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Immobilienmarkt mit Investitionshoch

Auf den deutschen Immobilienmärkten sind im vergangenen Jahr 240,5 Milliarden Euro investiert worden. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Erfassungen 1988. Zu diesem Ergebnis kommt eine Hochrechnung des Immobilienverbands IVD auf Basis des vom Bundesministerium für Finanzen erhobenen Grunderwerbsteueraufkommens.

Trotz des gestiegenen Grunderwerbsteueraufkommens seien die Steuersätze in einigen Bundesländern weiter angehoben worden.

Seit Beginn der Erfassung 1988 ist auf den deutschen Immobilienmärkten [1] noch nie so viel investiert worden, wie letztes Jahr (240,5 Milliarden Euro). Gegenüber 2015 sei dies ein Anstieg um rund 21 Milliarden Euro beziehungsweise 9,6 Prozent. Die daraus resultierenden Zusatzeinnahmen aus der Grunderwerbsteuer belaufen sich auf 12,4 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine Hochrechnung des Immobilienverbands IVD auf Basis des vom Bundesministerium für Finanzen erhobenen Grunderwerbsteueraufkommens.

Grunderwerbsteuer erschwert Altersvorsorge

“Die deutschen Immobilienmärkte sind im In- und Ausland nach wie vor sehr attraktiv. Der Staat profitiert dadurch von einem immer höheren Grunderwerbsteueraufkommen. Allein die letzten Erhöhungen der Grunderwerbsteuer haben den Ländern 2016 ein Einnahmeplus von 10,2 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro verschafft”, sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD.

“Vor diesem Hintergrund ist es umso weniger gerechtfertigt, dass immer mehr Bundesländer die Grunderwerbsteuer [2] auf den Höchstsatz von 6,5 Prozent anheben. Das erschwert gerade Schwellenhaushalten den Zugang zu selbstgenutztem Wohneigentum und somit einer kapitalgedeckten Altersvorsorge [3]“, so Schick.

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Bundesländer mit den höchsten prozentualen Anstiegen und stärksten Rückgängen

Saarland und Nordrhein-Westfalen mit den prozentual stärksten Transaktionsanstiegen

In zehn Bundesländern sind die Immobilienumsätze gestiegen. Das stärkste Umsatzwachstum habe es im Saarland ( plus 38,5 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro), in Nordrhein-Westfalen  (plus 16,3 Prozent auf 45,34 Milliarden Euro) und in Hessen (plus 15,6 Prozent auf 22,16 Milliarden Euro) gegeben.

Umsatzrückgänge zwischen 0,2 Prozent und 7,8 Prozent seien in Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklen-burg-Vorpommern und Thüringen zu verzeichnen.

Bayern vor Nordrhein-Westfalen erneut mit den höchsten Umsätzen

Wie in den Jahren zuvor seien auch 2016 mit 50,83 Milliarden Euro die höchsten Umsätze in Bayern erzielt worden. Im Vorjahresvergleich sind die Umsätze laut IVD noch einmal um 13,3 Prozent gestiegen.

An zweiter Stelle folge Nordrhein-Westfalen mit 45,34 Milliarden Euro – ein Plus von 16,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf Platz drei liege Baden-Württemberg mit einem Umsatz von 31,92 Milliarden Euro. Hier sei das Transaktionsvolumen um 0,5 Prozent leicht gesunken.

Das Immobilientransaktionsvolumen beziehungsweise der Immobilienumsatz umfasst sämtliche private und gewerbliche Immobilientransaktionen, für die Grunderwerbsteuer zu entrichten ist. Da die überwiegende Zahl der Transaktionen – mit Ausnahme der Fälle, bei denen Erbschafts- und Schenkungssteuer anfallen, sowie Share-Deals – dieser besonderen Umsatzsteuer unterliegen, ist diese Statistik ein probates Mittel, die jährlichen Immobilienumsätze zu erfassen. (kl)

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