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Baufinanzierung: Zinsen wieder nahe Rekordtief

Die Zinsen für Immobilienkredite sind nach Angaben von Interhyp im Januar um rund 0,2 Prozentpunkte gefallen. Sie liegen damit Anfang Februar wieder nahe ihres Allzeittiefs vom Frühjahr 2015.

Für eine Monatsrate von 1.000 Euro lässt sich laut Interhyp bei einem Zins von 1,4 Prozent und einer Tilgung von zwei Prozent ein Darlehen von rund 350.000 Euro abzahlen.

Viele Interessenten können ihre Immobilienträume [1] mit zehnjährigen Darlehen zu Zinsen um rund 1,4 Prozent finanzieren, so Interhyp.

Kreditnehmer mit ausreichender Bonität würden bei Bestanbietern Konditionen um rund 1,1 Prozent pro Jahr, oder sogar noch darunter, erhalten.

Monatsrate von 1.000 Euro finanziert 350.000 Euro Darlehen

Für eine Monatsrate von 1.000 Euro lässt sich laut Interhyp mit einem Zinssatz von 1,4 Prozent und einer anfänglichen Tilgung von zwei Prozent ein Darlehen [2] über rund 350.000 Euro aufnehmen.

Bei drei Prozent Anfangstilgung liege die mit 1.000 Euro zu finanzierende Darlehenshöhe bei rund 270.000 Euro. Interhyp empfiehlt im Zinstief eher höhere Tilgungsleistungen, möglichst von mindestens drei Prozent.

Zinsen könnten kurzfristig weiter sinken

Nach den Ergebnissen des Interhyp-Bauzins-Trendbarometers sehe die Mehrheit der befragten Experten kurzfristig weiterhin niedrige Zinsen. Einige halten in den kommenden Wochen sogar weitere Tiefstände für möglich. Langfristig sollen die Konditionen jedoch wieder steigen.

Die Notenbanker beeinflussen das Marktgeschehen weiter merklich. Auf der ersten Sitzung des neuen Jahres hat die Europäische Zentralbank (EZB) neue geldpolitische Maßnahmen in Aussicht gestellt. Denn mit dem Ölpreisverfall und der Abschwächung der Wirtschaft in China und den Schwellenländern droht die Inflation in der Eurozone erneut ins Minus zu rutschen.

EZB setzt ihre Politik vorerst fort

Viele Experten erwarten nun, dass die Notenbank weiter versuchen wird, Konjunktur und Teuerungsrate anzuheizen.

„Die Politik des billigen Geldes hält die Zinsen für Immobilienkredite derzeit tief“, sagt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG, München. „Immobilienkäufer und Bauherren profitieren von günstigen Finanzierungsbedingungen.“

Seite 2: Zinsanstiege im Jahresverlauf möglich [3]

 

Neben der lockeren Geldpolitik hatte zuletzt die starke Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen die Zinsen für Immobiliendarlehen gedrückt.

Eine Korrektur könnte die Bauzinsen [4] verteuern, was nach Einschätzung von Interhyp auf längere Sicht im Jahresverlauf angesichts der eingeläuteten Zinswende [5] in den USA und denkbarer Konjunkturerholung in Europa durchaus wieder möglich ist.

Wie aus dem Bauzins-Trendbarometer hervorgehe, prognostizieren 20 Prozent der Finanzexperten mittel- bis langfristig unveränderte, zehn Prozent leicht fallende und eine Mehrheit von 70 Prozent steigende Zinsen.

Kurzfristig gehen die meisten Befragten von gleichbleibenden, zum Teil auch von fallenden Zinsen aus. Für das Bauzins-Trendbarometer von Interhyp werden monatlich Zinsexperten von zehn Kreditinstituten in Deutschland befragt. (bk)

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