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Aufschwung am Gewerbeimmobilienmarkt

Nach Angaben von Jones Lang LaSalle (JLL), Frankfurt am Main, erhöhte sich das Transaktionsvolumen auf dem deutschen Gewerbeimmobilienmarkt im ersten Halbjahr 2014 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 29 Prozent. Grund dafür seien die aktuell günstigen Finanzierungsbedingungen. Die niedrigen Leitzinsen machen Betongold günstig und befeuern die Diskussion rund um eine deutsche Immobilienblase.

Deutsche Gewerbeimmobilien stehen derzeit in der Gunst der Anleger.

Laut JLL [1] wurde am deutschen Gewerbeimmobilienmarkt für die Monate April bis Juni 2014 ein Transaktionsvolumen in Höhe von 6,9 Milliarden Euro registriert. Das Halbjahresvolumen summierte sich damit auf insgesamt 16,9 Milliarden Euro.

Nebst dem attraktiven Finanzierungsbedingungen sei die weiterhin enorm hohe Nachfrage internationaler Anleger nach deutschen Immobilien für das gute Ergebnis ausschlaggebend gewesen.

Leitzins als Wachstumsmotor

“Aus Immobiliensicht verstärkt die erneute Senkung des Hauptfinanzierungssatzes durch die Europäische Zentralbank auf 0,15 Prozent das Transaktionsgeschehen in Deutschland und wirkt als Triebfeder für ein erhöhtes Engagement in die Assetklasse Immobilie”, erklärt Timo Tschammler, Mitglied im Management Board bei JLL Germany.

Angesichts dieser Entwicklung gibt es Stimmen, die vor einer Immobilienblase warnen. Laut Dr. Reiner Braun, Vorstand des Berliner Researchinstituts Empirica AG, weisen in erster Linie spekulativer Wohnungsbau und eine steigende Kreditaufnahme auf eine Blase [2] hin. Kommt es zu einem Nachfrageeinbruch, fallen die Preise am Immobilienmarkt. Die Blase würde Platzen.

Blasengefahr am deutschen Markt

Dr. Frank Pörschke, CEO bei JLL Germany, hat die Gefahr erkannt:  “Vor dem Hintergrund eines stetig wachsenden Investitionsbedarfs durch einheimische und globale Kapitalsammelstellen, gepaart mit diesem weiterhin niedrigen Zinsniveau, ist auch die Frage nach Überhitzungstendenzen naheliegend.”

Aufgrund der stabilen Fundamentaldaten und der positiven Konjunkturaussichten sei aktuell allerdings keine Blase zu erkennen, so Pörschke weiter.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mahnt hingegen zur Vorsicht. Es gebe aufgrund des aktuell sehr niedrigen Zinsniveaus und der niedrigen Infraltionsrate Anzeichen für Entwicklungen, die gefährlich seien.

Regionale Marktüberhitzung

Tatsächlich scheinen die Preise in einigen Regionen Deutschlands derzeit etwas überhitzt zu sein. Davon sollte aber nicht auf den Gesamtmarkt geschlossen werden.

Braun kommt im Empirica-Blasenindex für das erste Quartal 2014 zu dem Schluss, dass der Anstieg der Immobilienpreise weiterhin ungefährlich ist.

Mieten, Preise und Einkommen steigen demnach vielerorts weiter im Gleichklang und es drohe weder ein Überangebot an Wohnungen noch eine Aufblähung des Volumens an Wohnungsbaukrediten.

Kritisch sei die Lage derzeit lediglich in Großstädten wie Hamburg [3], München und Frankfurt am Main. (st)

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