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Wohninvestments: Weiterhin gute Chancen in B- und C-Städten

In einem aktuellen Marktbericht hat die ZBI Immobilien AG diverse deutsche Städte abseits der Top-Standorte auf ihr Potenzial für Investments am Wohnungsmarkt untersucht. Dabei mussten fast alle Städte einen Rückgang des Wohnungsangebots verzeichnen.

Karlsruhe: In vielen B-Städten wie dieser ist das Angebot an Wohneinheiten derzeit gering bis nicht ausreichend.

Für ihren Bericht “Investmentpotenziale von Wohnungsmärkten in zweiter Reihe” untersuchte die ZBI in Zusammenarbeit mit dem Immobilienberater Apollo Valuation & Research GmbH insgesamt 24 Städte aus sechs deutschen Bundeländern.

Demzufolge sei in nahezu allen untersuchten Städten, trotz regionaler Unterschiede, ein Rückgang des Wohnungsangebots und demzufolge auch des Leerstands zu verzeichnen.

Markt überhitzt derzeit nicht

“Alle 24 betrachteten Städte verfügen über Potenzial für wohnwirtschaftliche Investments [1]“, sagt Thomas Wirtz, Vorstand der ZBI Immobilien AG.

Von einer Überhitzung könne jedoch derzeit nicht gesprochen werden, da die Angebotsmieten in den untersuchten Städten von Anfang 2016 bis Sommer 2017 im Mittel nur um 2,4 Prozent, die Angebotspreise für Eigentumswohnungen um 3,9 Prozent gestiegen seien.

Auch die Nachfrage nach Wohnraum sei in allen 24 Städten angestiegen. So habe sich zwar in allen untersuchten Bundesländern der Leerstand reduziert oder stabilisiert, doch während die Zahl der Haushalte in Bayern die der Wohnungen übersteige, verzeichne Rheinland-Pfalz noch immer enen Angebotsüberhang.

Kritische Leerstandsquote in Karlsruhe

Im Einzelnen ist das zahlenmäßige Angebot an Wohneinheiten in baden-württembergischen Städten [2] wie Heilbronn und Karlsruhe laut ZBI im Vergleich mit der Anzahl wohnraumsuchender Haushalte als gering bis nicht ausreichend zu bewerten.

Dabei habe sich die Versorgungsquote ausnahmslos verringert, während die Nachfrage besonders in Karlsruhe deutlich über dem Angebot liege. Durch den Rückgang des Leerstands seien auch die Angebotsreserven auf einen kritischen Wert geschrumpft.

Die mittlere Angebotsmiete [3] in den untersuchten Städten sei zwischen dem Jahr 2016 und dem ersten Halbjahr 2017 durchschnittlich um 2,7 Prozent gestiegen, der mittlere Angebotskaufpreis für Eigentumswohnungen mit etwa 4,8 Prozent sogar noch deutlicher.

Seite zwei: Keine Reserven in Bayern [4]

In den bayerischen Städten Augsburg, Erlangen, Fürth, Regensburg und Würzburg seien Reserven derzeit teilweise nicht mehr existent, wobei besonders in Regensburg die Nachfrage in den letzten Jahren gestiegen sei.

Zwar liegen die Neubauaktivitäten hier auf hohem Niveau, jedoch werden sie im Hinblick auf die steigende Nachfrage nicht ausreichen.

Das Durchschnittswachstum der Angebotsmiete in den fünf Städten lag im Untersuchungszeitraum bei 2,5 Prozent, das der Angebotskaufpreise bei 3,2 Prozent).

Lage in Ostdeutschland weniger kritisch

In den neuen Bundesländern ist die Lage ZBI zufolge etwas anders, da beispielsweise Mecklenburg-Vorpommern nach der Wiedervereinigung mit Wirtschafts- und Bevölkerungsverlusten zu kämpfen hatte.

Dieser Trend kehre sich in den letzten Jahren um, was aus den größeren Städten resultiere, wie den untersuchten Standorten Rostock und Schwerin. Hier seien die Angebotsmieten im Zeitraum der Untersuchung um 1,8 Prozent gestiegen, die Angebotskaufpreise um vier Prozent. Der ländliche Raum falle dagegen weiter zurück.

In den ausgewählten Städten Thüringens reiche das Wohnraumangebot [5] in Erfurt statistisch zur Deckung der Nachfrage aus, während in Jena ein kritisch niedriger Leerstand erreicht sei. Das durchschnittliche Kaufpreiswachstum habe hier bei durchschnittlich 3,3 Prozent gelegen, das Mietwachstum bei einem Prozent.

Versorgungsquote in NRW sinkt

Die Wohnraumnachfrage in den untersuchten Städten in Nordrhein-Westfalen (beispielsweise Hamm und Hagen) könne derzeit quantitativ noch nahezu befriedigt werden, jedoch sei die Versorgungsquote in letzter Zeit durch steigende Nachfrage gesunken.

Die Mieten seien hier von 2016 bis zum ersten Halbjahr 2017 um 1,6 Prozent angestiegen, der durchschnittliche Angebotskaufpreis im gleichen Zeitraum jedoch um 2,4 Prozent.

Deutlich weniger Anzeichen einer sinkenden Wohnraumversorgung seien in Rheinland-Pfalz zu beobachten. In den dort untersuchten Standorten [6] haben sich die Leerstände nahezu überall verringert und bewegen sich auf einem für das Bundesland unterdurchschnittlichen Niveau.

Die Mieten und Eigentumswohnungspreise seien hier im, durch ZBI beobachteten Zeitraum um 2,8 beziehungsweise 4,9 Prozent angestiegen.

Ortskenntnis wichtig für Investitionen

Trotz der allgemein guten Anlagesituation in den ausgewählten Städten, könne keine generelle Empfehlung zu jeglicher Investition [7] gegeben werden.

“Eine detaillierte Kenntnis der Situation vor Ort ist für eine Investition unabdingbar“, sagt Dirk Meißner, Vorstandsvorsitzender der ZBI Fondsmanagement AG. (bm)

Foto: Shutterstock

 

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