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Sylt im Wandel

Sylt entwickelt sich immer mehr zur Ganzjahresdestination. Dies zieht weitreichende Veränderungen sowohl im Einzelhandel als auch bezüglich der Wohnsituation mit sich – beide Märkte müssen sich verändern, um den modernen Ansprüchen gerecht zu werden.

Gastbeitrag von Lothar Schubert, DC Commercial

Die Wandlung des beliebten Urlaubsziels zieht neben notwendigen Anpassungen im Einzelhandel auch Veränderungen auf dem Wohnungsmarkt nach sich.

Laut einer Studie verzeichnete die Insel in den letzten fünf Jahren einen Übernachtungszuwachs von zwölf Prozent und lockte mehr als sechs Millionen Urlauber an. Diese Entwicklung von Sylt zur Ganzjahrestouristendestination lässt die Insel immer mehr zu einem attraktiven Ansiedlungsziel für qualifizierte Einzelhandelsangebote werden.

Die jährliche Kaufkraft auf Sylt beträgt knapp 250 Millionen Euro, nahezu die Hälfte ist den Tagestouristen, Pendlern und Übernachtungsgästen zuzuordnen. Der Tourismus dominiert die Wirtschaft der Insel.

Gewerbeimmobilien für den Einzelhandel

Den eindeutigen Mittelpunkt der Insel bildet Westerland, in dem nicht nur drei Viertel der Bevölkerung wohnt, sondern in dem sich ebenfalls 40 Prozent aller Einzelhandelsgeschäfte befinden. Weitere Inselorte mit hervorzuhebendem Einzelhandel bilden die Luxusorte Kampen und Keitum sowie die Ortschaften List und Tinnum, die sich jedoch hauptsächlich auf die Versorgung des täglichen Bedarfs und den Gastronomiebetrieb fokussieren.

So besitzt Westerland durch seine Geschäftsvielfalt bereits jetzt ein Alleinstellungsmerkmal – und es birgt noch weit größeres Potenzial. Der filialisierte Einzelhandel [1] sucht seinen Weg auf die Insel, findet jedoch nicht das passende Angebot.Oft scheitert es an zu kleinen Verkaufsflächen, die modernen Ansprüchen nur bedingt gerecht werden.

Nur wenige größere Mietflächen

Geschäfte in der traditionellen 1A-Lage Westerlands, der Friedrichstraße, verfügen über eine durchschnittliche Größe von 40 bis 100 Quadratmetern und sind oftmals in überholte “Neubauten” aus den 60er- Jahren integriert.

Durch den hohen Nachfragedruck der Vergangenheit, als Sylt noch als ein saisonales Geschäft betrachtet wurde, bestehen heutzutage nur wenige größere Mietflächen. Zudem wirkt der andauernde Investitionsstau im Bezug auf die Modernisierung der bestehenden Immobilien einer Filialisierung entgegen.

Seite zwei: Wachsender Einzelhandel [2]Während diese in anderen schleswig-holsteinischen Oberzentren bei 85 Prozent liegt, so beträgt er im 1A-Bereich auf Sylt lediglich 48 Prozent. Insgesamt beherbergt das Nordseeparadies 410 Einzelhandelsgeschäfte auf 52.550 Quadratmetern Verkaufsfläche, 249 von ihnen befinden sich in Westerland. Bekleidung und Schuhe/Lederwaren sind hierbei die gefragtesten Segmente; auf sie entfallen 46 Prozent der erhobenen Einzelhandelsgeschäfte.

Wachsender Einzelhandel

Um dem wachsenden Einzelhandel innerhalb des Inselzentrums zukünftig gerecht zu werden, ist eine stetige Optimierung zentraler Straßenzüge zu erkennen. Modernisierungen in der Strand- sowie Elisabethstraße sind nur einige Beispiele der steigenden Bedeutung des Standortes.

Es lässt sich weiterhin feststellen, dass immer neue Textilmarken Interesse an einer Niederlassung in Westerland bekunden, sie jedoch keine adäquaten Flächen finden. Kleine, verwinkelte und ungeeignete Ladenzuschnitte sowie hohe Mieten erschweren eine Ansiedlung.

In der Friedrichstraße liegen die Mietpreise für Flächen zwischen 80 und 120 Quadratmetern bei 100 Euro pro Quadratmeter, ähnliche Flächen in der Strandstraße kosten rund 80 Euro pro Quadratmeter.

Ganzjahresdestination Sylt

Mit klar geschnittenen und flexiblen Ladenflächen, hohen Decken und einer lichtdurchfluteten Atmosphäre schafft das Projekt “Neue Mitte Westerland [3]” von DC Commercial und DC Residential ein diesen Bedarf deckendes Angebot.

Die Lage zwischen Friedrichstraße und Strandstraße ist sowohl für imageträchtige Filialunternehmen als auch für hochwertige individuelle Boutiquen attraktiv. Innerhalb des 1.000 Quadratmeter großen Erdgeschosses des Gebäudes entstehen flexible Handelsflächen, die Boutiquen und Filialisten von 50 bis zu 500 Quadratmeter beherbergen werden.

Die fortschreitende Entwicklung Sylts zur Ganzjahresdestination lässt Westerland zu einem immer interessanteren Einzelhandelsziel werden, den daraus resultierenden neuen Anforderungen trägt das Prestigeprojekt Rechnung.

Wohnimmobilien auf Sylt – Erfolgsfaktor Modernisieren

Die Wandlung des beliebten Urlaubsziels zieht neben notwendigen Anpassungen im Einzelhandel auch Veränderungen auf dem Wohnungsmarkt [4] nach sich. Auf Sylt, wo sich fast alle zehn Jahre die Preise verdoppeln, spielt der Immobilienmarkt im Vergleich zum Rest der Bundesrepublik nach seinen eigenen Regeln.

Seite drei: Immobiliennachfrage gestiegen [5]Die Verknappung des Angebots auf der Insel bei gleichzeitig steigender Nachfrage sorgt für einen unaufhaltsamen Preisanstieg. Seit der Wirtschaftskrise von 2009 wollen immer mehr Menschen ihr Geld gewinnbringend in Immobilien anlegen. Der beständige Sylter Immobilienmarkt lässt interessierte Objektsuchende sorgenfrei in die Insel investieren.

Immobiliennachfrage gestiegen

Auffällig im laufenden Kalenderjahr ist jedoch, dass die Immobiliennachfrage bereits in den ersten drei Monaten um deutliche zehn Prozent höher liegt als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Sowohl Investoren, die ein Apartment als Kapitalanlage erwerben möchten, als auch Immobilieninteressierte, die ein Objekt als Dauerwohnraum nutzen möchten, bekunden ein erhöhtes Interesse an einem Eigentumserwerb.

Besonders im Zentrum Westerlands, in zentraler Lage und mit schnellem Anschluss ans Festland, schrauben sich die Preise nach oben. Hausbesitzer auf Sylt, die ihr Eigentum in den heutigen Zeiten verkaufen möchten, fordern jedoch nicht selten überzogene Preise für renovierungsbedürftige Immobilien.

Nicht jedes Angebot findet sofort Käufer

Vor dem Hintergrund, dass selbst auf Sylt, wo die Nachfrage kein Ende zu haben scheint, Objekte in schlechtem Zustand keine Verkaufsschlager sind, dauert es oft mehr als eine Saison, bis ein Haus einen Käufer findet.

Wichtig ist zu berücksichtigen, dass nicht nur die Lage, sondern auch die Bausubstanz über den Marktpreis entscheiden – Letztere wird von den Eigentümern oft unrealistisch eingeschätzt. Unterdessen vergleichen Käufer die Angebote und wägen kritisch ab.

Der Markt wächst zwar auch in diesem Segment, jedoch gehen informierte Käufer nicht bei jedem Preis mit. Der informierte Käufer kennt den Unterschied zwischen saniert und unsaniert und ältere Bausubstanz und Neubau nach aktuellem Stand der Technik mit weniger Nebenkosten.

Autor Lothar Schubert ist geschäftsführender Gesellschafter von DC Commercial und DC Residential, beides Tochtergesellschaften des Premium-Immobilienmaklers Dahler & Company.

Foto: Dahler & Company, Picture Alliance