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Chancen mit Facebook & Co.

Immobilienunternehmen, die auf Facebook aktiv sind, haben einen Wettbewerbsvorteil. Bis sich der Erfolg zeigt können allerdings einige Jahre vergehen.

Gastbeitrag von Einar Skjerven, Skjerven Group

“Ich denke, dass die Immobilienbranche das riesige Potenzial von Facebook und Online-Marketing noch nicht erkannt hat.”

Angenommen ein Unternehmer erzählt Ihnen, dass er für seine Firma keine Webseite [1] hat, weil seine Kunden sie ohnehin nicht besuchen würden. Was würden Sie über ihn denken? Dass er innovativ und immer up to date ist? Würden Sie prüfen, ob Sie überhaupt selbst eine Webseite für Ihr Unternehmen benötigen? Sicherlich nicht. Doch vor etwa 15 Jahren war es noch längst nicht selbstverständlich, eine Präsenz im Internet zu haben.

Nutzer sind im Schnitt 35 bis 40 Jahre alt

Ähnlich verhält es sich heute bei der Mehrheit der Immobilienunternehmen mit einer eigenen Facebook-Unternehmensseite. “Unsere Kunden nutzen nicht Facebook”, heißt es allzu oft. Für viele ist Facebook [2] noch immer eine Plattform für Teenies, dabei liegt das Durchschnittsalter der Nutzergruppen auf Facebook zwischen 35 und 40 Jahren. Also durchaus ein Alter, in dem nach der ersten Immobilie gesucht wird.

Selbst wenn Immobilienunternehmen eine eigene Facebook-Seite haben, kümmern sie sich meist nur halbherzig darum und sind nicht bereit zu investieren. Doch wie bei jedem Vertriebskanal ist genau das nötig, um Ergebnisse zu erzielen.

Ausdauer nötig

Oft wird auch zu schnell aufgegeben, wenn sich die Erfolge nicht in wenigen Monaten einstellen. Ausdauer ist gefragt. Denn auch wenn das Internet ein schnelllebiges Medium ist – erfolgreiches Online-Marketing braucht seine Zeit. Zunächst muss ein Unternehmen regelmäßig zeitliche und personelle Ressourcen investieren, um seine Präsenz auf Facebook aufzubauen und zu pflegen. Wichtig ist, auf dem Profil kontinuierlich Inhalte zu veröffentlichen, die die Zielgruppe interessieren könnten. Das sollten nicht nur Immobilienangebote sein, sondern zum Beispiel auch Neuigkeiten aus verwandten Themengebieten.

Seite zwei: Anzeigen ohne Streuverluste [3]Anzeigen ohne Streuverluste

Besonders lohnend ist auch das Schalten von Anzeigen auf Facebook [2]. Dort gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, Anzeigen zu schalten, die nur an eine definierte Zielgruppe ausgespielt werden. Die Werbung ist daher nur für User sichtbar, die bereits Interesse an einer Eigentumswohnung haben. Diese Interessenten werden mittels der Anzeigen auf den Anbieter aufmerksam und auf dessen Webseite mit den entsprechenden Angeboten geleitet. Das ist nicht teuer und das Budget für die Anzeigenschaltung kann selbst bestimmt werden.

Effizientes Marketing

Durch das zielgenaue Ausspielen der Anzeigen ist Online-Marketing sehr effizient und hat nicht die hohen Streuverluste wie Print- oder TV-Werbung. Bei Facebook kann nach sehr vielen Nutzerdaten gefiltert werden, so zum Beispiel nach Alter, Wohnort oder Beziehungsstatus. Anzeigen lassen sich so etwa nur bei Singles oder Paaren avisieren. Spannend sind auch die Interessen der Facebook-Nutzer, weil Anzeigen zielgerichtet bei Personen platziert werden können, die sich für Kapitalanlage, Immobilien oder Eigentumswohnungen interessieren.

Ich denke, dass die Immobilienbranche das riesige Potenzial von Facebook und Online-Marketing [1] noch nicht erkannt hat. Wer jetzt einsteigt und zwei bis drei Jahre Geduld mitbringt, kann sich daher einen Marktvorteil erarbeiten und eine große Facebook-Fangemeinde aufbauen. Das braucht Zeit, aber es lohnt sich.

Autor Einar Skjerven ist CEO der Skjerven Group, Berlin.

Foto: Martin Joppen