Sorgenkind Bestandsimmobilien?

Die Preise für Bestandshäuser sind im Juni im Vergleich zum Vormonat zwar leicht gestiegen. Doch im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser im Juni 2017 erstmals seit mehr als sieben Jahren wieder relevant günstiger, so Europace. Ein Grund zu Sorge?

"Im Zuge der Wohnimmobilienkreditrichtlinie erwarten wir eine weitere Professionalisierung in der Finanzierungsvermittlung."
Thilo Wiegand, Europace: „In ländlichen Bereichen und Regionen mit Bevölkerungsrückgang geben mangels Nachfrage auch die Immobilienpreise nach.“

Der durchschnittliche Preis für Bestandshäuser sank laut der aktuellen Auswertung des Europace Hauspreis-Index (EPX) binnen zwölf Monaten um 1,03 Prozent. Im gleichen Zeitraum legten neue Ein- und Zweifamilienhäuser um 11,44 Prozent zu.

Müssen sich Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern nun Sorgen um einen Wertverfall ihrer Immobilien machen?

„Der ganz überwiegende Teil nicht“, beruhigt Thilo Wiegand, Vorsitzender des Vorstands der Europace AG, die den EPX monatlich erhebt. „Wer gerade auf der Suche nach einer Wohnimmobilie aus zweiter Hand ist, den mag die Kunde von sinkenden Preisen auch sehr überraschen. Im Markt herrscht weithin wesentlich mehr Nachfrage als Angebot – und das treibt die Preise. Das gilt in praktisch allen Groß- und den meisten Mittel-Städten. Aber eben nicht überall: In ländlichen Bereichen oder Regionen mit Bevölkerungsrückgang geben mangels Nachfrage auch die Immobilienpreise nach.“

„Die Preisentwicklung gerade bei Bestandshäusern ist entsprechend regional sehr unterschiedlich“, erklärt Wiegand. Dies zeige immer wieder auch der Dr. Klein Trendindikator Immobilienpreise (DTI), der regelmäßig auf Basis der Zahlen aus der Europace-Transaktionsplattform für Immobilien- und Ratenkredite regionale Immobilienpreis-Entwicklungen auswerte. „Hier werden zwar keine ländlichen Regionen, sondern nur Metropolregionen betrachtet“, erläutert Wiegand. „Doch selbst hier sieht man sehr unterschiedliche Preisentwicklungen bei Wohnimmobilien innerhalb Deutschlands.“

EPX-Entwicklungen im Detail

Der EPX-Teil-Index für Eigentumswohnungen ist im Vergleich zum Vormonat um 1,75 Prozent deutlich gestiegen, im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,65 Prozent. Die Preise bei neuen Ein- und Zweifamilienhäusern legten gegenüber Mai 2017 um 0,71 Prozent, gegenüber Juni 2016 um 11,44 Prozent zu.

Bei Bestandshäusern ergab sich zum Vormonat ein Plus von 0,62 Prozent, zum Vorjahresmonat ein Minus von 1,03 Prozent. Für den EPX-Gesamt-Index ergab sich insgesamt ein Anstieg um 1,04 beziehungsweise 6,50 Prozent. (fm)

Foto: Europace

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