- Finanznachrichten auf Cash.Online - https://www.cash-online.de -

Empirica: Wachstum der Immobilienpreise weiterhin bedenklich

Die Preise für Wohnungen und Häuser in Deutschland haben auch im ersten Quartal 2017 deutlich zugelegt, so das Ergebnis des Empirica-Immobilienpreisindex. Das Researchinstitut unterstreicht ein weiteres Mal, dass eine Preiskorrektur zu erwarten sei.

Der Anstieg der Kaufpreise für Neubau-Eigentumswohnungen setzt sich weiter fort.

Im Durchschnitt aller Baujahre ist der Index für Eigentumswohnungen [1] laut Empirica um 1,4 Prozent angestiegen, gleiches gelte für den Index von Ein- und Zweifamilienhäusern.

Auch der Index für die Mietpreise legte laut Empirica weiter zu, mit einem Wachstum von 1,5 Prozent gegenüber dem letzten Quartal sogar etwas stärker als die Preise von Eigentumswohnungen und Häusern.

Neubauwohnungen in Großstädten auf Jahressicht um 9,6 Prozent teurer

Der enorme Anstieg der Kaufpreise für Neubau-Eigentumswohnungen nehme weiter seinen Lauf. In kreisfreien Städten liegen die Kaufpreise [2] laut Empirica derzeit 1,8 Prozent über dem Niveau des vergangenen Quartals, deutschlandweit 1,0 Prozent darüber. Lediglich in Landkreisen habe sich der Zuwachs mit plus 0,5 Prozent etwas verlangsamt.

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken

Im Zwölf-Monatsvergleich seien die Kaufpreise für neue Eigentumswohnungen deutschlandweit um 7,7 Prozent gestiegen, in den kreisfreien Städten sogar um 9,6 Prozent. In den Landkreisen legte das Niveau um 6,4 Prozent zu.

Seit Beginn der Zeitreihe im ersten Quartal 2004 sind die inserierten Kaufpreise für neue Eigentumswohnungen laut Empirica deutschlandweit um 38,1 Prozent gestiegen, in den kreisfreien Städten um 55,4 Prozent. In Landkreisen hätten sie im selben Zeitraum um 28,2 Prozent zugelegt.

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken

Empirica stuft die starken Preisanstiege weiterhin als bedenklich [3] ein. Zwar handele es sich nicht um eine Blase im klassischen Sinne, da es weder ein Überangebot an Wohnungen noch eine überbordende Kreditvergabe gebe. “Nennen wir es also Preisübertreibung. Die Korrektur wird kommen, sobald Zinsen, Wohnungsangebot und Vermarktungsdauer steigen”, so Dr. Reiner Braun, Vorstand bei Empirica.

Seite 2: Stärkster Zuwachs bei Ein- und Zweifamilienhäusern [4]

Die inserierten Kaufpreise neuer Ein- und Zweifamilienhäuser haben nach Aussage des Resaerchinstituts im ersten Quartal 2017 am stärksten zugelegt.

Bundesweit sei das Niveau um 1,5 Prozent gegenüber dem letzten Quartal gestiegen. In den Landkreisen falle der Zuwachs mit 1,3 Prozent erneut etwas geringer aus als in den kreisfreien Städten (plus 1,8 Prozent).

Im Zwölf-Monatsvergleich haben die Preise demnach bundesweit um 7,1 Prozent zugelegt, in den kreisfreien Städten um 8,7 Prozent und in den Landkreisen um 5,9 Prozent.

Seit Beginn der Zeitreihe im ersten Quartal 2004 seien die inserierten Kaufpreise für neue Ein- und Zweifamilienhäuser deutschlandweit um 24,9 Prozent gestiegen, In den kreisfreien Städten liege der Zuwachs bei 36,2 Prozent, in den Landkreisen bei 18,3 Prozent.

Angebotsmieten weiter gewachsen

Deutliche Anstiege gibt es auch bei den Mieten: Der Index inserierter Angebotsmieten [5] kletterte laut Empirica im Neubau kontinuierlich nach oben.

Gegenüber dem vierten Quartal 2016 seien die Mietpreise deutschlandweit und in kreisfreien Städten jeweils um 1,0 Prozent gestiegen, in Landkreisen liege der Zuwachs mit 0,9 Prozent etwas darunter.

Im Zwölf-Monatsvergleich betrage der deutschlandweite Anstieg 3,8 Prozent. Seit Beginn der Zeitreihe im ersten Quartal 2004 haben die Neubaumieten laut Empirica deutschlandweit somit um 26,0 Prozent zugelegt. Dabei liege der Zuwachs in den kreisfreien Städten bei 34,2 Prozent und in den Landkreisen bei 21,5 Prozent. (bk)

Foto: Shutterstock