- Finanznachrichten auf Cash.Online - https://www.cash-online.de -

Sechs-Punkte-Plan soll Wohnen und Bauen bezahlbar machen

“Bezahlbaren Wohnraum zu finden, wird zu einem immer größeren Problem”, moniert der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV). Die nächste Bundesregierung müsse daher schnellstmöglich den gesetzlichen Rahmen verbessern. Wie das gelingen soll, hat der VZBV in einem Sechs-Punkte-Plan zusammengefasst.

Nach dem Willen des VZBV soll die nächste Bundesregierung einen Sechs-Punkte-Plan befolgen, um Bauen und Wohnen wieder bezahlbarer zu machen.

Bezahlbarer Wohnraum [1] sei immer schwieriger zu finden, sagt Thomas Engelke, Leiter Team Energie und Bauen beim VZBV.

Die Verbraucherschützer fordern die nächste Bundesregierung daher dazu auf, so schnell wie möglich Gesetze zu ändern, um Wohnen und Bauen [2]wieder bezahlbarer zu machen.

Ein vom VZBV erarbeiteter Sechs-Punkte-Plan soll den Gesetzgeber dabei unterstützen.

Sechs-Punkte-Plan des VZBV:

1. Mietpreisbremse reformieren

Da die Mietpreisbremse [3] in ihrer aktuellen Ausgestaltung nicht funktioniere, müsse sie angepasst werden, so das VZBV. So solle sie künftig auch für Neubauwohnungen gelten.

Zudem sprechen sich die Verbraucherschützer für eine Pflichtangabe zu Vormiete und Modernisierungskosten aus, die für mehr Transparenz bei der Mietentwicklung sorgen soll.

2. Modernisierungsumlage anpassen

Das VZBV fordert, den Modernisierungszuschlag für Mieter von elf auf sechs Prozent jährlich zu kürzen.

Gleichzeitig müsse im Modernisierungsfall eine auf acht Jahre befristete Höchstgrenze für Mieterhöhungen [4] (1,50 Euro pro Quadratmeter und Monat) eingeführt werden.

Seite zwei: Sanierungen steuerlich fördern [5]

3. Bestellerprinzip bei Maklerprovision einführen

Die Verbraucherschützer setzen sich dafür ein, dass das Bestellerprinzip [6] bei Maklerprovisionen künftig auch beim Immobilienkauf zur Eigennutzung gelten soll.

4. Grunderwerbssteuer für Sanierungen reduzieren

Um Anreize für energetische Sanierungen bei künftigen Immobilienkäufer zu schaffen, sollte nach dem Willen des VZBV die Grunderwerbssteuer gesenkt werden.

Zudem wollen die Verbraucherschützer eine Gesetzeslücke für Unternehmen beseitigen: Bei sogenannten “Share Deals”, bei denen statt eines Grundstücks Anteile an einem Unternehmen erworben werden, dem die Immobilie gehört, wird die Grunderwerbsteuer [7] nicht fällig.

Um Spekutlaionen am Wohnungsmarkt einzugrenzen, sollten laut VZBV daher Share Deals verboten werden.

5. Energetische Gebäudesanierung steuerlich fördern

Die Verbraucherschützer sprechen sich dafür aus, Hauseigentümer künftig durch einen zusätzlichen Steuerbonus zur energetischen Sanierung [8] zu motivieren.

Diese Förderung sollte demnach über zehn Jahre laufen – progressionsunabhängig durch Abzug von der Steuerschuld. Das staatliche Fördervolumen sollte bei mindestens 1,5 Milliarden Euro pro Jahr liegen.

6. Sozialen Wohnungsbau [9] langfristig fördern

Laut VZBV ist es wichtig, dass der Bund auch nach 2019 weiterhin mitverantwortlich für den sozialen Wohnungsbau [10] ist. Es solle außerdem eine “strenge Zweckbindung” für solche Neubauten eingeführt werden. Die Mittel des Bundes müssten demnach durch zusätzliche Landesmittel aufgestockt werden.

“Egal ob Singlehaushalte, Familien oder Ältere – Verbraucher suchen vor allem in Ballungsräumen händeringend nach bezahlbarem Wohnraum. Die Zeit drängt”, meint Engelke. Jetzt komme es auf die nächste Bundesregierung an, schnellstmöglich die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu verbessern. (jb)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema:

“Mietpreisbremse ist gescheitert” [3]

“Das Bestellerprinzip beim Immobilienkauf ist ein Irrweg” [6]

Wohnungsneubau: Deutschland europaweit nur im Mittelfeld [10]