4. Juni 2017, 07:10
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Kreditfonds: Rentable Lückenfüller

Andernfalls stehen alternative Vehikel zur Verfügung. Unter deutschen Investoren am stärksten verbreitet ist etwa der Pfandbrief. Dieses indirekte, streng regulierte und sehr sichere Anlageprodukt ist mit erstrangig besicherten Hypothekendarlehen unterlegt und erzielt deshalb derzeit auch nur sehr geringe Renditen.

Neue Instrumente wie beispielsweise Crowdfunding-Lösungen stecken noch in den Kinderschuhen, konzentrieren sich auf kleinere Losgrößen und richten sich tendenziell eher an Privatanleger.

Gerade für institutionelle Investoren bieten sich daher Immobilienkreditfonds an. In den USA und einigen Ländern Europas sind solche Fonds schon länger geläufig.

Trend zu Kreditfonds schon vor 2016

Nach Angaben von Creditreform beträgt das Volumen in ganz Europa mehr als 47 Milliarden Euro, Tendenz steigend. Inzwischen finden sie auch in Deutschland zunehmend Verbreitung.

Dazu mag beitragen, dass es geschlossenen Spezialfonds erst seit dem Jahr 2016 vom Gesetzgeber und BaFin ausdrücklich gestattet ist, Darlehen zu vergeben, und das selbst- ständig und ohne Begleitung einer Partnerbank als Mittler.

Zuvor konnten sie Fremdkapitalinstrumente lediglich am Sekundärmarkt zukaufen, aber weder selbst vergeben noch prolongieren oder neu strukturieren. Allerdings war bereits vor 2016 ein Trend zu Kreditfonds zu beobachten.

Intensiver Wettbewerb zwischen Kreditinstituten

Schließlich standen und stehen den Investoren in anderen EU-Ländern schon lange geeignete alternative Fondsstrukturen zur Verfügung. Eine größere Rolle als diese regulatorische Neuregelung dürfte die Zurückhaltung von Banken spielen.

Gerade in Deutschland ist der Wettbewerb zwischen den Kreditinstituten um Immobilienfinanzierungen sehr intensiv, das Angebot entsprechend groß und die Konditionen meist recht komfortabel. Bei höheren Beleihungsausläufen ziehen sich die klassischen Geldhäuser hingegen zurück.

Hintergrund ist die immer weiter auseinanderklaffende Lücke zwischen den Beleihungswerten und den tatsächlichen Marktwerten von Immobilien. In Deutschland legen das Pfandbriefgesetz und die Beleihungswertermittlungsverordnung recht detailliert fest, wie der Beleihungswert einer Immobilie zu berechnen ist.

Beleihungswerte häufig über tatsächlichen Preisen

Dabei können unterschiedliche Verfahren wie das Sachwertverfahren, das Vergleichswertverfahren, das Ertragswertverfahren oder eine Kombination aus diesen zum Einsatz kommen.

Im Ergebnis liegen diese Beleihungswerte regelmäßig deutlich unter den tatsächlich am Markt gezahlten Preisen. Das ist durchaus auch die Intention des Gesetzgebers, um die Folgen möglicher Preiseinbrüche am Immobilienmarkt auf die Finanzmärkte abzufedern.

Allerdings sind die Marktwerte den offiziellen Beleihungswerten inzwischen so weit enteilt, dass sich für Immobilieninvestoren eine große Lücke auftut.

Seite drei: Beleihungsausläufe bei Immobilienkrediten

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Nachfolgeplanung: Die Hoffnung ruht zu Unrecht auf dem Mitbewerber

Ein Drittel der Maklerbetriebe ist im Hinblick auf die eigene Altersversorgung auf den Verkauf des Betriebes angewiesen. Dessen ungeachtet haben 48 Prozent der Befragten noch keine Nachfolgeregelung geplant oder getroffen. Dies ist zentrales Ergebnis einer Studie zum Thema Unternehmensnachfolge in Maklerbetrieben, die die Versicherungsforen Leipzig gemeinsam mit den Maklerforen Leipzig und der Berufsakademie Dresden durchgeführt haben.

mehr ...

Immobilien

Warum der Mietendeckel Mietern nicht hilft

Der Berliner Senat will den sogenannten Mietendeckel einführen, die Bestandsmieten also für fünf Jahre einfrieren. Es soll eine Antwort auf die kräftigen Mietpreissteigerungen der vergangenen Jahre sein, die vielen Berlinern zu schaffen machen – 84 % der Berliner Haushalte leben zur Miete. Ein Kommentar von Nedeljko Prodanovic, Geschäftsführer Stonehedge, zum Mietdeckel

mehr ...

Investmentfonds

Doppelschlag von Fed und EZB

Auf der Pressekonferenz der US-Notenbank am vergangenen Mittwoch war die Ansage von Jerome Powell eindeutig: Sollte der Handelskrieg weiter schwelen und somit auch das Erreichen des Inflationsziels gefährden, stehe die Fed Gewehr bei Fuß, um die Zinsen erstmals seit 2008 zu senken. Noch deutlicher war die Kunde, welche die sogenannten Dots verbreiteten. Ein Kommentar von Felix Herrmann, Kapitalmarktstratege bei Blackrock.

mehr ...

Berater

Banken schöpfen digitales Potential nicht aus

Capco, Management- und Technologieberatung mit Fokus auf die Finanzdienstleistungsbranche, veröffentlicht eine neue Studie zum Stand der Digitalisierung im Kreditgeschäft von Banken. Befragt wurden Kunden und Führungskräfte von mehr als 100 Kreditinstituten zu ihren Erfahrungen und Einschätzungen über den Stand der Digitalisierung im Kreditgeschäft. Das Zeugnis für die Banken fällt dabei ernüchternd aus.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R: Sehr positive Resonanz der Gläubiger auf den Vergleichsvorschlag der Insolvenzverwalter

Die Gläubiger in den Insolvenzverfahren der deutschen P&R Gesellschaften haben sehr positiv auf den Vergleichsvorschlag der Insolvenzverwalter reagiert. Bislang haben schon über 95 Prozent der Gläubiger bzw. deren anwaltliche Vertreter ihre Zustimmung zum Vergleich über die Forderungsfeststellung erklärt. Insgesamt wurden in den vier Insolvenzverfahren über 80.000 Schreiben an rund 54.000 Gläubiger verschickt.

mehr ...

Recht

Versicherungspolicen: Wo es Steuern zurückgibt

In diesem Jahr verlängert sich erstmalig die Frist zur Abgabe der Steuererklärung auf den 31. Juli. Besonders Steuererklärungs-Muffel wird die zwei-monatige Fristverlängerung freuen. Dabei kann man mit den richtigen Tipps und Kniffen durchaus eine ganze Menge der gezahlten Steuern wiederbekommen. Dies gilt auch für die abgeschlossenen Versicherungspolicen.

mehr ...