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Studie: Die Mietpreisbremse wirkt

Der Mietdeckel wird in Städten wie Berlin und Köln nicht nur wenige, begehrte Stadtteile betreffen, sondern auf breiter Front wirken. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die Immobilienscout24 [1], Berlin, unterstützt hat. Die Verfasser der Studie warnen davor, dass die neue Regulierung viele Vermieter und Investoren verschreckt.

Altbauten in Berlin: Besonders Immobilien in guten Lagen sind vom Mietdeckel betroffen.

Die von der Bundesregierung geplante Mietpreisbremse [2] sieht vor, dass die Mieten bei Neuvermietungen nur maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen dürfen. Um zu erfahren, wie sich diese Gesetzesänderung auswirkt, haben die IW-Immobilienökonomen ein neues Analyseverfahren entwickelt.

Analyse von Inseraten

Dafür haben sie knapp 80.000 Inserate der Internetplattform Immobilienscout24 [1] für Mietwohnungen in Berlin und Köln ausgewertet und ermittelt, wie viele Vermietungen von Januar bis Juni 2014 von der Mietpreisbremse betroffen gewesen wären, wenn diese bereits gegolten hätte.

Das Ergebnis: In Berlin wären der Analyse zufolge vor allem Wohnungen [3] in guter Lage betroffen gewesen. In fast 72 Prozent der entsprechenden Inserate lagen die Neumieten bereits zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete. In Köln waren es mit fast 87 Prozent dagegen besonders Neuvermietungen in einfachen Lagen, für die die Mietpreisbremse gegolten hätte. Einfache, mittlere und gute Lagen zusammengerechnet, wären in Berlin 60 Prozent der Inserate unter die Mietpreisbremse gefallen, in Köln wären es 43 Prozent gewesen.

Mietdeckel wirkt auf breiter Front

Die Mietpreisbremse betrifft also nicht nur einige wenige Mietforderungen, die im Vergleich zum Gesamtmarkt tatsächlich überhöht sind, sondern wirkt zumindest in Berlin [4] und Köln großflächig, so das Ergebnis der Forscher. “Was viele Mieter zumindest kurzfristig freut, dürfte Vermieter und Investoren abschrecken. Denn für weite Teile des Marktes können sie ihre Mieteinnahmen über längere Zeit nicht nenneswert steigern”, glaubt IW-Forscher Michael Voigtländer.

Es sei davon auszugehen, dass Mietwohnungen zunehmend an Selbstnutze [5]r verkauft werden. “Der Mietmarkt wird kleiner und das Problem der Knappheit von Mietwohnungen verstärkt”, so Voigtländer. So werde die Mietpreisbremse zum Boomerang und wende sich langfristig gegen die Mieter. (st)

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