- Finanznachrichten auf Cash.Online - https://www.cash-online.de -

Deutschlands Westen im Zehn-Jahresvergleich: Mietanstieg von bis zu 65 Prozent

Die Mieten steigen nicht nur in den Metropolen, sondern auch in vielen Stadt- und Landkreisen. Immowelt hat die Entwicklung in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland analysiert. Frankfurt ist mit 13,80 Euro pro Quadratmeter am teuersten, dahinter folgt Mainz. Den größten Zuwachs verbucht eine Region, die weniger im Fokus steht.

Mainz gehört zu den teuersten Standorten für Mieter im Westen der Bundesrepublik.

In den Ballungsgebieten um München, Berlin [1] oder Hamburg explodieren die Mieten. Doch auch abseits der Großstädte klettern die Preise immer weiter in die Höhe – in den westlichen Bundesländern legten sie nach Angaben von Immowelt innerhalb von zehn Jahren um bis zu 65 Prozent  zu.

Zu diesem Ergebnis kommt der Zehn-Jahresvergleich des Portals, für den die Angebotspreise von Mietwohnungen und -häusern in den Stadt- und Landkreisen Nordrhein-Westfalens, Hessens, der Rheinland-Pfalz und des Saarlandes untersucht wurden.

Größter Anstieg im Westerwaldkreis

Demnach sind die Mieten [2] vor allem in hessischen und rheinland-pfälzischen Städten und Kreisen gestiegen, die bislang ein niedriges Preisniveau hatten. Bestes Beispiel dafür sei der Westerwaldkreis, der mit einem Plus von 65 Prozent den größten Anstieg aufweist. Kostete der Quadratmeter vor zehn Jahren noch im Median 4,60 Euro, sind es inzwischen 7,60 Euro. Eine ähnliche Entwicklung hat Kassel hinter sich: Nach einer Steigerung von 59 Prozent zahlen Mieter aktuell 7,80 Euro pro Quadratmeter. Auch im Landkreis Cochem-Zell sind die Mieten (plus 57 Prozent) deutlich gestiegen.

Zum Vergrößern bitte auf die Tabelle klicken

Übersicht der Mietpreise in den Stadtkreisen (Teil 1)

Aufgrund des geringen Ausgangsniveaus von 2008 sind die Mieten im Westen laut Immowelt trotz der starken Erhöhungen größtenteils moderat. So liegen in 84 von 115 untersuchten Stadt- und Landkreisen die Kaltmieten aktuell unter acht Euro pro Quadratmeter.

Seite 2: Teure Metropolen und Studentenstädte + Mietpreisübersicht Teil 2 [3]

Allerdings gebe es auch in den westlichen Bundesländern hochpreisige Städte. Allen voran Frankfurt [4]: In der Mainmetropole müssen sich Mieter aktuell auf Kosten von 13,80 Euro pro Quadratmeter einstellen. Die Strahlkraft der Stadt wirkt sich auch auf die umliegenden Landkreise aus.

Sowohl der Hochtaunuskreis (11,00 Euro) als auch der Main-Taunus-Kreis (10,70 Euro) zählen zu den hochpreisigen Gegenden. Die teuersten Städte nach Frankfurt sind das rheinland-pfälzische Mainz (11,50 Euro) und das hessische Darmstadt (11,00 Euro). In beiden Städten wohnen viele Studenten, die Nachfrage nach Mietwohnungen ist folglich groß und die Preise hoch.

Köln: Mietanstieg um 30 Prozent

Die beiden Nachbarstädte Köln [5] (10,70 Euro) und Düsseldorf (10,20 Euro) liegen nicht nur preislich auf einem Niveau, auch die Entwicklung ist ähnlich. Während in Köln die Mieten in den vergangenen zehn Jahren um 30 Prozent gestiegen sind, waren es in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt sogar 36 Prozent. Verglichen mit anderen großen deutschen Städten ist die Veränderung allerdings moderat.

Zum Vergrößern bitte auf die Tabelle klicken

Übersicht der Mietpreise in den Stadtkreisen (Teil 2)

Seite 3: Dort ist es am günstigsten [6]

Zum Vergleich: In Berlin sind die Mieten im gleichen Zeitraum um 104 Prozent in die Höhe geschossen, in München [7] um 61 Prozent. Auch an Quadratmeterpreise der bayerischen Landeshauptstadt von 17,90 Euro kommen die NRW-Städte längst nicht heran.

Dass die Preise in der Metropolregion Rhein-Ruhr nicht stärker steigen, liegt laut Immowelt auch an der Dichte an Großstädten in der Region. Ist einem Mieter etwa Köln zu teuer, finde er bereits ein paar Kilometer weiter günstige Alternativen, sei aber trotzdem schnell in der Domstadt.

Günstigstes Mietniveau in Kusel und Höxter

In den westlichen Bundesländern gebe es jedoch zahlreiche Regionen, in denen sich die Preise seit Jahren kaum verändern. In 12 der 115 untersuchten Stadt- und Landkreise sei die Steigerung gleich oder weniger stark als die Inflation von 15 Prozent seit dem Jahr 2008.

Im Landkreis Kusel sind die Mieten in den vergangenen zehn Jahren sogar um acht Prozent gesunken. Mit 4,60 Euro pro Quadratmeter ist der Landkreis im Südwesten von Rheinland-Pfalz die günstigste untersuchte Region. Lediglich die Landkreise Höxter und Birkenfeld liegen ebenfalls unter der Fünf-Euro-Marke. (bk)

Foto: Shutterstock; Tabellen: Immowelt