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Logistikimmobilien: Die Top Ten Standorte

Seit Jahren verzeichnet der europäische Logistikmarkt steigende Umsatzzahlen. Catella hat im Rahmen des Market Trackers die Gründe für das Wachstum und die stärksten Regionen untersucht sowie die Top Ten der Standorte für Logistikimmobilien gelistet.

Der Kunden verlangen immer schnellere Lieferzeiten, damit gewinnt auch der Standort von Logistikimmobilien an Bedeutung.

Deutschland [1] liegt in einem starken Logistikmarkt Europas nach Angaben von Catella weiterhin auf Platz eins. Auch im aktuellen Logistik- Performance-Index (LPI) 2016 der Weltbank ist Deutschland zum zweiten Mal in Folge Sieger, gefolgt von Frankreich.

Das liege jedoch nicht nur an der optimalen zentralen geografischen Lage innerhalb Europas, sondern auch an der hervorragenden Infrastrukturqualität und Logistiktechnologie.

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Kapitalmarktgetriebene Hausse

Die Logistikmärkte boomen, zuletzt erreichte der europäische Logistikmarkt [2] einen Umsatz von einer Billion Euro Marktvolumen. Der Catella Market Tracker berücksichtigt in seiner Analyse zwei Perspektiven:

Zum einen reihe sich der Markt für Logistikimmobilien nahtlos in die allgemeine, kapitalmarktgetriebene Hausse an den europäischen Immobilienmärkten ein. Die Nachfrage nach dieser Produktgattung steige, das (Neubau-)Angebot komme kaum hinterher, infolgedessen würden die Preise steigen.

Saisonale Aktivitäten sind Nachfragetreiber

Dies sei zwar eine kausal richtige, aber keinesfalls eine zufriedenstellende Antwort. Es sind saisonale Aktivitäten die laut Catella die Basis dieser Entwicklung bilden, wie der Black Friday, der Cyber Monday oder die länger andauernden Effekte der Vor- und Nachweihnachtszeit.

Eine fundamentale, online- getriebene Nachfrage-Veränderung der Endkunden hin zu immer schnelleren Lieferzyklen setze eine hochprofessionelle Logistikkette zwischen Kunden, Handel und Logistik in Gang. Aufgrund dieser zyklischen Analyse könne Catella eine kurz- bis mittelfristige Prognose stellen.

Standort wird wichtiger

Die zweite Perspektive sei für Investoren die weitaus gewichtigere: Wenn der Gesamtmarkt boomt und die Dynamik in immer schnelleren Abständen neue Produktkategorien gebiert, dann werde der richtige Standort beziehungsweise die richtige Region wichtiger, jenseits der Einzelobjektanalyse.

Seite zwei: Die Top Ten Logistikregionen [3]

Catella hat sich in der Dezemberausgabe des Market Trackers mit “Logistikregionen in Europa – zwischen Dynamik, Wettbewerb und Standortqualität” auseinandergesetzt und ist der Frage nachgegangen, welche Regionen die Top-Logistikregionen in Europa sind. Insgesamt standen 107 Regionen im Wettbewerb.

London auf Platz eins

Als Gewinner des Regionen-Scorings, basierend auf den Indikatoren Sozioökonomie, Infrastruktur und Immobilienqualität, geht laut Catella dabei die Logistikregion um London (“Greater London”) hervor, gefolgt von Oslo og Akershus in Norwegen. Die Île de France, Cataluña, Spanien, und Hovedstaden in Dänemark folgen auf den weiteren Rängen der Top fünf-Regionen.

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Quelle: Catella Research 2016

Das gute Abschneiden von Oslo überrascht. Die Region punkte vor allem aufgrund ihrer hervorragenden geografischen Lage, Infrastruktur- und Immobilienqualität. Die Spitzenmiete für Logistikflächen betrage dort 10,30 Euro pro Quadratmeter und gehöre damit zu einer der höchsten im europäischen Vergleich.

Zwar erwartet Catella nach dem finalen Exit [4] der Briten mittelfristig keine tiefgreifenden Änderungen, doch Noord-Holland (Amsterdam), Zuid-Holland (Rotterdam) und Haute-Normandie/Ile de France oder Hamburg seien potenzielle kontinentaleuropäische Wettbewerber bereit, in dieser Phase der Unsicherheit.

Starkes Abschneiden der nordischen Regionen

Auffallend sei zudem die Präsenz und zentrale Lage der nordischen Regionen mit Norwegen, Dänemark und Schweden. Alle Regionen würden aufgrund ihrer sehr guten Infrastrukturqualität, Anbindung an Wasserwege sowie ihrer jeweiligen Nähe zu den Nachbarländern punkten.

Der Blick auf die europäische Logistiklandkarte verdeutliche einmal mehr, dass Regionen beziehungsweise Ballungsräume und weniger einzelne Staaten die Wettbewerbsdynamik in diesem Sektor ausmachen. Investoren sollten dies berücksichtigen und den Wechselwirkungen zwischen diesen Regionen einen hohen Stellenwert zuordnen. (kl)

Foto: Shutterstock