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Berliner Immobilienmarkt: Erfolgsstrategien für Anleger

Immobilien sind derzeit bei Anlegern gefragt. Die Nachfrage ist hoch und übersteigt das Angebot vielerorts. In Berlin gaben bereits einige Investoren die Suche nach geeigneten Objekten auf. Das ist falsch, denn es stehen attraktive Objekte zum Verkauf – aber nur für Investoren mit guten Strategien.

Gastbeitrag von Jakob Mähren, Mähren Gruppe

“Viele Investoren werden nicht fündig, weil sie sich selbst im Weg stehen.”

Immobilien als Kapitalanlage haben Hochsaison. Das hat zur Folge, dass plötzlich eine sehr große Nachfrage auf das bestehende Angebot trifft.

Investoren werfen die Flinte ins Korn

Immer wieder stelle ich fest, dass so mancher Immobilieninvestor in der Hauptstadt [1] die Flinte ins Korn wirft und resigniert feststellt, dass gute Investments in Zinshäuser nicht mehr möglich sind. Ich sehe das ganz anders. Es gibt weiterhin sehr attraktive Investitionsmöglichkeiten – aber nur für Investoren, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Zunächst ist es wichtig, dass dem Investor im Markt der Ruf vorauseilt, dass er faire Preise zahlt. Viele Berliner Mehrfamilienhäuser sind in der Hand von Privatanlegern. Es ist ein großer Unterschied, ob ein Zinshaus von einem Immobilienprofi oder einem privaten Eigentümer gekauft wird. Während der professionelle Investor weiß, was ein fairer Preis ist, können Privatleute dies oft nicht sicher einschätzen.

Schwarze Schafe

Leider gibt es in unserer Branche auch viele schwarze Schafe, die genau diese Situation ausnutzen, um ein Schnäppchen zu machen. Doch das ist sehr kurzsichtig, denn solche Geschäftspraktiken sprechen sich schnell herum. Wer den Ruf hat, die Unwissenheit von Privatanlegern auszunutzen, bekommt natürlich keine Angebote mehr.

Die Unwissenheit führt leider auch dazu, dass so mancher Eigentümer [2] den Wert seines Zinshauses hoffnungslos überschätzt. Manchmal werden Quadratmeterpreise aufgerufen, die selbst für einzelne Eigentumswohnungen ambitioniert wären. Diese Preisvorstellungen hängen auch damit zusammen, dass vielen Privatleuten Themen wie Mietpreisbremse und Milieuschutzgebiete nicht geläufig sind.

Seite zwei: Fehlende Unterlagen beim Kauf [3]

Fehlende Unterlagen beim Kauf

Ein weiteres Hindernis sind häufig fehlende Unterlagen. Ich habe schon oft Mehrfamilienhäuser gekauft, zu denen ich keinerlei Unterlagen hatte. Das erfordert natürlich viel Vertrauen zum Verkäufer [2], aber dadurch kann der Deal auch extrem schnell und unkompliziert abgeschlossen werden. Wenn andere Investoren noch in ihrem Due Diligence-Prozess vertieft sind, sitze ich oft schon beim Notar.

Provisionen werden gedrückt

Viele Investoren werden nicht fündig, weil sie sich selbst im Weg stehen. Ein Beispiel ist auch die Maklerprovision. Viele institutionelle Investoren versuchen, die Maklerprovision zu drücken. Wer sich aber unter Maklern [4] den Ruf aufbaut, dass er nie die volle Provision bezahlt, ist für einen Makler bestimmt nicht die erste Adresse, wenn dieser ein attraktives Objekt im Angebot hat.

Neue Strategien führen zum Erfolg

Am Berliner [1] Zinshausmarkt gibt es noch immer viele attraktive Kaufgelegenheiten. Investoren sollten daher nicht jammern, sondern überlegen, was sie anders machen können. So einfach wie in der Zeit vor dem Boom ist es sicherlich nicht mehr, unmöglich ist es aber auch nicht.

Autor Jakob Mähren ist geschäftsführender Gesellschafter der Mähren Gruppe, Berlin.

Foto: Dennis Stompfe