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Baufinanzierung: Deutsche nehmen immer höhere Darlehen auf

Die Bundesbürger leihen sich derzeit mehr Geld für die Finanzierung einer eigenen Immobilie als jemals zuvor. Das geht aus einer aktuellen Marktuntersuchung des Finanzdienstleisters Dr. Klein Privatkunden AG hervor.

Trotz der weiter ansteigenden Kreditsummen stehen die Finanzierungen meist auf einer soliden Basis.

Schon seit Juni 2017 bewege sich die durchschnittliche Kredithöhe oberhalb der 200.000-Euro-Marke. Im April dieses Jahres sei sie mit 215.000 Euro sogar noch 2.000 Euro höher gewesen als im Vormonat – und habe damit einen neuen Höchstwert erreicht.

Zieht man einen Vergleich zum April 2011, so zeigt sich laut Dr. Klein eine Steigerung um fast 50 Prozent. Zu diesem Zeitpunkt habe die Kreditsumme im Schnitt noch bei 145.000 Euro gelegen.

Grund für diese Entwicklung seien die steigenden Immobilien- und Grundstückspreise. Um diese bezahlen zu können, benötigen die Kunden [1] mehr Geld durch höhere Kredite.

Monatsraten sinken leicht

Im April 2018 gaben Hausbauer und Käufer den Experten zufolge unter dem Strich fünf Euro weniger für die Darlehenstilgung aus als im Vormonat.

Die Standardrate befinde sich mit 465 Euro nach wie vor auf einem historisch niedrigen Niveau. Noch im April 2011 habe die durchschnittliche monatliche Rate mit 803 Euro noch fast doppelt so hoch gelegen wie heute.

Die ermittelte Standardrate für Baudarlehen sei von Dr. Klein für einen Immobilienkredit [2] in Höhe von 150.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung und 80 Prozent Beleihungsauslauf errechnet worden.

Finanzierungen weiterhin solide

Die steigenden Kreditsummen seien jedoch kein Grund zur Sorge um wackelige Finanzierungen [3], da der Beleihungsauslauf seit Mai 2017 konstant um die 80-Prozent-Marke pendele und auch aktuell auf diesem niedrigen Niveau verharre.

Der Beleihungsauslauf gibt laut Dr. Klein das Verhältnis zwischen dem Immobilienkredit und dem Wert der finanzierten Immobilie wieder. Umso niedriger der Beleihungsauslauf, desto geringer ist das Finanzierungsrisiko für die Bank.

Im März 2018 habe dieser Wert bei 79,86 Prozent gelegen, in diesem Monat mit 80,03 Prozent sogar noch leicht höher. Der Tilgungssatz steige im April um 0,2 Prozentpunkte auf 2,88 Prozent.

Seite zwei: Lange Zinsbindung bevorzugt [4]

Auch im April wählen die deutschen Baufinanzierer [5] meist eine lange Zinsbindung. Wie schon im Monat zuvor lassen sie sich die aktuellen Baufinanzierungszinsen für einen Zeitraum von 14 Jahren und einem Monat festschreiben.

Die bisher im Schnitt längste Zinsbindung wählten die Deutschen im August 2016. Damals sicherten sich die Kreditnehmer die Zinsen Dr. Klein zufolge für 14 Jahre und sechs Monate.

Auch in diesem Zusammenhang offenbare der Vergleich mit April 2011 enorme Unterschiede, denn vor sieben Jahren betrug die Zinsbindung [6] nur etwas mehr als zehn Jahre.

KfW-Darlehen weiter im Sinkflug

Die Nachfrage nach KfW-Darlehen erhole sich auch in diesem Monat nicht. Schon seit Jahresbeginn bewege sich ihr Anteil unterhalb von fünf Prozent und erreiche diesen Monat mit 4,23 Prozent einen neuen Tiefpunkt.

Somit habe sich das Interesse an KfW-Krediten innerhalb von zwei Jahren mehr als halbiert: Ihr Anteil betrug im April 2016 noch 11,4 Prozent.

Forward-Darlehen, mit denen sich Kreditnehmer die jetzigen Konditionen für ihre Anschlussfinanzierung [7] bis zu fünf Jahre im Voraus sichern können, erfahren im April 2018 einen erneuten Anstieg auf etwa zwölf Prozent. Nur minimale Bewegungen seien bei den klassischen Annuitätendarlehen festzustellen – von 78,86 auf 79,25 Prozent. (bm)

Foto: Shutterstock

 

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