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Immobilieninvestments: Raus aus der Komfortzone

Es ist kein Zufall, dass mit Blick auf die Geldanlage immer wieder von der “German Angst” gesprochen wird: Deutsche Anleger scheuen häufig das Risiko und investieren zum Beispiel in Wohnungen in zentrumsnahen Wohngebieten. Auch beim Immobilieninvestment gilt aber: Sein Vermögen kann nur derjenige erhalten, der bereit ist, zumindest ab und an ein Risiko einzugehen.

Gastbeitrag von Einar Skjerven, Geschäftsführer der Skjerven Group

“Mit Inkrafttreten der Mietpreisbremse verlieren Geschäftsmodelle an Attraktivität, die lediglich auf Mietsteigerungen basieren.”

Deutsche Anleger täten gut daran, ein kleines Stück aus ihrer Komfortzone herauszutreten und auch einmal neue Wege zu gehen. Dabei ist es gar nicht nötig, auf hochriskante Projektentwicklungen zu setzen.

Es genügt schon, den Horizont etwas zu erweitern – und bei einem Wohnungsinvestment [1] zum Beispiel nicht nur das beliebte innerstädtische Wohnviertel, sondern auch andere Lagen innerhalb der Stadt in den Fokus zu nehmen.

Mehr Rendite durch Diversifikation

Wer mehrere Wohnungen besitzt, kann zum Beispiel mit einer Wohnung in Randlage das Portfolio diversifizieren und die Rendite mit großer Wahrscheinlichkeit positiv beeinflussen. Ein Objekt im Ausland hinzuzukaufen, kann womöglich ebenfalls eine Option sein.

Vermieten wird unattraktiv

Aber auch das Geschäftsmodell lässt sich diversifizieren, indem ein Investor auf Dienstleister mit unterschiedlichen Modellen setzt.

Insbesondere mit Inkrafttreten der Mietpreisbremse [2] verlieren Geschäftsmodelle an Attraktivität, die lediglich auf Mietsteigerungen basieren. Der Exit über die Privatisierung kann hier eine lohnenswerte Alternative sein.

Zwar verfügen private Anleger in der Regel nicht über ein Millionenvermögen, das sie in Bürotürme und Wohnungsportfolios in verschiedenen Ländern investieren können. Doch auch dann bieten sich unterschiedliche Investment-Möglichkeiten, die mehr Erfolg versprechen als Sparbuch und Bundesanleihen.

Das Spektrum reicht von Eigentumswohnungen [3] – möglicherweise in einer anderen Stadt als der Heimatstadt – über Beteiligungen an Fonds bis hin zu Ferienimmobilien [4].

Seite zwei: Ausländer sind experimentierfreudiger [5]Ausländer sind experimentierfreudiger

Ausländischen Anlegern fällt es offensichtlich viel leichter als deutschen, bei Immobilieninvestments über den Tellerrand zu blicken: Seit Jahren fließt viel Kapital aus dem Ausland in den deutschen Wohnungs [1]– und Gewerbemarkt. Einer der Hauptgründe dafür ist zwar, dass Deutschland als sicherer Hafen gilt. Hinter diesem Investmentverhalten steht also auch ein Sicherheitsbedürfnis. Dennoch: Die Anleger investieren ihr Geld in einen fremden Markt.

Für manche ist es ein Markt mit fremder Währung auf einem anderen Kontinent. Von den Anlegern anderer Länder zu lernen, kann lohnenswert sein. Denn fest steht, dass ohne ein gewisses Risiko keine attraktive Rendite möglich ist. Statt “no risk, no fun” sollte es für Investoren heißen: “No risk, no yield”.

Autor Einar Skjerven ist Geschäftsführer der Skjerven Group, Berlin

Foto: Martin Joppen