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Wohnimmobilien: Die Wünsche der Bürger

In Nordrhein-Westfalen (NRW) werden pro Jahr etwa 25.000 Wohnungen zu wenig gebaut. Diese Situation ist auch im Zusammenhang mit den Wohnwünschen der Bürger problematisch, wie eine aktuelle Studie der Landesbausparkasse (LBS) zeigt.

Die knappe Wohnraumversorgung macht es den NRW-Bürgern schwer ihre Vorstellungen zu realisieren.

Der Bau von Etagenwohnungen habe sich von 15.000 am Tiefpunkt der Finanzkrise 2009 zwar auf 33.000 bis Ende 2017 erholt, jedoch reiche dies nicht aus um den Bedarf zu decken. Darüber hinaus stagniere der Eigenheimbau bei etwa 17.000 Wohnungen.

“Beides, Eigenheim- wie Mietwohnungsbau [1], brauchen wir, um den Druck aus dem Markt zu nehmen“, betonte LBS-Vorstandsvorsitzender Jörg Münning bei der Vorstellung der Studie “Wohnwünsche 2017”.

In dieser Studie seien die Bürger von NRW repräsentativ befragt worden, wie sie in Zukunft wohnen wollen. Dies habe unter anderem eine weit verbreitete Ablehnung von Hochhäusern offenbart.

Bausünden nicht wiederholen

Laut LBS versuchen die Kommunen derzeit Grundstücke zu aktivieren und Genehmigungen [2] zu beschleunigen. Dabei sei es jedoch wichtig, aus den Fehlern der 60er und 70er Jahre zu lernen.

Hochverdichtete Vorstädte nach dem, in diesen Jahrzehnten üblichen Muster treffen auf massive Akzeptanzprobleme unter potenziellen Bewohnern.

So erklärt Münning: “Gesucht sind vor allem 3- bis 4-Zimmer-Wohnungen in Gebäuden [3] mit maximal 12 Einheiten.” Mieter wünschen sich sogar höchstens sechs Parteien im Haus.

Seite zwei: Innenstädte verlieren an Beliebtheit [4]

Immerhin ein Viertel aller Mieter wolle als Nächstes ein Ein-/Zweifamilien- oder Reihenhaus mieten. Unter den Eigentümern wollen sogar drei Viertel in ein Eigenheim [5] ziehen, was den Beitrag des Eigenheimbaus zur Wohnraumversorgung unterstreiche.

Die Beliebtheit der Innenstädte hat der LBS zufolge in den letzten zehn Jahren stark abgenommen: Wollte damals noch jeder Zweite bei seinem nächsten Umzug in die Innenstadt ziehen, sind es aktuell nur noch 19 Prozent.

Gründe für diese Entwicklung seien höchstwahrscheinlich hohe Preise [6] und mangelndes Angebot. Nicht verändert habe sich in den letzten zehn Jahren die Nachfrage nach dem ländlichen Wohnen, die noch immer bei 16 Prozent liege.

Mit 40 Prozent den meisten Zuspruch finde die ruhige Stadtteillage, während die ehemals unbeliebten Stadtteilzentren einen Sprung vom letzten Platz in 2008 (6 Prozent) auf den zweiten Rang in der diesjährigen Rangliste vollzogen.

Mobilität nimmt zu

Jeder zweite Haushalt in NRW plant laut LBS in den nächsten Jahren einen Umzug oder schließt diesen zumindest nicht aus – doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren.

Nähe zum Arbeitsplatz sei dabei kaum noch ein Faktor, da die Bürger pro Weg im Schnitt 32 Kilometer zu pendeln bereit seien, etwa zwei Kilometer mehr als noch vor fünf Jahren.

Größere Bedeutung komme hingegen den sozialen Bindungen beim Wohnen [7] zu, da “Sicherheit”, “Ruhe” und “Gute Nachbarschaft” seit vielen Jahren die wichtigsten Kriterien bei der Wahl des Wohnumfeldes seien.

Weiterhin ist Anschluss an schnelles Internet den Bürgern der LBS zufolge mittlerweile genau so wichtig wie Einkaufsmöglichkeiten in erreichbarer Nähe. (bm)

Foto: Shutterstock

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