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Wohneigentum: Preise im Norden und Osten steigen weiter

Im zweiten Quartal 2018 haben die Immobilienpreise in Hamburg, Hannover, Berlin und Dresden angezogen – wenn auch mit unterschiedlicher Dynamik. Welche Besonderheiten sich daraus für die Finanzierung ergeben, erklärt Frank Lösche, Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein in Hamburg.

Hannover: Auch in der niedersächsischen Landeshauptstadt übersteigt die Nachfrage nach Wohneigentum aktuell das Angebot.

Wer aktuell ein Interesse an Wohneigentum [1] habe, der betrachte die weiterhin steigenden Preise für alle Immobilienarten in den nördlichen und östlichen Metropolregionen mit gemischten Gefühlen. Ein Ende der Steigerung sei derweil nicht in Sicht.

Hamburg: Angespannter Markt mit Besonderheiten

Steigende Preise bleiben für Hamburger Immobilien normal: Verglichen mit den ersten Monaten des Jahres kosten Wohnungen 2,43 Prozent mehr, Häuser 1,27 Prozent. Das ungebremste Interesse an Wohneigentum habe auch Auswirkungen auf die Finanzierung.

“Bei fast jeder Anfrage gibt es mittlerweile Besonderheiten”, so Frank Lösche. “Entweder findet ein Bieterverfahren statt, bei dem das Budget schon vorher genau ermittelt werden muss, oder die Interessenten brauchen die Darlehenszusage innerhalb von ein paar Tagen.”

Aktuell seien auch lange Zinsbindungen von bis zu 20 Jahren gefragt, ebenso wie die Erhöhung des Eigenkapitals durch Ausgliederung von KfW-Mitteln [2] über eine Förderbank. Ob sich das Baukindergeld auf die Immobilienpreise in der Hansestadt auswirkt, lässt sich laut Lösche noch nicht absehen.

Es gebe Familien, die dieses Jahr eine Immobilie kaufen oder bauen wollen – oder das bereits getan haben. Für diese habe er jedoch schon jetzt einen Tipp: “Das Baukindergeld lässt sich hervorragend in einen Bausparvertrag anlegen, der nach Ablauf der Förderzeit das Zinsänderungsrisiko abfängt.”

Hannover: Preisdynamik schwächt sich ab

Die Nachfrage nach Wohneigentum übersteigt laut Dr. Klein auch in Hannover nach wie vor das Angebot, weshalb auch die Preise weiter steigen – wenn auch etwas langsamer.

Wohnungen legen im Vergleich zum Vorquartal 1,12 Prozent zu, im Vorjahresvergleich 9,34 Prozent. Damit liege die jährliche Teuerung seit Ende 2016 erstmals wieder unter der Zehn-Prozent-Marke.

Für Ein- und Zweifamilienhäuser in der Landeshauptstadt weise der Index, der die Preisentwicklung [3] beziffert, ebenfalls höhere Werte auf: plus ein Prozent in Bezug auf die ersten Monate 2018 und plus 4,63 Prozent im Jahresvergleich.

Die Bereitschaft noch mehr zu zahlen sinke in diesem Quartal allerdings. Dr. Klein zufolge wählen Hannoveraner Hauskäufer oder Bauherren im Durchschnitt etwas günstigere Angebote: Der Medianwert sinkt um fast 40 Euro auf 2.018 Euro pro Quadratmeter.

Seite zwei: Berlin und Dresden [4]

Einwohner der Bundeshauptstadt [5] warten weiter vergeblich auf eine Entspannung des Immobilienmarktes, besonders bei Wohnungen: Zwar zeige der Vorjahresvergleich eine geringere Dynamik – jedoch sei der Wert mit plus 12,37 Prozent noch immer hoch.

Quelle: Europace AG

Auch die kurzfristigere Entwicklung bekommen Käufer zu spüren: Wohnungen kosten etwa vier Prozent mehr als Anfang des Jahres. Der Medianpreis steige weiterhin, allerdings sei in diesem Quartal der höchste gezahlte Quadratmeterpreis von 8.536 Euro niedriger als in den Quartalen zuvor.

Dafür erreiche der Höchstpreis [6] für ein Berliner Haus einen neuen Spitzenwert: 13.505 Euro pro Quadratmeter. Im Schnitt zahlen Berliner für ihr Ein- oder Zweifamilienhaus 2.500 Euro pro Quadratmeter – so viel wie Hamburger Anfang 2007.

Der Index liegt laut Dr. Klein 3,17 Prozent über dem Vorquartal und 10,25 Prozent über dem zweiten Quartal 2017. Damit sei auch bei Ein- und Zweifamilienhäusern in der Hauptstadt kein Ende der Preissteigerung in Sicht.

Dresden: Hauspreise steigen stark

Auch die sächsische Metropolregion mache in Sachen Preisentwicklung [7] keine Ausnahme – auch hier werden Immobilien höher gehandelt als zuvor.

Im Vergleich zum Vorquartal verstärkt sich die Dynamik Dr. Klein zufolge noch: Die Steigerung um fast fünf Prozent bei Wohnungen und fast drei Prozent bei Häusern ist größer als in den drei beziehungsweise vier Quartalen zuvor.

Bei beiden Immobilienarten ändern sich die Preisspannen kaum, dafür jedoch der Medianpreis: Im Mittel geben Käufer 2.369 Euro pro Quadratmeter für die neue Wohnung aus – über 70 Euro mehr als im ersten Quartal. Für Häuser werden durchschnittlich sogar über 110 Euro mehr gezahlt als Anfang des Jahres: 2.287 Euro pro Quadratmeter. (bm)

Foto: Shutterstock

 

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