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Wohnungspolitik: IVD Bundesverband begrüßt Koalitionsvertrag

Als erster Verband in der Immobilienbranche forderte der IVD, die Unterstützung zur Bildung von Wohneigentum in den politischen Fokus zu nehmen. Nun kommentiert IVD-Präsident Michael Schick den aktuellen Entwurf des Koalitionsvertrags zwischen Union und SPD.

Ein Baukindergeld soll in Zukunft laut Entwurf des Koalitionsvertrages die Eigentumsbildung für Familien unterstützen.

Schick zufolge leitet der Koalitionsvertrag eine Trendwende für mehr Wohneigentum ein. Dies sei möglicherweise das wichtigste Verhandlungsergebnis für junge Familien.

Seit der Abschaffung der Eigenheimzulage vor zwölf Jahren sei die Förderung des Wohneigentums durch die Politik nahezu vollständig vernachlässigt worden.

“Die Eigentumsquote [1] geht seit Jahren in vielen wirtschaftlich starken Regionen zurück, obwohl Deutschland mit einer Quote von derzeit 45 Prozent ohnehin schon am Tabellenende der Europäischen Union liegt. Es wird Zeit, dass sich etwas tut“, so Schick.

Da der IVD sich bereits seit vier Jahren dafür eingesetzt habe die Bildung von Wohneigentum [2] wieder in den politischen Fokus zurückzubringen, sei der neue Koalitionsvertrag als großer Erfolg zu werten.

Baukindergeld unterstützt Familien

Laut Entwurf des Vertrages zwischen Union und SPD soll die Eigentumsbildung für Familien in Zukunft durch ein Baukindergeld unterstützt werden. Dieses werde für den Ersterwerb von Neubau oder Bestand 1.200 Euro pro Kind und Jahr betragen und über zehn Jahre ausgezahlt werden.

Das Baukindergeld [3] solle flächendeckend bis zu einer Einkommensgrenze von 75.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen pro Jahr und zusätzlich 15.000 Euro pro Kind gewährt werden und so die Steigerung der Eigentumsquote ankurbeln.

“Derzeit bleibt Familien mit kleinem oder mittlerem Einkommen der Erwerb von Wohneigentum nahezu verwehrt. Das könnte sich mit dem Baukindergeld ändern”, kommentiert dies Schick.

Seite zwei: Guter Zeitpunkt für Immobilienerwerb

In diesem Zusammenhang erinnert er auch an den aktuellen IVD-Erschwinglichkeitsindex. Dieser zeige auf, dass jetzt ein guter Zeitpunkt für den Erwerb eines Eigenheims für Familien sei, da Wohneigentum derzeit in vielen Städten und Regionen besonders attraktiv und erschwinglich sei.

Laut Schick berücksichtigt der Vertragsentwurf eine weitere IVD-Forderung zur Finanzierbarkeit von Wohnimmobilien [4], da ein Bürgschaftsprogramm der KfW eingeführt werden soll, mit dem ein Anteil des Kaufpreises oder der Baukosten selbstgenutzten Wohneigentums abgesichert wird.

Durch diese, 20 Jahre lang geltende Bürgschaft soll das notwendige Eigenkapital [5] gesenkt werden. Schick kommentiert dies: “Eine solche Bürgschaft ist bei Gewerbeimmobilien seit langem gut geübte Praxis. Die Hilfe ist groß, das Kreditausfallrisiko ist gering. Das ist ein guter Baustein für die Eigentumsbildung.“

Grunderwerbsteuer weiterhin zu hoch

Trotzdem gebe es auch Kritikpunkte. So bleibe eine Reform der Grunderwerbsteuer [6] im Koalitionsvertrag leider unberücksichtigt. Hier wäre eine bundesweite Absenkung auf 3,5 Prozent die richtige Willensbekundung der Politik gewesen.

“Selbst die Freistellung von der Grunderwerbsteuer für Erstkäufer bleibt im Entwurf des Koalitionsvertrages derzeit fraglich. Ich hoffe, dass das Union und SPD auf der Zielgeraden der Verhandlungen noch ändern“, so Schick abschließend. (bm)

Foto: Shutterstock

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