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JLL: Immobiliennachfrage hält auch in 2015 an

Die Voraussetzungen für eine weitere Dynamik am deutschen Immobilienmarkt sind in 2015 gut, so das Beratungsunternehmen Jones Lang LaSalle (JLL). Vor allem das Interesse der Investoren werde weiter ansteigen.

Potsdamer Platz in Berlin: Der Ansturm der Investoren auf deutsche Gewerbeimmobilien wird sich in 2015 weiter verstärken.

Obwohl der Bürovermietungsumsatz in den Metropolen in 2015 voraussichtlich rückläufig sein werde, sei weiterhin mit einer hohen Nachfrage der Investoren [1] zu rechnen. Diese Einschätzung gab Jones Lang LaSalle (JLL) in seiner Jahrespressekonferenz im Dezember ab.

Demnach sei mit einem im vierten Jahr in Folge zurückgehenden Bürovermietungsumsatz in den sieben deutschen Immobilienhochburgen zu rechnen. “Allerdings dürfte nach einem Flächenumsatz von gut 2,8 Millionen Quadratmetern in 2014 im Jahr 2015 wieder eine drei vor dem Komma zu finden sein. Auch die Vermietungsaktivitäten im Einzelhandel sind außerhalb der Top-Lagen eher anspruchsvoll. Im Logistik-Bereich läuft es dagegen gut” erläuterte Dr. Frank Pörschke, CEO von Jones Lang LaSalle Deutschland.

Investitionsvolumen um ein Viertel gewachsen

Ganz anders stelle sich die Situation auf den Investment-Märkten dar: “Im fünften Jahr in Folge verzeichnen wir einen Anstieg der gewerblichen Investmentvolumina in Deutschland. 30,7 Milliarden Euro waren 2013 zu notieren, ein Anstieg um ein Viertel auf über 37 Milliarden Euro scheint für 2014 wahrscheinlich”, so Pörschke.

Der Run auf die gewerblichen Immobilienmärkte werde sich 2015 fortsetzen. JLL rechne mit Investmentvolumina auf einem mindestens ebenbürtigen Niveau wie 2014. Auch die Wohninvestmentmärkte [2] zeigten sich weiterhin sehr dynamisch, obwohl die Verkäufe großer Portfolien tendenziell eher abnehmen würden, abgesehen von Corporate-Transaktionen wie der Übernahme der Gagfah durch die Deutsche Annington.

Seite 2: Run ausländischer Investoren [3]

Hervorzuheben ist laut JLL die zunehmende Internationalität der Investmentmärkte. Vordergründig sei diese Entwicklung noch nicht erkennbar. So habe der Anteil ausländischer Käufer in den ersten neun Monaten dieses Jahres mit 45 Prozent des Investmentvolumens im üblichen Bereich gelegen.

Blicke man allerdings nicht auf die abgeschlossenen Transaktionen sondern etwa auf das Volumen der Gebote für Büroimmobilien, steige der Anteil internationaler Investoren auf beachtliche 75 Prozent. Dies sei ein Indiz, dass der Anteil der Ausländer an den Käufen noch steigen werde. Asiatische und insbesondere chinesische Investoren [4] würden zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Anlagestrategien lockern sich

Der noch vor einem Jahr fast ausschließlich auf Top-Immobilien an Top-Standorten gerichtete Anlagefokus der Investoren hat sich laut JLL etwas gelockert. “Immer mehr Käufer sind bereit, in Immobilien von etwas niedrigerer Qualität oder an etwas weniger zentralen Standorten in den großen Städten sowie in kleineren Städten zu investieren”, so Pörschke. Auch der Anteil an Portfoliotransaktionen habe zugenommen.

Ausgesprochen groß ist laut JLL zudem das Interesse an Projektentwicklungen. Dort herrsche erheblicher Wettbewerb zwischen Bietern – nicht nur im Wohnbereich, sondern auch bei gewerblichen Bauvorhaben.

“Wenn keines der großen geopolitischen Risiken eintritt, wird auch 2015 ein erfreuliches Immobilienjahr. Nach unserer Einschätzung werden sich die Vermietungsmärkte stabil entwickeln. Vor allen Dingen aber wird der strukturell steigende Anlagebedarf die Immobilieninvestmentmärkte weiter beeinflussen”, bilanzierte Pörschke. (bk)

Foto: Shutterstock