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Zinshäuser: Kapitalabsicherung wichtiger als Rendite

Zinshäuser sind bei Anlegern in Deutschland gefragt wie selten. Nach einer Auswertung des Immobilienberatungsunternehmens Engel & Völkers steht dabei der Aspekt der Kapitalsicherung im Vordergrund.

Demnach kaufen viele Investoren auch trotz eines hohen Preisniveaus und damit einhergehender niedriger Anfangsrenditen. Die Absicherung des Kapitals sei bei der Anlageentscheidung für Wohn- und Geschäftshäuser wichtiger als die Bruttoanfangsrendite. „Wenn man unterstellt, dass der Wert der Immobilie stabil bleibt und die Mieten weiter steigen, verbessert sich langfristig auch die Ertragsrelation“, erläutert Carsten Rieckhoff, Leiter Research bei Engel & Völkers Commercial.

Nach der Auswertung von 37 Immobilienmärkten in deutschen A-, B-, C- und D-Städten durch Engel & Völkers lasse sich eine Wanderungsbewegung der Investoren erkennen. Nach Ausbruch der Finanzkrise hätten vermögende Privatanleger, Family Offices und Stiftungen zunächst die Sicherheit in den A-Standorten gesucht. Seit gut einem Jahr werde jedoch auch kleineren Standorten immer mehr Aufmerksamkeit zu teil.

„Die Preisdynamik in den deutschen Wirtschaftsmetropolen hat beispielsweise in Hamburg oder München die aus den Mieteinnahmen in sehr guten Lagen erzielbaren Bruttoanfangsrenditen auf unter vier Prozent gedrückt“, berichtet Rieckhoff. Demgegenüber ständen Städte wie Hannover, Dresden, Nürnberg, Münster oder Erfurt, wo in guten Lagen ein Mittelwert von circa sieben Prozent Bruttoanfangsrendite zu erzielen sei.

Dass Wohn- und Geschäftshäuser attraktive Anlageobjekte sind, zeigt nach Aussage von Engel & Völkers ein Vergleich ihrer Rendite mit derjenigen von Bundesschatzbriefen mit einer Haltedauer von zehn Jahren. In den Jahren 2009 bis 2011 habe die Rendite der Anlageimmobilien in guten Lagen der A-Städte wie Berlin, Frankfurt und Hamburg zwischen fünf und sechs Prozent gelegen. Damit hätten die rechnerischen Ertragsmöglichkeiten zu jeder Zeit über der Rendite von Bundesschatzbriefen mit zehnjähriger Haltedauer gelegen, die sich im selben Zeitraum zwischen zwei und vier Prozent bewegte.

„Zwar sank im betrachteten Zeitraum die Rendite aller verglichenen Kapitalanlagen, allerdings bei Wohn- und Geschäftshäusern weniger als bei den Bundesschatzbriefen, deren Entwicklung darüber hinaus durch deutlich stärkere Schwankungen gekennzeichnet ist“, argumentiert Rieckhoff. Vergleiche man die Renditen der unterschiedlichen Kapitalanlagen zusätzlich mit der Inflationsrate, die seit dem dritten Quartal 2010 stetig ansteige, so zeige sich für den Zeitraum der vergangenen drei Jahre, dass die Rendite der Wohn- und Geschäftshäuser stets deutlich über der Inflationsrate lag. Dagegen sank die Rendite der Bundesschatzbriefe aufgrund der geringen Verzinsung ab dem zweiten Halbjahr 2011 sogar unter die Inflationsrate. „In Zeiten, in denen viele Investoren Angst vor einer Inflation haben und in denen die Zinsen weiterhin niedrig sind, lohnt sich also nach wie vor das Investment in Wohn- und Geschäftshäusern“, ist Rieckhoff überzeugt. (bk)

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