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Mietentwicklung: Berlin und Wolfsburg mit höchsten Zuwächsen

Das Mietniveau in Deutschland steigt – allerdings sind die Tendenzen regional stark unterschiedlich. Während in einigen Hot-Spots Preisobergrenzen erreicht sind, klettern andernorts die Mieten noch überproportional. Dies ist ein Ergebnis des “Immobilienreport 2014” von Immobilienscout24 [1].

Während sich der Mietanstieg in einigen Metropolen abschwächt, sind in Berlin laut Immobilienscout24 weiter hohe Zuwächse zu erwarten.

Nicht nur in den Metropolen ist das Mietniveau in die Höhe geschnellt, auch viele Standorte der zweiten Reihe weisen deutliche Zuwächse auf. Gleichzeitig stagnieren die Mieten in strukturschwachen Regionen, so der Immobilienreport 2014.

Deutschlandweit sind die Neuvertragsmieten in den letzten fünf Jahren nach den Ergebnissen der Untersuchung im Schnitt um rund 15 Prozent gestiegen.

Höchstes Plus in Wolfsburg

Die stärksten Zuwächse gab es in Wolfsburg mit über 40 Prozent, gefolgt von Berlin (30,8 Prozent) und Ingolstadt (28,9 Prozent). Das aktuelle Preisniveau in diesen Städten liegt den Angaben zufolge im Schnitt nahe der Acht-Euro-Marke. So bezahlen Neumieter in Berlin derzeit durchschnittlich 7,70 Euro, in Wolfsburg 8,20 Euro und in Ingolstadt 8,77 Euro pro Quadratmeter. Für den Immobilienreport wurden über eine Million Immobilienangebote ausgewertet, die in den letzten zwölf Monaten auf dem Portal angeboten wurden.

Dem stehen nach Aussage von Immobilienscout24 Großstädte gegenüber, in denen der Mietpreisanstieg nicht einmal den Inflationsausgleich decke, etwa im und um das Ruhrgebiet. So seien etwa in Wuppertal, Hagen und Remscheid im selben Zeitraum die Angebotsmieten nur um rund vier Prozent gestiegen. Aber auch in Chemnitz (5,1 Prozent) hätten sich die Mieten nur sehr schwach entwickelt. Vom Mietniveau her liegen diese Städte den Angaben zufolge zwischen 5,05 Euro pro Quadratmeter in Chemnitz und 6,11 Euro in Remscheid.

„Die Mieten steigen derzeit vor allem dort, wo ein moderates Preisniveau auf sehr positive Rahmenbedingungen trifft. Das ist neben einigen Automobilstandorten und Universitätsstädten vor allem auch die Bundeshauptstadt“, erklärt Michael Kiefer, Chefanalyst bei Immobilienscout24. Für andere Metropolregionen erwartet Kiefer dagegen eine verhaltene Entwicklung: „In vielen anderen Metropolen werden aufgrund des sehr hohen Preisniveaus hingegen erste Preisobergrenzen erreicht.“

Seite 2: Berlin weiter im Aufwärtstrend [2]

Auf Basis einer Fortschreibung der aktuell vorliegenden Daten sei unter anderem in der Bundeshauptstadt im kommenden Jahr mit einem weiteren hohen Anstieg der Neuvertragsmieten zu rechnen. So kommt die aktuelle Prognose der ImmobilienScout24-Daten zu einem fast fünfprozentigen Anstieg in 2015.

„Berlin ist für viele Menschen aus dem In- und Ausland hoch attraktiv. Dem starken Zuzug steht ein stagnierendes Angebot an Mietobjekten gegenüber. Das führt zu enormem Preisdruck“, erklärt Kiefer.

Anstieg in Hamburg und Köln schwächt sich ab

Weniger Mietwachstum wird hingegen für andere Metropolen wie Hamburg oder Köln prognostiziert. Nach den vorliegenden Daten sei an der Alster und am Rhein nur mit einem Anstieg von 1,5 und 1,62 Prozent zu rechen. Ursächlich dafür seien das bereits vergleichsweise hohe Preisniveau sowie das geringere Bevölkerungswachstum in beiden Metropolen, was nur wenig Spielraum für weitere Erhöhungen lasse, so Kiefer.

Markt in Berlin zieht weiter an

Wer derzeit in die Hauptstadt zieht, treffe auf ein Objektangebot, dessen Preisspanne im Schnitt von 5,25 Euro bis elf Euro pro Quadratmeter reiche. Teuerstes Viertel ist der Bezirk Grunewald mit elf Euro pro Quadratmeter. Am günstigen werden Mietwohnungen laut Immobilienscout24 derzeit in Wartenberg (5,25 Euro) im Nordosten der Stadt angeboten.

Bei der Entwicklung der Mieten zeige sich, dass das Niveau vor allem in den innerstädtischen Bezirken zulege. Spitzenreiter ist Neukölln, das sich zum In-Viertel entwickelt habe. In dem ehemaligen Arbeiterbezirk haben die Mieten laut Immobilienscout24 in den letzten fünf Jahren um 54,5 Prozent zugelegt. Aber auch in Kreuzberg (plus 44 Prozent), Treptow (44 Prozent) und Friedrichshain (42,2 Prozent) seien die Angebotsmieten überdurchschnittlich stark angestiegen. (bk)

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