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Europäische Investoren wollen Engagement in 2015 ausbauen

Das Investment in europäische Immobilien steht bei institutionellen Investoren derzeit hoch im Kurs. Einer Umfrage von Colliers International zufolge wollen mehr als drei Viertel von ihnen ihr Engagement im Jahr 2015 ausweiten – vermehrt auch in Deutschland.

Skyline von Frankfurt: Deutsche Metropolen liegen auf der Beliebtheitsskala der Investoren weit vorn.

Nach Angaben des Beratungsunternehmens Colliers International ist für das kommende Jahr ein starker Anstieg der Immobilieninvestments zu erwarten.

Die Umfrage “Global Investor Sentiment Survey 2015” zeige, dass insgesamt 78 Prozent der in der Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) ansässigen Investoren ihr Engagement ausbauen wollen, was einem Plus von 17 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr entspreche. Darüber hinaus planten auch 67 Prozent der Investoren von außerhalb Europas, ihre Immobilienportfolios zu erweitern.

An der Befragung nahmen den Angaben zufolge über 600 Investoren weltweit teil, angefangen bei staatlichen Investitionsfonds bis hin zu Private-Equity-Gesellschaften aus den USA, Kanada, Lateinamerika, Asien, Australien, Europa und dem Nahen Osten.

Investoren werden risikobereiter

So gaben etwa 30 Prozent der asiatischen und 28 Prozent der US-amerikanischen Investoren an, Interesse an Investitionen in der EMEA-Region zu haben. Darüber hinaus planen 71 Prozent der kanadischen Umfrageteilnehmer in den kommenden zwölf Monaten Investitionen in Europa.

Insgesamt 66 Prozent der EMEA-Investoren wollen der Untersuchung zufolge künftig mehr Risikobereitschaft zeigen (Vorjahreswert: 33 Prozent), um höhere Renditen zu erzielen.

“Unsere Untersuchung zeigt, dass das niedrige Zinsumfeld zu einer Attraktivitätssteigerung von Immobilien als Assetklasse weltweit geführt hat und das globale Kapital auf ein beispielloses Niveau angewachsen ist”, kommentiert Ignaz Trombello, Head of Investment bei Colliers International Deutschland. “Insbesondere bei europäischen institutionellen Investoren zeichnet sich eine wieder größer werdende Wettbewerbsfähigkeit auf den Core-Märkten ab, die in den vergangenen Jahren eher von asiatischen und nordamerikanischen Investoren dominiert wurden. Im Zuge dessen erwarten wir für das Jahr 2015 eine Expansion sowohl in deren jeweiligen Heimatländern als auch darüber hinaus.”

Seite 2: Hohes Interesse an deutschen Standorten [1]

Im Hinblick auf die Investitionsziele der internationalen Kapitalströme in EMEA zeichnet sich laut Colliers International ein Wandel ab. Investoren aus Asien fokussierten sich nicht mehr ausschließlich auf London als Eintrittsmarkt in Europa, sondern auch auf europäische A-Standorte wie München, Frankfurt, Paris, Madrid und Rom.

Die Beurteilung der Investitionsbedingungen in Europa fällt laut Colliers jedoch aufgrund der politischen Unsicherheiten teilweise auch weniger positiv aus, insbesondere infolge der Entwicklungen in der Ukraine und Russland. So erwarte eine Mehrheit von 52 Prozent trotz des aktiven Investoreninteresses 2014 in den Ländern der CEE-Region – unabhängig vom hohen Investitionsvolumen in Polen und Tschechien – eine Verschlechterung der Investitionsbedingungen. Dennoch würden B-Märkte wie Ungarn, Rumänien und Serbien das Investitionsvolumen von 2013 ebenfalls übertreffen und sich auch 2015 weiter positiv entwickeln.

„Das Gesamtinvestitionsvolumen in EMEA belief sich Ende des dritten Quartal 2014 auf 128 Milliarden Euro, was einer Steigerung um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Wir erwarten ein starkes viertes Quartal 2014 und ein im Jahr 2015 weiter steigendes Investitionsvolumen“, so Trombello. (bk)

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