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GdW: Wohnungsbau muss stärker angekurbelt werden

Der GdW Bundesverband hat den Anstieg der Baugenehmigungen begrüßt. Allerdings reiche er bei Weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken. Lösungen für eine deutliche Ankurbelung des Wohnungsbaus lägen bereits auf dem Tisch, so der Verband.

In vielen Metropolen und Großstädten fehlen Wohnungen.

“Die Baugenehmigungszahlen steigen, aber noch zu langsam. In den ersten neun Monaten 2018 wurden mehr Wohnungen genehmigt als im Vorjahr, insbesondere bei den Mehrfamilienhäusern. Das ist ein positives Zeichen. Der Trend reicht allerdings nicht aus, um die jährlich notwendigen 400.000 Wohnungen in Deutschland zu schaffen. Wenn dieser Wert in absehbarer Zeit nicht einmal bei den Genehmigungen erreicht wird, sieht es für die Zukunft des bezahlbaren Wohnens düster aus”, erklärte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, zu den Baugenehmigungszahlen [1] des Statistischen Bundesamtes. “Statt immer mehr Bremsen brauchen wir endlich den notwendigen Schub für bezahlbaren Wohnungsbau.”

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurde von Januar bis September 2018 in Deutschland der Bau von insgesamt 262.800 Wohnungen genehmigt. Das ist ein Anstieg von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bei den Mehrfamilienhäusern gab es mit rund 135.300 genehmigten Wohnungen eine Zunahme um 8,3 Prozent. Dabei nach Angaben des GdW auch maßgeblich auch durch die vom Verband vertretenen Unternehmen.

An den richtigen Stellschrauben drehen

“Es muss jetzt an den richtigen Stellschrauben gedreht werden, um den Wohnungsbau dauerhaft anzukurbeln”, forderte Gedaschko. “Das im Koalitionsvertrag verankerte Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz muss zügig kommen. Die angekündigten steuerlichen Verbesserungen müssen dringend in Richtung einer dauerhaften Änderung statt eines Strohfeuers für gerade einmal drei Jahre angepasst werden. Zudem benötigen wir dringend als Ergänzung ein Zuschussmodell. Die Genehmigungskapazitäten in den Ämtern sind zu erhöhen und die Ergebnisse der Baukostensenkungskommission aus der letzten Legislaturperiode dringend umzusetzen. Kommunen, Länder und die Bundesregierung müssen an einem Strang ziehen, denn nur wenn alle Maßnahmen [2] zusammen wirken, lässt sich das notwendige Tempo beim Wohnungsbau erreichen.”

“Wir brauchen dringend Lösungen, denn im vergangenen Jahr wurden nur rund 285.000 Wohneinheiten statt der benötigten 400.000 fertiggestellt und auch 2018 wird die Zielmarke wieder verfehlt werden”, so Gedaschko weiter. Die Lösungen lägen auf dem Tisch.

Seite 2: Konzepte für eine Beschleunigung [3]

Seriellen Wohnungsbau vorantreiben

“Die serielle und standardisierte Bauweise muss gefördert und dazu eine bundesweit gültige bauliche Zulassung für diese Gebäude geschaffen werden”, so der GdW-Chef. So könne man Kapazitätsengpässen [4] entgegenwirken.

Die Wohnungswirtschaft habe kürzlich zukunftsweisende Konzepte für seriellen und modularen Wohnungsbau vorgelegt, die in einer Rahmenvereinbarung als Ergebnis eines erstmals durchgeführten europaweiten Wettbewerbs vorliegen, bestellt und gebaut werden können.

“Wir brauchen ausreichend bezahlbare Grundstücke für die neuen Wohngebäude und eine bundesweit gültige Typengenehmigung. Ansonsten drohen lange Verfahren in den Bauämtern zu einer weiteren Bremse für innovative Bauvorhaben zu werden”, so Gedaschko. (bk)

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