der jüngsten Reformen im deutschen Universitätswesen – zunehme

Das Angebot günstigen Wohnraums für Hochschulgänger in Deutschland, beispielsweise durch die Studentenwerke (circa 200.000 Betten), reiche bei Weitem nicht zur Befriedigung der aktuellen und künftigen Nachfrage in diesem Immobiliensegment aus. Der größte privatwirtschaftliche Akteur in diesem Bereich managt aktuell beziehungsweise in Kürze gerade einmal rund 3.000 Betten. Experten sähen daher im Vergleich zu anderen Ländern ein deutliches Wachstumspotenzial des Markts für Studentenwohnen in Deutschland.

Zudem stellt Osborne Clarke fest, dass der Bereich des neuen Studentischen Wohnens in Deutschland schneller wächst als bei vergleichbaren Entwicklungen in anderen neuen und erfolgreichen Bereichen früherer Jahren, wie beispielsweise beim Sektor der Budget-Hotels. „Der Markt für Studentenwohnungen in Großbritannien wuchs in einem kurzen Zeitrahmen von zunächst sehr bescheidenen Wurzeln zu einer signifikanten Größe. Hier es gibt gute Gründe für die Annahme der Fachleute, dass Deutschland eine ähnliche Entwicklung nehmen wird“, sagt Dr. Gerd Hoor, LL.M und Partner im Kölner Büro von Osborne Clarke. (te)

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