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Wohn-Riester: Clevere Optimierung des Bausparens

Die beim Bausparen angesammelten Sparbeträge werden für Neubau, Kauf, Umbau und Modernisierung von Immobilien eingesetzt – der “Wohn-Riester” unterstützt potenzielle Immobilienkäufer zusätzlich.

Gastbeitrag von Bernd Hertweck, Wüstenrot Bausparkasse

Bernd Hertweck: “Bausparen dient vorrangig zum Aufbau eines soliden Eigenkapitalstocks.”

Dem Bausparen [1] kommen als Baustein im Rahmen von Immobilienfinanzierungen [2] eine Reihe originärer Produktvorteile zugute.

Zu nennen sind zum Beispiel seine Zinssicherheit, die Flexibilität in der Spar- und Darlehensphase sowie kostenfreie Sondertilgungsmöglichkeiten [3] des Bauspardarlehens und seine nachrangige Absicherung im Grundbuch.

Ideal für Einkommensschwache und junge Menschen

Doch das Bausparen bietet noch weitere Pluspunkte. So kommen insbesondere einkommensschwächere und junge Menschen in den Genuss seiner staatlichen Förderung – sofern bestimmte
Einkommensgrenzen nicht überschritten werden – durch Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage und vermögenswirksame Leistungen.

Ihnen soll so der Weg hin zum Vermögensaufbau und zur privaten Altersvorsorge [4] über selbstgenutztes Wohneigentum geebnet werden. Zu nennen ist hier ferner die Riester-Förderung des Bausparens, die einem noch weit größeren Berechtigtenkreis und damit weiten Bevölkerungsteilen offen steht.

Vorteilhafte Finanzierungsbausteine

Der Riester-Bausparvertrag und das Riester-Darlehen stellen vorteilhafte Finanzierungsbausteine dar, die es Immobilien-Interessenten ermöglichen, die staatliche Förderung für ihren Weg ins eigene Haus oder die selbstbewohnte Eigentumswohnung [5] zu nutzen.

Die Förderung kann sich durchaus sehen lassen: 154 Euro Grundzulage zahlt der Staat jährlich für Alleinstehende, Verheiratete erhalten das Doppelte. Hinzu kommen 185 Euro Kinderzulage für
jedes kindergeldberechtigte Kind, für Kinder ab dem Geburtsjahrgang 2008 sogar 300 Euro.

Die zu erbringende Sparrate, um die volle Zulagenförderung zu erhalten, liegt bei vier Prozent des Vorjahres-Bruttoeinkommens. Bis zu 2.100 Euro Einlagen können so jährlich gefördert werden.

Seite zwei: Früher Abschluss lohnt sich [6]

Wer sich schon in jungen Jahren für den Wohn-Riester entscheidet, profitiert extra: Denn Zulageberechtigte, die zu Beginn des Kalenderjahres des Vertragsabschlusses das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, erhalten im ersten Beitragsjahr einen sogenannten Berufseinsteiger-Bonus, eine einmalig um 200 Euro erhöhte Grundzulage.

Die Förderung in Form des Wohn-Riesters ist sowohl während der Sparphase als auch während der Darlehensphase des Bausparens möglich. In der Sparphase unterstützt sie den Guthabenaufbau, beschert dem Sparer in der Niedrigzinsphase eine erfreuliche Rendite und beschleunigt die Zuteilung des Vertrags.

In der Darlehensphase können die Fördermittel eingesetzt werden, um die Tilgung zu erhöhen und so die Laufzeit des Kredits bei gleichem Einsatz eigener Mittel zu verkürzen.

Bausparen auch bei Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen

Die Stiftung Warentest (Finanztest) hat hierfür den Begriff “Tilgungsturbo” geprägt. Wohn-Riester-Bauspartarife von Wüstenrot [7], dem Erfinder des Bausparens, sind in den zurückliegenden Jahren immer wieder in unabhängigen Tests positiv bewertet worden.

Eine unverzichtbare Stütze ist das Bausparen aber auch für Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen im Wohnungsbestand. Im Rahmen der von der Bundesregierung ausgerufenen Energiewende kommt gerade den privaten Immobilien und deren energetischer Sanierung eine Schlüsselrolle zu. Zwei Drittel aller Baugelder, die die privaten Bausparkassen [8] ihren Kunden auszahlen, fließen inzwischen bereits in Maßnahmen an bestehenden Gebäuden.

Wirksame Modernisierungsmaßnahmen zur Energieeinsparung wie Dach- und Fassadendämmung, Austausch der Fenster oder veralteter Heizungsanlagen schlagen in der Regel mit einem Investitionsaufwand von bis zu 50.000 Euro zu Buche, was exakt der Größenordnung einer typischen Bausparfinanzierung entspricht.

Der Bausparvertrag [9] ist für derartige Finanzierungen oftmals erste Wahl, dient er doch vielen Eigenheimbesitzern als ideales Vorsorgeprodukt für zukünftig anfallende Modernisierungs-
und Renovierungsmaßnahmen.

Autor Bernd Hertweck ist Vorstandsvorsitzender der Wüstenrot Bausparkasse AG.

Foto: W&W