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Logistikmärkte in Europa legen zu

Nach Angaben von Jones Lang LaSalle haben die Aktivitäten auf Europas größten Logistik-Immobilienmärkten im 2. Quartal 2013 deutlich zugelegt. Der Logistikflächenumsatz stieg gegenüber den ersten drei Monaten 2013 um 23 Prozent auf 3,6 Millionen Quadratmeter.

Großbritannien verbuchte im zweiten Quartal das größte Wachstum.

„Es sind die großen Deals, mit denen die Nutzer in den führenden Logistikmärkten auf die neuen Kunden- und Herstellungsstrukturen reagieren, der Einzelhandel sattelt vermehrt auf Multi-Channel- Vertriebswege um.

Allein im zweiten Quartal haben wir europaweit zwölf Deals in einer Größenordnung von jeweils über 50.000 Quadratmetern registriert und über zwanzig von 20.000 bis 50.000 Quadratmetern, etwa in Großbritannien und Deutschland, auch Frankreich, Polen und Russland“, erklärt Paul Betts, Leiter Logistics & Industrial EMEA bei Jones Lang LaSalle.

Der Trend zu größeren Flächen werde auch in der zweiten Jahreshälfte anhalten. Gleichzeitig gebe es auch verstärkt eine Nachfrage nach sogenannten  “cross-docking”-Flächen in der Nähe größerer Städte zur Unterstützung der zunehmenden Paketsendungen.

Großbritannien wächst am stärksten

Den stärksten Zuwachs weist Großbritannien mit einem Umsatz auf, der sich im zweiten Quartal verdreifachte und zu einem Halbjahresergebnis von ca. 915.000 Quadratmetern führte. Der konjunkturelle Aufschwung scheint hier Fuß zu fassen, mit einer starken Nachfrage des Einzelhandels.

In Frankreich und Russland konnte eine Verdoppelung des Volumens im zweiten Quartal nicht dazu führen, die Halbjahreszahlen des Vorjahres zu übertreffen. Der Umsatz in Deutschland, dem historisch führenden Logistikstandort Europas, lag in beiden Quartalen über eine Million Quadratmeter und kam damit nach sechs Monaten auf ein Volumen, das immerhin rund 40 Prozent des europäischen Gesamtumsatzes ausmacht.

Neue Projektentwicklungen

Im zweiten Quartal wurden neue Projektentwicklungen in einer Größenordnung von 2,1 Millionen Quadratmetern in Angriff genommen, sodass sich Ende Juni fast sieben Millionen Quadratmeter an neuen Flächen im Bau befinden, 35 Prozent mehr als vor einem Jahr und nahezu komplett vorvermietet.

„Die Projektentwicklungen haben ein Niveau erreicht, wie wir es zuletzt während der Boom-Jahre 2007/2008 beobachtet haben. Spekulativ bauen werden Projektentwickler auch im zweiten Halbjahr nur in seltenen Fällen, und wenn dann in Märkten wie Großbritannien und Deutschland.

Auch wenn die Nutzernachfrage nach Logistikflächen weiter steigen wird, bleiben Projektentwickler im Gros sehr zurückhaltend“, so Alexandra Tornow, EMEA Logistics & Industrial Research, Jones Lang LaSalle. (mh)

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