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Gutachterausschüsse: Preisanstiege bei Wohnimmobilien setzen sich fort

Die Wohnimmobilienkäufe in Deutschland haben einen Höchststand erreicht. Die Gutachterschüsse rechnen auch in Zukunft mit weiter steigenden Preisen.

 

In den Großstädten sind die Kaufpreise für Eigenheime seit dem Jahr 2009 um durchschnittlich zehn Prozent pro Jahr gestiegen.

Im Jahr 2014 sind deutschlandweit rund 900.000 Immobilien im Wert von 191 Milliarden Euro verkauft worden. Das Investitionsvolumen hat damit den höchsten Stand seit 2007 erreicht.

Das geht aus dem Immobilienmarktbericht 2015 hervor, den die amtlichen Gutachterausschüsse in Deutschland heute in Berlin vorgelegt haben. Die Studie ist in enger Kooperation mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) entstanden.

Preishoch setzt sich fort

„Die Immobilien in Deutschland stellen insgesamt eine attraktive Investition dar. Dies trifft insbesondere auf Wohnimmobilien in Städten und städtischen Kreisen zu. Besonders Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäuser haben an Anziehungskraft gewonnen. Die Preisentwicklung auf dem Wohnimmobilienmarkt dürfte sich weiter fortsetzen. Für Städte und Regionen mit steigenden Bevölkerungszahlen erwarten wir weiter steigende Preise”, sagte Siegmar Liebig, Sprecher des Arbeitskreises der Gutachterausschüsse.

Die Investitionsvolumina für den Kauf von Immobilien stiegen demnach zwischen 2009 und 2014 um circa acht Prozent jährlich.

Im Jahr 2014 entfielen 65 Prozent der Transaktionen auf Großstädte und städtische Kreise. Der Wohnungsmarkt dominierte mit 130 Milliarden Euro Kaufinvestitionen den Immobilienmarkt. Auf Eigenheime und Eigentumswohnungen entfielen 75 Prozent der am Wohnungsmarkt getätigten Investitionen.

Große Spanne bei Kaufpreisen von Ein- und Zweifamilienhäusern

Der Geldumsatz für Eigenheime [1] stieg den Angaben zufolge zwischen 2009 und 2014 um 5,5 Prozent jährlich. Die Kaufpreise seien im selben Zeitraum um 3,3 Prozent pro Jahr geklettert.

In den Großstädten sei die Preisentwicklung von Eigenheimen bis 2009 nahezu konstant gewesen – im Beobachtungszeitraum stiegen die Preise um durchschnittlich zehn Prozent pro Jahr.

Die höchsten durchschnittlichen Kaufpreise pro Quadratmeter Wohnfläche für Ein- und Zweifamilienhäuser wurden 2014 in München (7.200 Euro), dem Landkreis Dachau (4.200 Euro) und Düsseldorf (4.000 Euro) erzielt.

Sehr niedrige Wohnflächenpreise von 500 Euro pro Quadratmeter wurden etwa in den Landkreisen Mansfeld-Südharz (Sachsen-Anhalt), im Kyffhäuserkreis (Thüringen) oder Osterode am Harz (Niedersachsen) registriert.

Seite 2: Hoher Umsatz bei Eigentumswohnungen [2]

Auch der Umsatz bei Eigentumswohnungen [3] habe seit 2009 mit jährlich plus 10,3 Prozent einen kräftigen Zuwachs verbucht.

Eigentumswohnungen wurden zwischen 2009 und 2014 jährlich um durchschnittlich 2,7 Prozent teurer. In den oberen Preiskategorien legten die Preise um sechs Prozent pro Jahr zu, bei den günstigen Wohnungen blieben sie stabil bis leicht rückläufig.

Die höchsten durchschnittlichen Kaufpreise pro Quadratmeter Wohnfläche für Eigentumswohnungen wurden im vergangenen Jahr in München (4.200 Euro), auf Sylt (3.950 Euro), in Starnberg (3.850 Euro) und auf den ostfriesischen Inseln (3.450 Euro) erzielt.

Plus bei Mehrfamilienhäusern

Ein deutliches Plus der Kaufinvestitionssummen gab es auch bei Mehrfamilienhäusern. „Die jüngsten Deals großer Wohnungsbestände zeigen, dass sich der deutsche Wohnungs- und Immobilienmarkt sehr dynamisch entwickelt”, sagte BBSR-Direktor Harald Herrmann. „Private Akteure sind die mit Abstand bedeutendste Gruppe am deutschen Transaktionsmarkt. Neben Zukäufen von Portfolios treiben die jüngsten Übernahmen von Wohnungsunternehmen die Zahlen von gehandelten großen Wohnungsportfolios in die Höhe. Viele Investoren sind bereit, weiteres Kapital in die Hand zu nehmen.” (bk)

Foto: Shutterstock