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Altersgerechte Wohnungen – Rendite mit Zukunft

Gute Chancen bieten Märkte für Investoren immer dort, wo die Nachfrage das Angebot besonders stark übertrifft. Insofern ist es erstaunlich, dass altersgerechte Wohnungen bislang noch nicht viel stärker das Interesse von Kapitalanlegern geweckt haben. Gastbeitrag von Michael Held, Terragon

“Barrierefreiheit ist keineswegs ein reines Merkmal zur Beschreibung von Seniorenwohnungen.”

Bei altersgerechten Wohnungen [1] stehen einem Bestand von nur 800.000 barrierefreien oder barrierearmen Wohnungen immerhin 3,7 Millionen Senioren mit Bewegungseinschränkungen gegenüber.

Ein Grund für die geringe Aufmerksamkeit der Kapitalanleger ist wohl, dass niemand das Wort „altersgerecht“ hören mag. Und eine Wohnung zu beziehen, der genau dieses Adjektiv anhaftet, will erst recht keiner. Marketing-Profis aus der Immobilienbranche wissen das ziemlich genau.

Doch es geht auch anders. Altersgerecht heißt nichts anderes als barrierefrei. Und Barrierefreiheit ist keineswegs ein reines Merkmal zur Beschreibung von Seniorenwohnungen. Vielmehr bietet sie einen Komfort, den ebenso junge Familien mit kleinen Kindern zu schätzen wissen. Und wer nach einem Sportwettkampf mit gerissenen Bändern, gebrochenen Knochen oder verletztem Knie nach Hause kommt, wird ebenfalls über einen unkomplizierten Zugang zur Wohnung erfreut sein.

Sorge vor der „grauen Wohnungsnot“

Selbstverständlich steigt mit dem Alter die Wahrscheinlichkeit, aufgrund von Bewegungseinschränkungen nicht mehr jede Wohnimmobilie [2] nutzen zu können. Steht keine barrierefreie Wohnung zur Verfügung bleibt als letzter Ausweg der Umzug in eine stationäre Pflegeeinrichtung.

Doch dieser Schritt ist aus gesamtgesellschaftlichen und gesamtwirtschaftlichen Interessen nicht wünschenswert. Denn die stationäre Versorgung ist teurer und zudem möchten die Menschen möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden ein selbstbestimmtes Leben führen.

Für die Zeiten, in denen geburtenstärkere Jahrgänge in den Ruhestand wechseln werden, rechnen Experten schon jetzt mit einer „grauen Wohnungsnot“. So weist zum Beispiel das Verbände-Bündnis „Wohnen 65plus“ darauf hin, dass heute nur jede 70. Wohnung seniorengerecht ausgestattet ist, aber schon jeder fünfte Deutsche das 64. Lebensjahr überschritten hat.

Barrierefreie oder betreute Wohnungen werden daher in Zukunft wohl eindeutig besser zu vermieten sein. Zudem werden gerade in den kommenden Jahren viele einkommensstarke Deutsche aus der Generation der Baby-Boomer eine neue Wohnung beziehen, die bewusst nach einer Perspektive für ein langes Leben in den eigenen vier Wänden ausgewählt wird.

Kaum Mehrkosten für Barrierefreiheit

Kein Wunder, wenn Demografie zunehmend zum Investment-Thema wird. Pflegeimmobilienfonds finden derzeit immenses Interesse bei Anlegern. Immer mehr Investoren suchen im Zuge des steigenden Wohnungsneubaus aber auch nach Konzepten, die eine überdurchschnittliche Rendite versprechen und stoßen dabei auf das Thema Barrierefreiheit.

Aus gutem Grund: Denn mit Mehrkosten ist die Aufwertung der Objekte nach neueren Erkenntnissen nicht verbunden. Vielmehr können alle oder zumindest die wichtigsten Kriterien für Barrierefreiheit durch gute Planung mit einem vernachlässigbaren zusätzlichen finanziellen Aufwand realisiert werden.

Moderne barrierefreie Wohnungen werden zudem so konzipiert und vermarktet, dass ihnen nicht das Stigma der Seniorenbleibe anhaftet. Vielmehr erscheinen sie durch Komfort und Großzügigkeit begehrenswert für alle Altersgruppen [3].

Barrierefreie Neubauwohnungen haben damit einen aus Investorensicht essenziellen Vorteil: Sie weisen alle Standards auf, die eine nachhaltige marktgerechte Positionierung versprechen – in energetischer, technischer und demografischer Hinsicht.

Aus Sicht der Investoren ist damit eine Nische beziehungsweise ein Thema im Immobilienmarkt gefunden, das langfristig eine bessere Vermietbarkeit und einen geringeren Leerstand und damit eine höhere Rendite verspricht.

Dr. Michael Held ist Geschäftsführer der Terragon Investment GmbH, Berlin.