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Anschlusskredit: Wohneigentümer lassen Sparchancen ungenutzt

Bei der Anschlussfinanzierung haben Haus- und Wohnungseigentümern die Möglichkeit viel Geld zu sparen. Einer aktuellen Interhyp-Studie zufolge wird deren Potenzial jedoch häufig nicht vollständig ausgenutzt.

Jeder Zweite profitiert bei der Anschlussfinanzierung von deutlich niedrigeren Zinsen als bei der Erstfinanzierung.

Für die Studie, die das Statistik-Portal Statista im Auftrag des Baufinanzierungsvermittlers Interhyp durchführte, wurden 2.200 Personen aus repräsentativen Bevölkerungsgruppen und etwa 1.100 Personen aus einem Interhyp-Panel befragt.

Demnach seien Anschlussfinanzierer attraktive Kunden für Kreditinstitute [1]: So habe sich die finanzielle Ausgangsposition von über der Hälfte (51 Prozent) aller Befragten im Vergleich zur Erstfinanzierung verbessert.

Sparen durch Anbietervergleich

Die am weitesten verbreiteten Gründe für diese Verbesserung seien höheres Einkommen (77 Prozent), geringere finanzielle Belastungen (33 Prozent), mehr Eigenkapital (15 Prozent) und ein gestiegener Immobilienwert (10 Prozent).

“Die günstigen Zinsen [2] und die oft verbesserte finanzielle Situation verschaffen Eigenheimbesitzern eine gute Verhandlungsposition, so dass sie in Ruhe Angebote vergleichen und die richtigen Entscheidungen für die weitere Finanzierung ihres Zuhauses treffen können“, sagt Mirjam Rohr, die im Interhyp Vorstand das Privatkundengeschäft verantwortet.

Durch einen sorgfältigen Anbietervergleich [3] sei viel Geld zu sparen: So seien durch Umschuldung Zinsvorteile von bis zu etwa einem halben Prozentpunkt möglich, was über die Darlehenslaufzeit eine Ersparnis von mehreren Tausend Euro bedeuten könne.

Darüber hinaus entsteht hier laut Interhyp kaum Aufwand für die Darlehensnehmer, da die beteiligten Banken die Abtretung der Grundschuld und die Auszahlung meist untereinander regeln.

Seite zwei: Aufwand wird überschätzt [4]

Trotz dieses finanziellen Vorteils haben etwa zwei Drittel der repräsentativ Befragten den Anbieter noch nicht gewechselt, beispielsweise aus Sorge über damit verbundene Kosten.

Gegen diese Sorge spreche, dass zwei Drittel der Kunden [5] im Vergleichspanel die zu 90 Prozent “deutlich sparen” konnten, dies durch einen Anbieterwechsel taten.

Interhyp zufolge zeigt die Studie auch, dass Sorgen über Kosten und Aufwand für den Bankenwechsel vielfach unbegründet sind. So werde der zeitliche Aufwand für die Umschuldung vor der Abschlussfinanzierung von rund 30 Prozent als eher hoch eingeschätzt, nach der Umschuldung jedoch von 80 Prozent als als gering beschrieben.

Falsche Vorstellungen bei Kreditnehmern

Auch der finanzielle Aufwand gestalte sich oft geringer als vermutet. Beispielsweise glauben nur 32 Prozent der Befragten vor der Anschlussfinanzierung, das die Umschuldungskosten für einen Bankwechsel unter 500 Euro liegen.

Nach dem Abschluss des Anschlusskredits berichte aber mehr als die Hälfte von derart geringen Kosten. Grund dafür sei die Erhebung von Kosten für die Abtretung der Grundschuld, da diese abhängig von der Darlehenshöhe [6] sei und oft nur wenige Hundert Euro betrage.

Weiterhin sei 40 Prozent der Kreditnehmer mit Zinsbindungen [7] von mindestens 15 Jahren nicht bekannt, dass ihnen laut BGB ein Sonderkündigungsrecht zusteht, wenn nach der Vollauszahlung des Kredits zehn Jahre verstrichen sind. Dies ist laut Interhyp ein wichtiges, jedoch weithin unbekanntes Mittel zu Optimierung. (bm)

Foto: Shutterstock

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