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Deutscher Immobilienmarkt: 2012 wurden Objekte für 168 Milliarden Euro gehandelt

Im vergangenen Jahr sind nach Angaben des Immobilienverbands IVD, Berlin, in Deutschland gewerbliche und private Immobilien im Wert von 168,24 Milliarden Euro gehandelt worden. Den höchsten Umsatzwert verbuchte Bayern.

Gegenüber dem Vorjahr bedeute das Transaktionsvolumen von 168 Milliarden Euro einen Anstieg um rund 2,4 Milliarden Euro beziehungsweise 1,45 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Hochrechnung des IVD auf Basis des vom Bundesministerium für Finanzen erhobenen Grunderwerbsteueraufkommens.

„Das Interesse an deutschen Immobilien ist nach wie vor hoch und hat den höchsten Wert seit 2007 erreicht“, kommentiert Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des IVD. „Robuste Fundamentaldaten versprechen Investoren aus In- und Ausland Sicherheit.“

Während im Jahr 2011 noch in fast allen Bundesländern Anstiege zu beobachten gewesen seien, war es im vergangenen Jahr nach Aussage des IVD uneinheitlicher. In acht Bundesländern seien die Umsätze gestiegen, in den anderen acht dagegen gefallen. Das relativ stärkste Umsatzwachstum um 18,6 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro habe Bremen verzeichnet. Auch in Thüringen (plus 18,2 Prozent) und Sachsen-Anhalt (plus 16,9 Prozent) sei das Transaktionsvolumen deutlich gestiegen.

„Mit Gesamtumsätzen von 2,1 beziehungsweise 1,9 Milliarden Euro bleiben diese Märkte jedoch überschaubar“, sagt Schick. Deutliche Zuwächse gebe es relativ wie absolut in Niedersachsen. Dort seien die Umsätze um 12,5 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro gestiegen. Auch in Berlin habe sich der positive Trend mit einem Zuwachs von 10,4 Prozent auf 11,9 Milliarden Euro fortgesetzt.

Höchster Umsatz in Bayern

Die prozentual stärksten Rückgänge gab es nach Angaben des IVD mit einem Minus von 14 Prozent in Sachsen, wo das Transaktionsvolumen von 5,4 auf 4,6 Milliarden Euro zurückging. Ein deutlicher Rückgang um neun Prozent sei auch in Mecklenburg-Vorpommern zu beobachten gewesen. „In Mecklenburg-Vorpommern ist die Grunderwerbsteuer Mitte 2012 von 3,5 auf fünf Prozent erhöht worden“, sagt Schick. „Das Land ist ein gutes Beispiel dafür, dass eine Steuererhöhung das Transaktionsgeschehen spürbar beeinträchtigt.“ Den stärksten absoluten Rückgang um 1,7 Milliarden Euro gab es laut IVD in Baden-Württemberg (minus 6,9 Prozent). Sinkende Volumina verzeichneten zudem Rheinland-Pfalz (minus 4,7 Prozent), Nordrhein-Westfalen (minus 4,2 Prozent) und Schleswig-Holstein (minus 3,6 Prozent).

Der höchste Umsatz wurde nach Aussage des IVD in 2012 wie im Vorjahr in Bayern erzielt. Mit 35,8 Milliarden Euro sei ein Plus von sechs Prozent registriert worden. An zweiter Stelle folge Nordrhein-Westfalen mit 31,4 Milliarden Euro. Dort sei der Immobilienumsatz allerdings um 4,2 Prozent zurückgegangen. Auf Platz drei liegt Baden-Württemberg mit einem Umsatz von 23,39 Milliarden Euro, das ebenfalls einen Rückgang von 6,9 Prozent verzeichnete. (bk)

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