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“Ein Baustein privater Altersvorsorge”

Bausparen ist in Deutschland ein moderner Klassiker. Cash. sprach mit Dr. Jörg Koschate, Generalbevollmächtigter der im niedersächsischen Hameln ansässigen BHW Bausparkasse, über Produkte und Vertriebswege.

“Wer effizient sparen möchte, ist gut beraten, in Wohnraum zu investieren – egal, ob er selbst darin lebt, oder als Kapitalanlage.”

Cash.: Wie hat sich das Bausparvolumen insgesamt und bei Ihnen im Haus im vergangenen Jahr entwickelt?

Koschate: Im vergangenen Jahr legten die Deutschen insgesamt rund 29,5 Milliarden Euro bei den Bausparkassen [1] an, so viel wie noch nie zuvor. Die Attraktivität des Produktes zeigt sich auch in diesem Jahr, auch wenn die Branche die Ausnahmezahlen des letzten Jahres wohl nicht erreichen wird. Die BHW Bausparkasse blickt auf ein insgesamt stabiles erstes Halbjahr 2014 mit einem Neugeschäftsvolumen im Bausparen [2] von 5,4 Milliarden Euro zurück. Im Vergleich zum Vorjahr konnten wir unseren Marktanteil sogar ausbauen.

Bremsen die Folgen der Finanzkrise das Wachstum der deutschen Bausparbranche überhaupt noch?

Die Auswirkungen der Finanz- und Schuldenkrise [3] sind in Europa noch immer zu spüren. Insgesamt hat sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland aber aufgehellt. Die Arbeitslosenquote ist so niedrig wie lange nicht. Die Unternehmensgewinne sind deutlich gestiegen.

Die positive Neugeschäftsentwicklung des Bausparens lässt sich dabei auch auf die Finanzkrisen der letzten Jahre zurückführen. Verunsicherte Anleger vertrauen weiterhin und zunehmend auf solide Sachwerte wie Immobilien.

Welche Rolle spielen Immobilien bei der privaten Altersvorsorge [4]?

Angesichts sinkender staatlicher Renten ist die eigene Immobilie ein wichtiger Baustein der privaten Altersvorsorge. So hat beispielsweise Stiftung Warentest errechnet, dass der Vermögensvorteil eines Immobilienkäufers [5] nach 30 Jahren rund 100.000 Euro über dem eines Mieters liegt, wenn beide dasselbe Startkapital von 50.000 Euro hatten – nur dass der eine Anleger eine Eigentumswohnung über 180.000 Euro plus Nebenkosten finanzierte und der andere sein Geld zu 3,5 Prozent anlegte.

Das Statistische Bundesamt hat Mieter- und Eigentümer-Haushalte verglichen und festgestellt, dass unter Berücksichtigung aller Faktoren Mieter im Alter im Schnitt 415 Euro pro Monat weniger zur Verfügung haben als Eigentümer. Das spricht für sich. Wer also effizient sparen möchte, ist gut beraten, in Wohnraum [6] zu investieren – egal, ob er nun selbst darin lebt, oder als Kapitalanlage. Und der Königsweg in die eigenen vier Wände ist und bleibt ein Bausparvertrag. Hier sind gute Beratung und die passenden Instrumente gefragt.

 

Seite zwei: “Bausparen lohnt sich gerade jetzt” [7]

Welche Zinsentwicklung erwarten Sie für die kommenden Jahre?

Die letzte Leitzinssenkung deutet darauf hin, dass es kurz- oder mittelfristig nicht zu gravierenden Änderungen des Zinsniveaus [8] kommen wird. Wenn unsere Vertriebspartner nun von ihren Kunden gefragt werden, ob sich Bausparen angesichts dieser Marktbedingungen denn überhaupt noch lohne, ist die Antwort eindeutig: Gerade jetzt lohnt es sich. Der Zweck des Bausparens [8] liegt nämlich nicht nur darin, hohe Guthabenverzinsungen zu erzielen.

Er liegt auch darin, sich die aktuell niedrigen Darlehenszinsen für die Zukunft zu sichern. Genau das macht den eigentlichen Reiz aus. Der Bausparvertrag bietet als Zinssicherungsinstrument einen enormen Produktmehrwert. Der kluge Bausparer braucht damit steigende Zinsen und Unwägbarkeiten des Finanzmarktes nicht zu fürchten. Wird eine Immobilienfinanzierung [9] mit einem Bausparvertrag kombiniert, lässt sich das Zinsniveau bis zur letzten Rate festschreiben – auch wenn diese erst in ferner Zukunft fällig wird.

Das macht die Lebensplanung unserer Kunden kalkulierbar. Ein Bausparvertrag bietet Vorteile, die es in dieser Form bei keinem anderen Finanzprodukt gibt. Dazu zählen das jederzeitige und entschädigungsfreie Sondertilgungsrecht, die Nachrangigkeit des Darlehens und die Festzinsgarantie.

Die BHW Bausparkasse hat im laufenden Geschäftsjahr eine Produktoffensive gestartet. Welchen Mehrwert bieten die neuen Produkte Vermittlern und Maklern?

Im Mittelpunkt der neuen Produktgeneration stehen die zwei Elemente, die das Bausparen in Deutschland so erfolgreich gemacht haben: sicheres Sparen, um die Basis für eine solide Baufinanzierung [10] zu schaffen und günstiges Finanzieren, um den Traum von den eigenen vier Wänden schnell und zinsgünstig zu verwirklichen – verbunden mit der notwendigen Flexibilität, um auf Veränderungen von Kundenwünschen reagieren zu können.

Für unsere Partner und Vermittler bedeutet dies, dass sie ihren Kunden beispielsweise mit einem unserer Finanzierungstarife Darlehen ab einem Sollzins in Höhe von einem Prozent anbieten können. Das Angebot beinhaltet staatliche Förderungen wie die Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage oder dem immer wichtiger werdenden Wohn- Riester.

Warum wird das Wohn-Riester [11]-Konzept Ihrer Ansicht nach immer relevanter für Bausparer?

Im Vergleich der Riester-Produkte [12] liefert die Eigenheimrente zweifellos die nachhaltigste Performance. Denn der Wohn-Riester unterstützt die für die Deutschen wichtigste Säule der privaten Altersvorsorge: die schuldenfreie Immobilie. Das Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz hat die Nutzbarkeit der Förderung erweitert und die Beratung vereinfacht.

Durch die hohen Zulagen gewinnt der Wohn-Riester [13] gerade in der jetzigen Niedrigzinsphase weiter an Attraktivität. Rund 60 Prozent der deutschlandweit neu abgeschlossenen Riester-Verträge sind inzwischen Wohn-Riester-Verträge. Bei BHW liegt der Anteil am Neugeschäft bei gut zehn Prozent.

 

Seite drei: Bausparen wird Nutznießer der bevorstehenden Renovierungswelle sein” [14]

Lohnt es sich, sich als Immobilieneigentümer mithilfe eines Bausparvertrags auf die energetische Sanierung des Eigenheims vorzubereiten?

Der Aufwand für eine energetische Sanierung lohnt sich sowohl für Immobilieneigentümer [15] als auch für die Umwelt. Energiekosten lassen sich dauerhaft und verlässlich senken und Investitionen werden schon nach relativ kur- zer Zeit wieder ausgeglichen. Eigentümer machen sich so weitgehend unabhängig von den Energiepreisen, die in den letzten Jahren immer neue Höchststände erreicht haben.

Berechnungen haben ergeben, dass die durchschnittliche jährliche Kostenersparnis für eine neue Heizungsanlage bei annähernd 1.100 Euro liegt. Energetische Sanierungsmaßnahmen [16] kommen dabei nicht nur dem Eigentümer und der Umwelt zugute, sondern auch dem Handwerk und der Wirtschaft vor Ort, die typischerweise diese Aufgaben übernehmen. Ich bin davon überzeugt, dass das Bausparen ein Nutznießer der bevorstehenden Renovierungswelle in Deutschland sein wird.

Welche Rolle spielen energetische Sanierungen derzeit im Bauspar-Geschäftsfeld?

Immer mehr Kunden nutzen Bausparverträge für energetische Sanierungen [17]. In der energetischen Sanierung von Wohnimmobilien schlummern deshalb für unsere Partner, Vermittler und freie Makler große Chancen. Die Bundesregierung will den Energiebedarf von Wohngebäuden bis zum Jahr 2050 um mindestens 80 Prozent senken. Die erforderliche Sanierungsrate liegt derzeit unter einem Prozent, erforderlich wären zwei Prozent. 85 Prozent des Wohnungsbestands sind älter als 20 Jahre.

Welche Vertriebswege nutzt die BHW Bausparkasse, um Produkte am Markt zu platzieren?

Über die Postbank-Vertriebswege verfügt BHW über einen sehr breiten Marktzugang und kann nahezu alle Kundengruppen erreichen. Zudem hat sich unser Haus durch die Zusammenarbeit mit Finanzdienstleistern, Versicherern, Bankinstituten und einem bundesweiten Maklernetzwerk einen zusätzlichen Vertriebskanal erschlossen. Jedem Kooperationspartner stehen dabei feste persönliche Betreuer zur Seite.

Zudem gibt es ein Partner- Service-Center und regionale Direktionen. Darüber hinaus arbeitet die BHW Bausparkasse eng mit der Deutschen Bank Bauspar AG zusammen. Beide Bausparkassen treten seit Anfang des Jahres als ein gemeinsames Geschäftsfeld Bausparen im Privatkundensegment des Deutschen Bank Konzerns [18] und unter der einheitlichen Marke BHW auf. Unseren Kunden steht damit die schon genannte neue und von beiden Häusern gemeinsam entwickelte Produktwelt zur Verfügung: in den Vertriebskanälen der Postbank [19] sowie im bundesweiten Filialnetz der Deutschen Bank.

Interview: Sarah Steiner

Foto: Jörn Wolter / Postbank