- Finanznachrichten auf Cash.Online - https://www.cash-online.de -

Empirica-Preisindex: Mieten gebremst, Kaufpreise entkoppelt

Der Immobilienpreisindex des Berliner Forschungsinstituts Empirica zeigt, dass die Mieten in deutschen Städten im vierten Quartal 2014 stagnierten. Die Kaufpreise hingegen setzten ihren Aufwärtstrend fort.

Indizes zeigen, dass die Mieten in Deutschland zuletzt weniger stark wuchsen.

Der Immobilienpreisindex [1] der Empirica AG offenbart wieder einmal: Wohnungsmärkte sind zyklisch. Der Neubau braucht Zeit – vor allem wenn Bauland knapp, Auflagen zahlreich und Genehmigungen träge sind.

Phasen mit Leerstand folgen Phasen der Knappheit. Zeiten hoher Mietzuwächse folgen Zeiten stabiler oder fallender Mieten.

So auch im vierten Quartal 2014: In den kreisfreien Städten sind die Neubaumieten laut den Empirica-Berechnungen im Jahresvergleich nur noch um 2,8 Prozent gestiegen, im Vorjahr waren es noch vier Prozent, vor zwei Jahren 3,5 Prozent.

Kaufpreise wachsen stärker als Mieten

Dagegen haben sich die Kaufpreise vom Miettrend entkoppelt: Der sogenannte “Anlagenotstand” und das Zinstief treiben sie weiter nach oben, so Empirica. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre sind sie in den kreisfreien Städten (2,7 Prozent pro Jahr) zuletzt stärker gestiegen als die Mieten (2,3 Prozent pro Jahr). Forscher warnen bereits vor Immobilienblasen.

Mieten steigen moderat

Inserierte Angebotsmieten neugebauter Wohnungen [2] legen auch im vierten Quartal 2014 weiter zu, der Anstieg fällt aber wie schon im letzten Quartal wieder moderat aus. Gegenüber dem Vorquartal sind die Mietpreise in deutschen Landkreisen mit 0,5 Prozent etwas stärker als in kreisfreien Städten (plus 0,4 Prozent) gestiegen.

Auch deutschlandweit liegen sie 0,4 Prozent über dem Niveau des letzten Quartals. Im Jahresvergleich beträgt der deutschlandweite Anstieg [3] im vierten Quartal 2014 drei Prozent.

Seit Beginn der Zeitreihe im ersten Quartal 2004 haben die Neubaumieten deutschlandweit um 15,5 Prozent zugelegt, in den kreisfreien Städten um 23,2 Prozent und 11,2 Prozent in den Landkreisen.

Seite zwei: Kaufpreise für Eigentumswohnungen weiter im Aufwärtstrend [4]Kaufpreise für Eigentumswohnungen weiter im Aufwärtstrend

Inserierte Kaufpreise für neue Eigentumswohnungen liegen in kreisfreien Städten aktuell 1,4 Prozent über dem Niveau des vergangenen Quartals, in Landkreisen 1,1 Prozent und deutschlandweit 1,2 Prozent darüber.
Im Jahresvergleich sind sie im vierten Quartal 2014 deutschlandweit somit um 5,8 Prozent gestiegen.

Seit Beginn der Zeitreihe im ersten Quartal 2004 sind die inserierten Kaufpreise [5] für neue Eigentumswohnungen deutschlandweit um 16,1 Prozent gestiegen, in den kreisfreien Städten um 27,3 Prozent. In Landkreisen sind sie im selben Zeitraum um 9,8 Prozent angewachsen.

Ein-und Zweifamilienhäuser erneut teurer

Auch Häuser wurden erneut teurer. Bundesweit steigen die inserierten Kaufpreise im vierten Quartal 2014 um 0,7 Prozent gegenüber dem letzten Quartal. Im Jahresvergleich haben sie bundesweit um 2,6 Prozent zugelegt. (st)

Foto: Shutterstock.com