- Finanznachrichten auf Cash.Online - https://www.cash-online.de -

Immobilie als Kapitalanlage: Sachwerte dringend gesucht

Nie stand die Immobilie als Kapitalanlage so hoch in der Gunst der Bundesbürger. Cash. sagt, welche Kriterien Erwerber für ein erfolgreiches Investment beachten sollten.

Kapitalanlage Immobilie [1]

Die Immobilie hat schon immer als stabiles, sicherheitsorientiertes Element in den Portfolios der Anleger fungiert und soll zudem einen gewissen Inflationsschutz bieten – ein Aspekt, der in der aktuellen Situation stark an Bedeutung gewonnen hat.

Noch vor wenigen Jahren galt die Anlage in deutsche Wohnimmobilien [2] eher als Nische für besonders konservative Anleger und Investoren, die wenig Risiken eingehen wollen.

Dieses Bild hat sich mittlerweile komplett gewandelt: Anbieter von Immobilien, die zur Kapitalanlage geeignet sind, verzeichnen eine Rekordnachfrage der Käufer. Sei es das Zinshaus in bevorzugter Lage einer Metropole oder eine Wohnung in einem Neubauprojekt [3] – der Andrang der Interessenten ist hoch wie nie.

Sicherheitsorientierte Anlagealternativen

Die anhaltende Niedrigzinspolitik [4] der Europäischen Zentralbank (EZB) lässt die Anleger nach sicherheitsorientierten Anlagealternativen suchen. Die Verzinsung für die Staatsanleihen wirtschaftlich starker europäischer Staaten ist auf Tiefstwerte gefallen.

Wer etwa in zehnjährige deutsche Rentenpapiere investiert, erhält aktuell lediglich eine minimale Verzinsung von ungefähr 0,5 Prozent. Daher richten viele Anleger ihren Blick schon seit einiger Zeit verstärkt auf den deutschen Immobilienmarkt [5].

“In der aktuellen Niedrigzinsphase haben die Anleger den Glauben an Geldwerte verloren. Ein Investment in Sachwerte verspricht dagegen Inflationsschutz”, sagt Josef Schnocklake, Vertriebsleiter des Projektentwicklers Terraplan, Nürnberg.

Seite zwei: “Hohe Einnahmesicherheit” [6]

Auch die sehr niedrigen Darlehenszinsen [7] würden die Nachfrage nach Immobilien fördern. “Es fehlt an Anlagealternativen. Keine andere Kapitalanlage kann so günstig und langfristig finanziert werden und bietet dabei gleichzeitig eine so hohe Einnahmesicherheit”, betont Curt-Rudolf Christof, Vorstand der Deutsche Sachwert Kontor AG, Erding.

Darüber hinaus seien die Mieteinnahmen einer Wohnung oft höher als die aktuellen Darlehenszinsen und die übliche Tilgung zusammen. Allerdings hat die hohe Nachfrage durch Eigennutzer und Anleger auch die Kaufpreise für Wohnimmobilien [8] bereits deutlich in die Höhe schnellen lassen.

Vor allem in den wirtschaftsstarken Ballungsräumen hat das Niveau in den vergangenen Jahren erheblich angezogen. Nach den Ergebnissen des Immobilienindex IMX von Immobilienscout24 ist das Kaufpreisniveau für Wohnungen in den Metropolen innerhalb von zwölf Monaten um durchschnittlich 7,9 Prozent gestiegen.

München und Hamburg Spitzenreiter

Lassen sich angesichts der Kaufpreisrallye der vergangenen Jahre noch auskömmliche Mietrenditen [9] erreichen? Die zu erzielenden Werte sind sehr unterschiedlich, wie die letzte Ausgabe des jährlichen Cash.-Städterankings in Kooperation mit Immobilienscout24 zeigt.

So ist der durchschnittliche Kaufpreis für Wohnungen in guten Wohnlagen von München [10] im vergangenen Jahr auf schwindelerregende 5.940 Euro pro Quadratmeter geklettert. Auch das Mietniveau hat mit durchschnittlich 15,02 Euro pro Quadratmeter einen stattlichen Wert erreicht. Anleger erzielen mit einer solchen Wohnung als Kapitalanlage eine Bruttomietrendite von drei Prozent.

Seite drei: Stabiles, sicherheitsorientiertes Element [11]Ähnlich ist die Situation in Hamburg [12], wo bei einem durchschnittlichen Kaufpreis von 4.446 Euro pro Quadratmeter in guten Lagen und einer Durchschnittsmiete von 13,04 Euro im Schnitt eine Rendite von 3,5 Prozent erzielt wird.

“In jeder Stadt gibt es Lagen, die beliebter sind, als andere, weil sie etwas ganz Besonderes an sich haben. Diese sogenannten Bestlagen sind aber für den Anleger oftmals gar nicht so interessant, weil die Kaufpreis-/ Mietrelation dort oft nicht optimal ist. Attraktiver für Anleger sind B- oder C-Lagen“, führt Christof aus.

Stabiles, sicherheitsorientiertes Element

Viele Anleger weichen daher schon auf mittlere Wohnlagen in den Metropolen aus, wo das Verhältnis noch günstiger ist. So ergibt sich nach den Daten des Städtereports in mittleren Lagen von Hamburg etwa eine Mietrendite von 3,9 Prozent bei einem Kaufpreisniveau von 4.081 Euro pro Quadratmeter.

Höhere Mietrenditen versprechen zudem Standorte der zweiten Reihe, etwa prosperierende Mittelstädte [13] wie Aachen (durchschnittlich 4,6 Prozent in guten Lagen), Mainz (4,7 Prozent), Mannheim (4,7 Prozent) oder Wiesbaden (4,3 Prozent). Auch Leipzig erreicht mit 5,4 Prozent in guten Wohnlagen einen guten Wert.

Eines steht fest: Auch in der Vergangenheit haben Anleger Immobilien nicht allein wegen der Renditen erworben. Im Gegenteil, Mietrenditen zwischen drei und sechs Prozent haben sich in Phasen, in denen Aktien und Investmentfonds im Schnitt zwölf bis 15 Prozent Wertzuwachs per annum einbrachten, eher bescheiden ausgenommen.

Die Immobilie hat dagegen eine andere Funktion: Sie hat schon immer als stabiles, sicherheitsorientiertes Element in den Portfolios der Anleger fungiert und soll zudem einen gewissen Inflationsschutz bieten – ein Aspekt, der in der aktuellen Situation stark an Bedeutung gewonnen hat. (bk)

Lesen Sie den vollständigen Beitrag in der aktuellen Cash.-Ausgabe 07/2015 [14].

 

Foto: Shutterstock