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Wohnhochhäuser: Gebäudeform der Zukunft?

In vielen Metropolen sind in jüngerer Zeit Wohnhochhäuser entstanden. Eine aktuelle Studie untersucht erstmals, wie die Bundesbürger zu dieser Gebäudeform stehen.

Wohnhochhäuser [1]

Visualisierung der Wohntürme “Friends” am Hirschgarten in München.

Das Wohnen im Hochhaus steht hierzulande vor einer Renaissance – in vielen wachsenden Städten wie Frankfurt, Berlin, München, Düsseldorf, Hamburg oder Ingolstadt entstehen neue Wohntürme [2].

Erste repäsentative Studie

Erstmals liegt eine repräsentative Analyse über die Einstellungen der Bundesbürger zu Hochhäusern vor. Die Studie „Wohnhochhaus Deutschland“ von Sition Property Marketing und OC&C Strategy Consultants untersucht auf Basis einer Befragung von 2.009 Bürgern und 16 Experten im August 2015 unter anderem Image, Nachfrage, gewünschte Standorte, Ausstattung und Nutzung von Wohnhochhäusern.

„In Städten fehlen häufig Bauflächen und Wohnraum. Eine Lösung ist Verdichtung in die Höhe. Doch bislang wussten Planer, Entwickler und Investoren nicht, was die Menschen über neue Wohnhochhäuser denken. Das ändert diese Analyse“, sagt Matthias Kutzscher, Sition-Geschäftsführer und einer der Autoren der 128-seitigen Studie, die auf der Messe Expo Real in München vorgestellt wurde.

Hochhaus erlebt Imagewandel

Die Umfrage zeigt, dass die Deutschen hochmobil sind. 52,2 Prozent der Bundesbürger werden der Studie zufolge in den nächsten zehn Jahren umziehen.

„Und das Wohnhochhaus ist für viele Umzugswillige eine interessante Perspektive“, bestätigt Studienautor Dr. Björn Reineke, Partner bei OC&C Strategy Consultants. Gut jeder fünfte Befragte (21,3 %), der bis 2025 einen Ortswechsel plant, möchte demnach künftig in einem Wohnhochhaus leben.

Der Wert belege, dass die Erfahrungen der Bürger in Ost und West mit den Großsiedlungen der 1960er und 1970er Jahren in peripherer Lage, die oft mit schlechter Lebensqualität [3] gleichgesetzt werden, verblassen.

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Wohnhochhäuser [4]

Jeder Sechste möchte selbst einziehen

So würden mittlerweile 15,8 Prozent aller Deutschen der Umfrage zufolge, die das Marktforschungsinstitut Innofact durchgeführt hat, auf jeden Fall beziehungsweise wahrscheinlich in ein Hochhaus einziehen. Weitere 29,7 Prozent würden „eventuell“ in einem Turm leben wollen.

Seite 2: Innenstädte als Standort bevorzugt [5]

Sollten in den nächsten Jahren tatsächlich mehr Hochhäuser gebaut werden, finden das 8,9 Prozent der Deutschen sehr positiv, 16,5 Prozent positiv und weitere 31,5 Prozent eher positiv. „Ich glaube, das Image von Wohnhochhäusern ist im Wandel“, kommentiert Olaf Cunitz, Bürgermeister und Baudezernent in Frankfurt am Main, in der Studie.

Mehrheit meint: Wohnhochhäuser gehören in Innenstädte

Wer den Hochhausbau befürwortet, begründet sein Votum klar: Wohnungsknappheit nennen 36,7 Prozent als Grund. 25,1 Prozent führen die Entwicklung relativ viel Wohnraums auf kleiner Fläche an. Und 21,8 Prozent erwarten, dass auf diese Weise preiswerter Lebensraum entsteht.

Bei der Frage, wo Wohnhochhäuser gebaut werden sollten, sind sich die Deutschen jedoch wenig einig: Eine Mehrheit von 44,8 Prozent gibt an, dass sie in die Innenstädte gehören. 33,4 Prozent plädieren für den Stadtrand, und 28,1 Prozent meinen, neue Wohnhochhäuser sollten in den Vorstädten errichtet werden.

Vorbehalte bei Nachbarschaft

Die durchaus große Zustimmung für den Bau von Hochhäusern ändert sich, wenn das Projekt in der Nachbarschaft realisiert würde: Nur 5,2 Prozent der Befragten würden das sehr gut finden, weitere 12,2 Prozent meinen, dies sei gut.

Dagegen gaben 41,8 Prozent der Befragten an, dass sie ein Hochhaus neben der eigenen Wohnung sehr schlecht oder schlecht finden würden. „Ein Imagewandel bei Hochhäusern ist nur möglich, wenn sie städtebaulich gut eingebunden werden. Wir brauchen belebte und attraktive Erd- und Sockelgeschosse“, fordert daher die Berliner Senatsbaudirektorin Regula Lüscher in der Studie.

Nach wie vor skeptisch sind die Deutschen bezüglich des Marktvolumens von Wohnhochhäusern: So glauben 20,4 Prozent der Bürger, dass in den nächsten Jahren sehr viele beziehungsweise viele neue Hochhäuser errichtet werden. 34,2 Prozent sind dagegen der Meinung, dass sehr wenige oder wenige entstehen werden. (bk)

Quelle Grafik: OC&C Strategy Consultants;  Foto: LBBW Immobilien