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Immobilienblase: Mittelgroße Städte in Gefahr

Deutschland droht laut dem Berliner Portal Immobilienscout24 keine landesweite Immobilienblase, doch einzelne Städte lassen eine leichte Überhitzung erkennen. Anders als oft vermutet seien Städte mittlerer Größe stärker in Gefahr als die Metropolen. Das zeigt der aktuelle Immobilienindex IMX.

In Spanien wurden vor Ausbruch der Krise zu viele Immobilien gebaut.

Das Thema “Immobilienblase” [1] wird derzeit oft diskutiert, auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble warnte kürzlich vor einer gefährlichen Entwicklung. Einen Hinweis darauf, wie groß die gefühlte Gefahr in Deutschland tatsächlich ist, gibt die Betrachtung der Immobilienpreise.

Wenn Kaufpreise über längere Zeit deutlich stärker steigen als die Mieten, spricht dies für eine Überhitzung des Marktes, da sich keine nachhaltigen Renditen erwirtschaften lassen.

Nach Angaben von Immobilienscout24 [2] bewegen sich Mieten und Kaufpreise für Bestandswohnungen im Bundesdurchschnitt parallel (jeweils plus 5,3 Prozentpunkte im Jahresvergleich).

Diese Daten belegen, dass der Immobilienmarkt in Deutschland gegenwärtig keinen flächendeckenden Trend in Richtung Immobilienblase erkennen lässt, so das Portal.

Hohe Kaufpreise in den Großstädten

In den deutschen Metropolen dagegen haben sich Eigentumswohnungen laut Immobilienscout24 zum Teil deutlich stärker verteuert als die Mieten. So stiegen in Berlin die Preise für Bestandswohnungen innerhalb eines Jahres um 15,6 Prozentpunkte, die Mieten um sieben Prozentpunkte.

Seite zwei: Mittelstädte stärker in Gefahr [3]

Eine isolierte Betrachtung der Preisentwicklung allein sei jedoch nicht aussagekräftig. “Es wäre ein Trugschluss, der Hauptstadt eine beginnende Preisblase zu attestieren”, betont Michael Kiefer [4], Chefanalyst bei Immobilienscout24.

“Denn es spielen noch weitere Faktoren eine entscheidende Rolle, darunter insbesondere die Entwicklung der Nachfrage. Da nicht abzusehen ist, dass das Interesse an Immobilien an der Spree nachlassen wird, kann man hier auch nicht von einer Blasenbildung sprechen.”

Mittelstädte stärker in Gefahr

Einige Städte mittlerer Größe, in denen keine stetig wachsende Nachfrage gesichert ist, sind Immobilienscout24 zufolge bezüglich einer regionalen Überhitzung eher gefährdet.

Die langfristige Analyse zeige: Kauf- und Mietpreise [5] klaffen vor allem in Regensburg, Freiburg und Erlangen weit auseinander, aber auch in Augsburg und Ingolstadt. Zudem fallen traditionell gut bürgerliche Mittelstädte wie Bonn, Münster, Mainz und Wiesbaden auf.

“Bei der Beobachtung der gefährdeten Immobilienmärkte sollte man die Aufmerksamkeit eher auf die Mittelstädte richten, da dort bereits jetzt vereinzelt höhere Preise bezahlt werden, als aus Renditesicht sinnvoll ist”, so Kiefer. Von einer großräumigen Gefahr einer Immobilienblase in Deutschland zu warnen, gehe aber deutlich zu weit. (st)

Foto: Shutterstock.com