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Passantenfrequenz: Großstädte nah an Metropolen

Wie viele Passanten pro Stunde über sie flanieren hat großen Einfluss auf die Attraktivität bestimmter Lagen für Investoren. Wie eine aktuelle Studie des Immobiliendienstleisters BNP Paribas Real Estate zeigt, können europäische Großstädte in dieser Hinsicht mit größeren Metropolen mithalten.

Die Ergebnisse der Studie sprechen für eine hohe Attraktivität der Einzelhandelslandschaften in Europa.

Basierend auf der aktuellen paneuropäischen Passantenfrequenzstudie von BNP Paribas Real Estate in 23 europäischen Städten hat der Immobilienberater die Passantenströme nach Städtegröße untersucht.

Demnach gingen 2017 durchschnittlich 7.00o Besucher pro Stunde über die Vorzeige-Lagen deutscher und europäischer Städte zwischen 500.000 und einer Million Einwohner – nur 700 weniger als in der nächstgrößeren Gruppe mit ein bis zwei Millionen Einwohnern.

Die Frequenzzahlen werden vor allem durch die Städtegröße und das Kundenpotenzial [1] aus Einwohner- und Touristenzahlen beeinflusst.

Berlin als Ausnahme unter den Metropolen

Das höchste Passantenaufkommen sei mit knapp unter 10.000 Personen pro Stunde in den größten europäischen Städten (über zwei Millionen Einwohner) wie London, Madrid oder Paris festzustellen.

Die Bundeshauptstadt Berlin gehöre zwar auch zu dieser Städtekategorie, falle mit einer maximalen Passantenfrequenz von etwa 7.100 Besuchern jedoch hinter den anderen Metropolen [2] zurück, da die Struktur der Berliner City die Shoppingströme auf verschiedene, attraktive Straßenzüge und Viertel verteile.

Auch auf internationaler Ebene sind die genannten Städte laut BNP Paribas Reise- und Shoppingziele mit globaler Strahlkraft und im Mittel über 10 Millionen Gästen aus dem Ausland.

Dies sei auch der Grund dafür, dass sich in dieser Gruppe auch die teuersten Shoppingmeilen Europas befinden: Auf den ersten beiden Rängen platzieren sich mit großem Abstand die Avenue des Champs Elysées in Paris und die Oxford Street in London mit Top- Mieten von 1.833 Euro pro Quadratmeter beziehungsweise 1.119 Euro pro Quadratmeter.

München führt seine Kategorie an

Bei Städten zwischen einer und zwei Millionen Einwohnern könne München mit der Kaufingerstraße (12.832 Besucher pro Stunde) die bestfrequentierte europäische Einkaufsstraße [3] aufweisen und sei gleichzeitig seit Jahren die belebteste deutsche Top-Lage.

Die Kölner Schildergasse (11.618 Besucher) schneide im europäischen Vergleich dieser Städtegrößenklasse, in der die durchschnittliche Passantenfrequenz bei etwa 7.700 Besuchern liege, ebenfalls sehr gut ab.

Neben München und Köln seien einige der bestbesuchten Meilen in anderen europäischen Städten wie Barcelona (10.216 Personen), Wien, Mailand und Zürich (jeweils zwischen 8.000 und 9.000 Personen) zu finden.

Auch was die Kaufkraftkennziffer angehe erzielt München BNP Paribas zufolge einen Spitzenwert. Mit 216,3 liege die bayerische Landeshauptstadt nur noch hinter Zürich (348,0) und Oslo (225,5).

Seite zwei: Frankfurt über dem Durchschnitt [4]

Die kleinste untersuchte Klasse, die der europäischen Städte zwischen 500.000 und einer Million Einwohner, sei besonders bemerkenswert, da ihre Passantenfrequenz von durchschnittlich 7.000 Personen nur knapp hinter den Millionenstädten bleibe.

Neben deutschen Städten wie Frankfurt (10.280 Passanten) und Hannover (9.388 Passanten) seien hier insbesondere auch die überdurchschnittlichen Ergebnisse der irischen Hauptstadt Dublin (8.802 Passanten) und nordeuropäischer Städte wie Stockholm [5] (8.430 Passanten) zu nennen.

Die niederländische Metropole Amsterdam bleibe mit der Kalverstraat (knapp 7.900 Passanten) nur knapp hinter den nordischen Städten zurück und liege noch vor dem Dortmunder Westenhellweg (7.598 Passanten).

Attraktivität durch Anpassung

Die erhobenen Daten zur Passantenfrequenz sprechen laut BNP Paribas in allen Kategorien für die hohe Attraktivität europäischer Städte und ihrer Einzelhandelslandschaften.

Trotzdem seien auch in den größten Shoppingdestinationen strukturelle Anpassungsprozesse im Zuge der wachsenden Bedeutung des E-Commerce [6] notwendig, um ihre Vitalität und Anziehungskraft auch in Zukunft zu wahren. (bm)

Foto: Shutterstock

 

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