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Gewerbeimmobilien: Der Run setzt sich fort

Deutsche Gewerbeimmobilien waren in 2014 bei den Investoren stark gefragt. Nach Angaben von Jones Lang LaSalle legten die Investitionen um 30 Prozent zu – trotz sinkender Renditen.

Deutsche Gewerbeimmobilien stehen verstärkt im Fokus ausländischer Investoren.

“Im fünften Jahr in Folge verzeichnen wir einen Anstieg der gewerblichen Investment-Volumina in Deutschland”, sagt Timo Tschammler Member of the Management Board Germany bei Jones Lang LaSalle (JLL). “39,8 Milliarden Euro sind letztendlich für 2014 zu notieren, ein Anstieg um 30 Prozent gegenüber 2013.”

Der quasi schon traditionelle Schlussspurt im Dezember habe auch 2014 dafür gesorgt, dass das vierte Quartal mit über 14 Milliarden Euro mehr als ein Drittel zum Jahresvolumen beigetragen habe.

Der Run geht weiter

“Der Run auf den gewerblichen Immobilienmärkten wird sich 2015 fortsetzen – mit ebenbürtigen oder sogar noch stärkeren Transaktionsvolumina verglichen mit 2014,” erwartet Tschammler.

Die große Nachfrage nach Immobilieninvestments und die niedrigen Zinsen haben laut JLL dazu geführt, dass das Preisniveau der nachgefragten Objekte noch etwas angezogen habe.

Hoher Anteil ausländischer Investoren

“Interessant ist dabei die zunehmende Internationalität der Investmentmärkte, wenn auch auf den ersten Blick noch nicht so deutlich erkennbar”, sagt Dr. Frank Pörschke, CEO JLL Germany. Der Anteil ausländischer Käufer habe in 2014 bei 49 Prozent des Investmentvolumens gelegen. “Schauen wir allerdings nicht nur auf die abgeschlossenen Transaktionen sondern etwa auf die Anzahl der Gebote, so steigt der Anteil internationaler Investoren auf beachtliche 75 Prozent – ein Indiz, dass die Ausländer investiv auf dem Vormarsch sind”, so Pörschke.

Asiatische und insbesondere chinesische Investoren [1] gewännen stetig an Bedeutung. Die fortschreitende Internationalität spiegelt sich laut JLL aber nicht nur in den Kaufaktivitäten wider: Ausländische Investoren seien 2014 in einem ähnlichen Maße auch auf Verkäuferseite aktiv gewesen.

Unter den Investorentypen seien weiterhin Asset/Fonds Manager und Spezialfonds die aktivsten Investoren am deutschen Markt. Sie vereinen laut JLL allein rund 40 Prozent des Transaktionsvolumens auf sich.

Frankfurt wieder Nummer eins

Nach Angaben von JLL vereinen die großen sieben deutschen Metropolen zusammen mit rund 23 Milliarden Euro weiterhin deutlich mehr als die Hälfte des deutschlandweiten Transaktionsvolumens [2] auf sich.

Frankfurt hat München demnach in 2014 wieder vom Spitzenplatz verdrängt, zahlreiche großvolumige Transaktionen hätten für einen kräftigen Zuwachs von 34 Prozent auf aktuell 5,5 Milliarden Euro gesorgt. München folge mit einem Investmentumsatz von fünf Milliarden Euro. Als einzige der Big 7 habe Düsseldorf gegenüber 2013 ein Minus hinnehmen müssen, die 2014 umgesetzten knapp 2,1 Milliarden Euro entsprächen einem Rückgang von sechs Prozent.

Seite 2: Spitzenrenditen unter Druck [3]

Der höchste Anteil des gesamtdeutschen Transaktionsvolumens entfällt laut JLL mit rund 44 Prozent auf Büroimmobilien, gefolgt von Einzelhandelsimmobilien mit 22 Prozent. Einen relativ kräftigen Anstieg im Jahresverlauf hätten Lager- und Logistikimmobilien verzeichnet, ihr Anteil stieg auf gut neun Prozent.

Spitzenrenditen nach wie vor unter Druck

Die Spitzenrenditen [4] haben sich laut JLL im Bürosegment in den Toplagen angesichts der nach wie vor großen Nachfrage nochmals leicht reduziert. In der Aggregation aller Big 7 sei der Durchschnittswert um 10 Basispunkte auf 4,45 Prozent gesunken. Der Rückgang betreffe alle Märkte gleichermaßen. Für Spitzenobjekte in einer B-Lage in einer der Big 7 liege die Rendite bei 5,26 Prozent im Schnitt über alle Hochburgen.

Auch bei den anderen Assetklassen ergab sich laut JLL aufgrund der großen Nachfrage ein Rückgang der Renditen. Für Logistikimmobilien sei die Spitzenrendite im Quartalsvergleich um weitere 10 Basispunkte auf 6,18 Prozent im Schnitt der Logistikregionen der sieben Hochburgen gesunken, für Shopping Center auf 4,50 Prozent.

“Vor dem Hintergrund nach wie vor niedriger Zinsen und dem enormen Anlagedruck deutscher und ausländischer institutioneller Investoren rechnen wir mit einem weiteren Rückgang der Spitzenrenditen bis Ende 2015 um rund 10-15 Basispunkte, je nach Assetklasse”, sagt Helge Scheunemann, Head of Research JLL Germany.

Hohe Nachfrage in 2015

Der deutsche Investmentmarkt wird sich nach Einschätzung von JLL auch in 2015 dynamisch entwickeln. Dieser positive Ausblick speise sich einerseits aus einer weiterhin großen Nachfrage internationalen Kapitals nach Anlagemöglichkeiten und andererseits aus einem attraktiven Finanzierungsumfeld. “Für 2015 erwarten wir deshalb einen nochmaligen Anstieg des Transaktionsvolumens auf über 40 Milliarden Euro”, so Pörschke. (bk)

Foto: Shutterstock