Wohninvestmentmarkt: Angebotsmangel lässt Preise steigen

„Das Interesse am Wohninvestmentmarkt ist jedoch weiterhin hoch. Wir beobachten einen Fokus auf kleinere Losgrößen. Transaktionen in den Größenklassen zwischen 20 und 50 Millionen Euro (plus 68 Prozent) und 50 bis 100 Millionen Euro (plus 56 Prozent) haben im Vergleich zum Vorjahr sowohl hinsichtlich der Anzahl der registrierten Transaktionen als auch des registrierten Volumens zugenommen“, sagt Lüttger.

Projektentwicklungen

„Einige neue, kleinere Investoren sind aktiv und alte Bestandshalter, die in den vergangenen Jahren nichts gekauft haben, kehren zurück – wie beispielsweise Versicherungen. Wir vernehmen zunehmende Interessensbekundungen auf Investments in Projektentwicklungen. Mangelnde Produktverfügbarkeit kann aber auch hier die Investorennachfrage nicht vollständig befriedigen“, so Lüttgen.

Während laut CBRE 70 Prozent des registrierten Umsatzes auf das Bestandssegment entfällt, gewinnen Projektentwicklungen weiter an Bedeutung. Fast ein Drittel des Transaktionsvolumens in den ersten drei Quartalen 2016 seien auf Neubauprojekte entfallen. Somit hätten Investoren das in Projektentwicklungen investierte Kapital im Vorjahresvergleich um 35 Prozent auf nunmehr 2,1 Milliarden Euro gesteigert.

Weitere Verteuerung in Ballungsräumen

„Es gibt einen starken Zuzug in die Ballungsräume, der dort auf zu wenig Bestand im Geschosswohnbau und nach wie vor zu wenig Fertigstellungen trifft. Dies führt zu steigenden Kaufpreisen und veranlasst einige Investoren zu einem Ausweichen auf Standorte außerhalb der Top-Städte, die eine dynamische sozio-ökonomische Entwicklung aufzeigen“, sagt Michael Schlatterer, Team Leader Residential Valuation bei CBRE in Berlin.

„Das Gros des Transaktionsumsatzes entfällt jedoch auf die Ballungsräume“, ergänzt Linsin. Allein in Berlin seien mehr als 1,9 Milliarden Euro registriert wurden, gefolgt von Frankfurt und den umliegenden Gemeinden mit rund 615 Millionen Euro.

Lässt man die Übernahmen des Vorjahres außen vor, sei der Kaufpreis bei Portfoliotransaktionen im dritten Quartal 2016 verglichen mit dem dritten Quartal 2015 von 1.290 Euro pro Quadratmeter auf 1.570 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Wie im Vorjahreszeitraum seien im dritten Quartal 2016 knapp 200 Transaktionen erfasst wurden. Diese hätten dieses Jahr jedoch nur 75.000 Wohneinheiten umfasst, verglichen mit 95.000 Wohneinheiten im Vorjahreszeitraum.

Weitere Projekte in Planung

„Es befinden sich mehrere großvolumige Projekte in der Vermarktungspipeline, deren Abschluss wir noch bis zum Jahresende 2016 erwarten. So steht unter anderem das geplante freiwillige Übernahmeangebot der Conwert durch die Vonovia im Raum“, sagt Lüttger.

„Daneben befinden sich einige interessante Portfolios in der Pipeline, darunter auch im dreistelligem Millionenbereich. Abhängig von der Realisierung kann zum Jahresende für das Gesamtjahr 2016 ein Transaktionsvolumen über zehn Milliarden Euro erreicht werden“, ergänzt Linsin. (kl)

Foto: Shutterstock

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