Anzeige
17. Januar 2013, 12:54
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wohninvestments: Ende der Preisspirale in Sicht

Der deutsche Wohninvestmentmarkt hat sich 2012 in einem schwierigen internationalen Umfeld behauptet. Der Ruf des sicheren Hafens wird auch 2013 bleiben. Allerdings zeichnet sich ab, dass trotz guter Nachfrage, ein “weiter so” der Preisentwicklung immer unwahrscheinlicher wird. Gastkommentar von Markus Schmidt, Aengevelt Immobilien

Markus-Schmidt-Aengevelt-Immobilien-253x300 in Wohninvestments: Ende der Preisspirale in Sicht

Markus Schmidt, Aengevelt Immobilien

Wohnimmobilien beziehungsweise Mehrfamilienhäuser werden 2013 gefragt bleiben. Das ist das Ergebnis der aktuellen AWI-Winterbefragung (AENGEVELT-Wohninvestment-Index). Rund 200 Experten und Expertinnen aus der Wohnimmobilienwirtschaft gaben dazu in ihre Einschätzung ab, darunter Banken, Immobiliendienstleister, institutionelle wie private Investoren, öffentlich und private Wohnungsunternehmen und Wohnungsbaugenossenschaften. Insgesamt hat der AWI erstmals seit Sommer 2009 allerdings rückläufige Werten aufgezeigt.

Etwa die Hälfte der Befragten rechnen weiter mit einer zunehmenden Wohninvestmentfrage. Dies gilt bei isolierter Betrachtung der Lagen besonders für die guten Lagen. In besten Lagen kommt es dabei vereinzelt zu leichten Preisübertreibungen, eine generelle Preisblase ist aber nicht beobachten, zumal die Experten und Expertinnen nach der aktuellen Befragung die Investmentnachfrage künftig zwar immer noch optimistisch, aber deutlich verhaltener bewerten als dies im Herbst 2012 noch der Fall war.

Ein „weiter so“ wird immer unwahrscheinlicher

Sicherlich bleibt der Wohnungsmarkt in Folge der geringen Neubautätigkeit aus Sicht der Nutzer (Wohnungsnachfrager) angespannt, so dass das Mietpreisniveau insbesondere in den Wachstumskernen auch zukünftig steigen wird. Fraglich ist indessen, ob die Kaufpreise für Wohninvestments (Einstiegsfaktoren) wie in der jüngsten Vergangenheit weiter anziehen. Hier zeichnet sich eher eine Seitwärtsbewegung respektive sogar ein leichtes Nachgeben ab. Besonders für den “handelsorientierten” Investor stellt sich die Frage: Wohin geht die Reise?

Der isolierte, das heißt nach Lagen differenzierte AII-Indizes (Investmentsubindex) ist jedenfalls gesunken und zwar über alle Lagequalitäten hinweg. Allerdings ist bei einem einmaligen Rückgang der Indexwerte noch nicht von einem Einbruch auszugehen. Dennoch mehren sich die Anzeichen, dass ein Ende der Preisspirale erreicht ist. Manche Investoren weichen bereits auf B-Standorte beziehungsweise B-Städte aus.

AWI-Wohninvestment-Index-Winter-12-13 in Wohninvestments: Ende der Preisspirale in Sicht

Zum ersten Mal seit 2009 gab der AWI nach – Zeit zum Umdenken?

Eine gute Investition zeichnet sich dadurch aus, dass sie künftige Entwicklungen antizipiert. So wird der Schlüssel des Erfolgs 2013 möglicherweise darin bestehen, dem Markt einen Schritt voraus zu sein. Die meisten Bestandhalter sollten entsprechend ihre Wohnimmobilienbestände kritisch überprüfen, die Hochpreisphase nutzen und den Verkauf einzelner Objekte in Betracht ziehen, um so ihr Portfolio zu optimieren. Beim Re-Investment lohnt dann durchaus auch ein Blick auf andere Asset- und Risiko-Klassen wie zum Beispiel Fachmärkte, Value-add-Produkte et cetera. Denn abseits von Core gibt es im gewerblichen Segment vielerorts noch “wahre Schnäppchen” und vor allem höhere Verfügbarkeiten. Dies gilt umso mehr, sollte die Inflation anziehen. Hier bieten gewerbliche Mietverhältnisse, deren Mietzins üblicherweise an Preisindizes gekoppelt ist, oftmals bessere Ausgleichs- und Anpassungsmöglichkeiten. Im Wohnsegment sind die Erhöhungsspielräume – selbst ohne unsinnige Begrenzungsmöglichkeiten – deutlich eingeschränkter.

Der Autor Markus Schmidt ist Leiter Research beim Maklerhaus und Dienstleister Aengevelt Immobilien GmbH & Co. KG.

Hintergrund: Der Aengevelt-Wohninvestment-Index AWI wurde 2008 von dem Maklerhaus entwickelt. Er erfasst regelmäßig (jedes Quartal) die Einschätzungen von Experten aus allen Bereichen der Wohnungswirtschaft zu Markt­stimmungen und -entwicklungen. Die Umfrageteilnehmer repräsentieren eigenen Angaben zufolge in Summe eine hohe sechsstellige Anzahl von Wohneinheiten in allen Teilen Deutschlands repräsentieren. Der AWI ist ein Komposit-Index und berücksichtigt einerseits die zu­künftige Entwicklung der Nachfrage nach Mietwohnungen, des Miet­wohnungsangebotes, der Wohnungsleerstände und der Wohnungs­mieten sowie andererseits Einschätzungen zur zukünftigen Angebots-, Nachfrage- und Kaufpreis-Entwicklung im Wohninvestment­segment. (te)

Foto: Aengevelt Immobilien 

 

 

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 5/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Europäische Aktien – Schwellenländer – digitaler Wandel – Neue Vertriebsregeln

Ab dem 27. April im Handel.

Rendite+ 1/2017 "Sachwertanlagen"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Hitliste der Produktanbieter – Top Five der Segmente – Immobilienmarkt

Versicherungen

Volkswohl Bund: Bläsing wird Nachfolger von Dr. Maas

Beim Dortmunder Versicherer Volkswohl Bund gibt es einen Wechsel in der Führungsspitze. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Joachim Maas geht Ende April 2017 nach über 37 Jahren Tätigkeit in den Ruhestand. Mit Wirkung zum 1. Mai 2017 wird Dietmar Bläsing neuer Sprecher der Vorstände der Volkswohl Bund Versicherungen. 

mehr ...

Immobilien

Investitionen in Immobilien: Die globalen Trends

Das globale Investitionsvolumen in Immobilien wird 2017 trotz Angebotsmangels weiter steigen. Dadurch werden die Preise mittelfristig stabil bleiben. Cushman & Wakefield erwarten für das kommende Jahr mehr Dynamik.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Bank holt Citigroup-Manager Moltke in den Vorstand

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank hat James von Moltke (48) zum neuen Finanzvorstand ernannt. Er war bisher Treasurer der amerikanischen Bank Citigroup und soll seinen Posten bei der Deutschen Bank im Juli dieses Jahres antreten.

mehr ...

Berater

Deutscher Bankenrettungsfonds schließt 2016 mit Gewinn ab

Der im Zuge der Finanzmarktkrise im Jahr 2008 geschaffene Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS), der von der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) verwaltet wird, schließt das Geschäftsjahr 2016 mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 98,6 Millionen Euro ab.

mehr ...

Sachwertanlagen

HTB Gruppe bringt weiteren Immobilien-Zweitmarktfonds

Die Bremer HTB Gruppe startet ab sofort mit dem Vertrieb des neuen Immobilien-Zweitmarktfonds “HTB 8. Immobilien Portfolio”. Der alternative Investmentfonds (AIF) ist bereits der siebte Publikums-AIF von HTB.

mehr ...

Recht

ZIA fordert bei Crowdinvesting stärkeren Verbraucherschutz

Der ZIA bemängelt, dass Crowdinvesting durch die bisherige Regulierung privilegiert ist, auf Kosten des Verbraucherschutzes. Der Ausschuss fordert unter anderem eine Prospektpflicht. Diese Forderungen widersprechen den Ansichten des Bundesverband Crowdfunding.

mehr ...