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Eigene vier Wände in den meisten Regionen Deutschlands finanzierbar

Durchschnittsverdiener können sich in den meisten Regionen Deutschlands derzeit den Traum vom Eigenheim erfüllen. So lautet das Fazit der Postbank-Studie “Wohnatlas 2015 – Wo Familien, Paare, Singles und Senioren bezahlbaren Wohnraum finden”.

Viele Deutsche wünschen sich ein Eigenheim.

Durchschnittsverdiener können sich laut einer aktuellen Postbank [1]-Studie in den meisten Regionen Deutschlands den Traum vom Eigenheim erfüllen. Das gilt laut der Studie für Paare und Singles ebenso wie für Familien. Kinderlose Paare und Familien mit einem Kind haben besonders hohe Chancen, ihr Traumhaus zu finden.

Bezahlbarer Wohnraum

So können Paare ohne Kinder laut der Studie mit einem durchschnittlichen Einkommen in rund 90 Prozent der Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland eine Wohnung mit bis zu 110 Quadratmetern finanzieren, darunter Köln, Dresden und Bremen.

Familien mit einem Kind finden ebenfalls in 90 Prozent der Kreise bezahlbaren Wohnraum in dieser Größenordnung, etwa in Braunschweig und Mainz. Einfamilienhäuser mit 130 Quadratmetern finden Familien mit einem Kind sogar in 92,3 Prozent der Kreise, so die Postbank.

Schwierig sei die Marktlage nur an bestimmten Standorten. Wie der Postbank-Wohnatlas zeigt, müsste zum Beispiel ein kinderloses Paar in Hamburg 52,5 Prozent, in Berlin 53,2 Prozent und in München [2] sogar 67,3 Prozent seines Haushaltsnettoeinkommens für die Finanzierung einer etwa 110 Quadratmeter großen Eigentumswohnung aufwenden.

Vier- oder mehrköpfige Familien können in 75 Prozent der Kreise in Deutschland für weniger als 40 Prozent eines durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommens Einfamilienhäuser finanzieren, die mit rund 150 Quadratmetern genug Platz für die ganze Familie bieten. Ausnahmen bilden laut der Studie beliebte Metropolen wie Hamburg [2], Berlin, Düsseldorf, Nürnberg und Stuttgart.

Seite zwei: Hohe Preise in deutschen Metropolen [3]Hohe Preise in deutschen Metropolen

“Wer seinen Lebensmittelpunkt in einer Metropole sucht, muss Glück haben, eine finanzierbare Immobilie zu finden – oder eben deutlich mehr als 20 Prozent Eigenkapital mitbringen”, sagt Dieter Pfeiffenberger, Bereichsvorstand Immobilienfinanzierung der Postbank.

“Alternativ können Kaufinteressenten auf umliegende Kreise ausweichen, wo es meistens familienfreundlicher und günstiger ist”, sagt Pfeiffenberger. Beispiel Hamburg [2] und Umland: Während eine Familie mit zwei oder mehr Kindern für ein Einfamilienhaus in Hamburg über 74 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens aufbringen müsste, sind es im nahen Kreis Pinneberg 39,8 Prozent, im Kreis Stormarn 36,3 Prozent und im Herzogtum Lauenburg 33,8 Prozent.

München ist besonders teuer

“Bei diesen Rahmenbedingungen fallen auch höhere Kosten durch längere Fahrtzeiten weniger ins Gewicht”, sagt Pfeiffenberger. Eine Ausnahme bilde die Region südlich von München.

Dort werde es auch für Normalverdiener mit zwei Kindern schwer, geeigneten Wohnraum [4] zu finden. Spitzenreiter sei der südbayerische Landkreis Miesbach: Mit 105,6 Prozent müssten sie mehr als ihr komplettes Haushaltsnettoeinkommen für die Finanzierung eines rund 150 Quadratmeter großen Hauses aufbringen.

Seite drei: Singles haben gute Chancen [5]Singles haben gute Chancen

Singles bis 65 Jahre finden laut der Studie in 87,1 Prozent der Kreise und kreisfreien Städte eine bezahlbare 70 Quadratmeter große Eigentumswohnung [2] – selbst in beliebten Städten wie Köln, Dresden, Nürnberg und Mannheim.

Zum Vergleich: Die Mietbelastung sei für Singles nur in 78,1 Prozent der Kreise vertretbar. “Für Singles ist der Immobilienkauf in einigen Kreisen einfach günstiger als Mieten, da es immer mehr Singlehaushalte mit Bedarf an Mietwohnungen dieser Größenordnung gibt und die Preise entsprechend hoch sind”, sagt Pfeiffenberger.

Senioren verfügen über mehr Eigenkapital als jüngere Käufer

Auch alleinstehende Senioren [6] können sich laut der Postbank-Studie in 73,6 Prozent aller Kreise und kreisfreien Städte eine Eigentumswohnung mit 70 Quadratmetern leisten. In jedem fünften Kreis ist die Finanzierung von Wohneigentum für Senioren demnach sogar günstiger als Mieten.

Oft haben Senioren mehr Eigenkapital als die Jüngeren, zum Beispiel durch den Verkauf eines Hauses, oder verfügen über eine Auszahlung einer Lebensversicherung. “Daher benötigen sie für den Kauf einer kleineren, barrierefreien Wohnung nur einen Teilkredit, der entsprechend schneller abbezahlt ist”, sagt Pfeiffenberger. (st)

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