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Baufinanzierung: Die sechs teuersten Fehler

Fehler bei der Immobilienfinanzierung können viel Geld kosten, unter Umständen sogar genug um das ganze Eigenheim zu gefährden. Welche Fehler am weitesten verbreitet sind, und wie man sie vermeidet, schreibt Finanztest.

Die Immobilienfinanzierung bietet viele Tücken auf die es zu achten gilt.

In seiner Ausgabe 10/2017 erklärt das Magazin Finanztest der Stiftung Warentest die häufigsten Fehler bei der Immobilienfinanzierung und wie der angehende Käufer oder Bauherr diese vermeiden kann.

1. Nebenkosten nicht in voller Höhe eingeplant

Viele Finanzierungspläne scheitern laut Finanztest schon daran, dass nur der reine Kaufpreis einberechnet wird, nicht jedoch Nebenkosten [1] wie Grunderwerbsteuer (3,5 bis 6,5 Prozent), Notar- und Grundbuchkosten (1,5 bis 2 Prozent), Maklerprovision (3,57 bis 7,14 Prozent) und andere Standardnebenkosten die zusammen bis zu 15 Prozent der Preises ausmachen.

Auch an zusätzliche Nebenkosten wie nötige Renovierungen, Einbauküche und Umzug müsse zwangsläufig gedacht werden.

2. Wenig Eigenkapital verursacht hohes Risiko

Eine Baufinanzierung mit zu wenig Eigenkapital [2] ist lauf Finanztest hochgradig riskant, da ein hoher Kredit die monatliche Belastung erhöht.

Darüber hinaus müssten Bankkunden mit wenig Eigenkapital mit hohen Zinsaufschlägen rechnen. So erhöhe sich der Zinssatz bei einer Vollfinanzierung um 0,5 bis 1,0 Prozent im Vergleich zu einer 80-Prozent-Finanzierung.

Eine Baufinanzierung sei solide, wenn sämtliche Nebenkosten und mindestens zehn bis 20 Prozent des Kaufpreises aus eigenen Mitteln bezahlt werden können. Trotzdem sollte demnach eine Sicherheitsreserve von drei Monatsgehältern behalten werden.

3. Finanzielle Belastbarkeit wird überschätzt

Viele Käufer und Bauherren seien bereit für den Traum von den eigenen vier Wänden an ihre Grenzen [3] zu gehen, jedoch würden dabei oft die Ausgaben für Lebensunterhalt und Eigenheim unterschätzt.

Vernünftig sei es daher, die eigenen Einnahmen und Ausgaben mindestens der letzten zwölf Monate gegenüberzustellen. Der Überschuss müsse reichen um Kreditraten und Bewirtschaftungskosten zu zahlen, einschließlich Instandhaltungsrücklage.

Seite zwei: Niedrige Tilgung führt zu langer Laufzeit [4]

4. Niedrige Tilgung verlockt zu teuren Krediten

Kredite mit Mindesttilgung [5] von einem Prozent der Kreditsumme pro Jahr verlocken laut Finanztest viele Käufer, da mit ihnen auch hohe Kaufpreise in Großstädten finanzierbar wirken.

Quelle: Finanztest 10/2017

Eine solche Finanzierung sei hochriskant, da Schulden so nur sehr langsam abgebaut würden und nach einigen Jahren ein Anschlusskredit zu möglicherweise höheren Zinssätzen nötig wäre.

Finanztest empfiehlt daher eine Tilgung von mindestens zwei, besser noch drei oder vier Prozent, damit die Schuldenfreiheit vor Rentenbeginn erreicht ist.

5. Kurze Zinsbindung steigert Zinserhöhungsrisiko

Zwar habe eine kurze Zinsbindung niedrige Zinssätze zur Folge, jedoch berge sie das Risiko höherer Zinsen beim Abschluss des Anschlusskredits, besonders wenn kurze Zinsbindung und niedrige Tilgung [6] kombiniert wurden.

Der Käufer oder Bauherr solle sich daher vor jedem Darlehensangebot ausrechnen lassen, wie hoch die Raten nach dem Ende der Zinsbindung ausfallen, falls der Zinssatz für den Anschlusskredit auf fünf oder sechs Prozent steigt.

6. Staatliche Förderung bleibt ungenutzt

Verschiedene staatliche Programme bieten finanzielle Unterstützung für Bauherren an, so zum Beispiel für energieeffiziente Häuser und Wohnungen oder Familien [7] mit Kindern.

Diese Fördertöpfe seien jedoch oft unbekannt und werden von Banken nicht empfohlen. Daher müssen Bauherren sich wahlweise bei Gemeinde, Landrat oder auf der Internetseite baufoerderer.de des Verbraucherzentrale Bundesverband informieren. (bm)

Foto: Shutterstock

 

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