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Immobilienaktien: Warten auf den Durchbruch

Immobilienaktien und REITs buhlen in Deutschland um die Gunst der Anleger. Trotz guter Ergebnisse fehlen sie noch häufig in den Depots. Cash. beleuchtet die derzeitige Marktsituation.

Alternativ können Immobilienaktien als Direktinvestment oder Anteile an offenen Immobilienfonds oder REITs erworben werden.

Auf der Jagd nach Renditen investieren deutsche Anleger aktuell viel Geld in Immobilien [1]. Das niedrige Zinsniveau ist verlockend, Betongold kann zu günstigen Bedingungen finanziert werden.

Direktanlagen in Deutschland beliebt

Direktanlagen sind in Deutschland besonders beliebt, verlangen aber ein hohes Investitionsvolumen. Alternativ können Immobilienaktien [2] als Direktinvestment oder Anteile an offenen Immobilienfonds oder REITs erworben werden.

REITs sind spezielle Immobilienaktiengesellschaften, die je nach Auflageland besondere gesetzliche Rahmenbedingungen erfüllen müssen, um am Markt zugelassen zu werden. Das Management muss einen gesetzlich festgeschriebenen Teil der Gewinne als Dividende an die Aktionäre ausschütten.

Hierzulande dürfen die Offerten erst seit 2007 aufgelegt werden. Sie gelten daher als noch nicht etabliert, Investitionen in das Segment lohnen sich dennoch. Die aktuell existierenden Offerten Alstria Office REIT AG, Fair Value REIT AG und Hamborner REIT AG steigerten ihre an der Börse Frankfurt gelisteten Kurse in den vergangenen zwölf Monaten um rund 13,6; 24,1 und 12,5 Prozent.

Steuerliche Vorteile für REITs

Nach Einschätzung von Maik Rissel, Immobilienchef des Hamburger Bankhauses Marcard, Stein & Co, lassen sich die Zuwächse vor allem mit steuerlichen Aspekten begründen. “REITs unterliegen hierzulande weder der Gewerbesteuer noch der Körperschaftssteuer. Hinzu kommt eine für den Anleger attraktive Gewinnausschüttungsquote von 80 bis 90 Prozent”, erklärt Rissel.

Die aktuelle Bewertung sei nicht überhöht, sondern eher normal bis günstig einzuschätzen. Insbesondere auf kurze Sicht böten REITs weitere Kurschancen. Mit dem Volumenzuwachs deutscher Immobilienaktien konnten die Anlagen allerdings nicht mithalten.

Seite zwei: Untergeordnete Rolle in Deutschland [3]

“REITs spielen auf dem deutschen Immobilienmarkt weiter eine untergeordnete Rolle. Während es Dutzende Immobilienaktiengesellschaften gibt, kann man REITs an einer Hand abzählen”, erklärt Helmut Kurz, Fondsmanager beim Stuttgarter Bankhaus Ellwanger & Geiger.

Im Segment der Immobilienaktiengesellschaften ist die in Hamburg ansässige Adler Real Estate AG aktuell besonders erfolgreich. Die Gesellschaft steigerte ihre Renditen im letzten Jahr um satte 195,2 Prozent und führt das Immobilienaktien-Ranking deutlich vor der Gateway Real Estate AG aus Frankfurt am Main an, deren Aktienkurs im letzten Jahr um 98,9 Prozent stieg.

“Erwartungen sind hoch”

Der Index Dimax, mit dem das Bankhaus Ellwanger & Geiger seit 1995 die Entwicklung des deutschen Sektors erfasst, spiegelt das Wachstum des Gesamtmarktes wider. Der Indexwert steigerte sich letztes Jahr um vier Prozent.

Die Entwicklung in der ersten Jahreshälfte 2014 stimmt ebenfalls zuversichtlich: der Index kletterte in den Monaten Januar bis Juni von 318 auf 370 Zählerpunkte (Stichtag: 13. Juni 2014).

“Die Kursentwicklung der Immobilienaktien zeigt, dass die Erwartungen hoch sind”, kommentiert Rissel. Unternehmen aus der Immobilienbranche konnten den Gesamtaktienmarkt deutlich überholen. “Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Immobilienaktien ist höher als das des breiten Marktes.” (st)

Lesen Sie den vollständigen Artikel in der neuen Cash.-Ausgabe 08/2014 [4].

Foto: Shutterstock